Rehageflüster: Streuselkuchen und Spermien im Watt

hört sich wild an, die überschrift, aber sie spiegelt recht gut die bilanz des heutigen tages :mrgreen:

heute morgen habe ich, wieder zu früher morgenstund, ein paar wichtige dinge getätigt: regenbogen aufgespannt, affen gejagt, wellen angeschoben, wolken gestreichelt und den mond angehoben.

?

qigong, richtig 🙂

ich kenne das aus der letztjährigen reha auf sylt und hatte es in guter erinnerung. macht immer noch großen spaß. auch wenn ich das mit dem affen jagen noch ein wenig üben muss. ich glaube, ich habe stattdessen maisbrei gerührt oder so sah es zumindest aus.

ich habe seit gestern ein fahhrad. das ist keine selbstverständigkeit, denn es war tatsächlich ein kampf. zwischen dem reha-fahhradverleiher und den beiden konkurrenten aus dem dorf herrscht nämlich krieg. eine perfekte vorlage für einen inselkrimi, würde ich sagen. der eine (reha) hat nicht genug räder und die anderen (dorf) verleihen den patienten keine. aus trotz. weil sie den rehatypen hassen. uh. dachte gestern, ich bin im falschen film. wie auch immer, ich habe ein radel erkämpft und habe es heute vormittag gleich getestet. 30 km. ja *stolz guck*. bin zuerst hinter dem deich, dann auf dem deich und schließlich vor dem deich immer am watt entlang und konnte mich an dem besonderen farbenspiel hier (alles pastell, irre) nicht genug satt sehen. leute, was ist das schön hier.

wir, meine ortskundige, da schon im vergangenen jahr hier gewesene, begleitung und ich, traten kräftig gegen den wind in die pedale und belohnten uns in der radl-rast mit dem besten hausgemachten apfel-streuselkuchen meines lebens. mjamm. danach radelten wir durch das inselinnere durch midlum, alkersum und nieblum wieder zurück nach utersum, und die ganze zeit dachte ich mir: „was ist das so schön hier. und nun weiß ich, warum man von glücklichen, holsteinischen kühen spricht. sie sehen wirklich glücklich aus. und haben allen grund dazu, hier, im kuh-paradies.“

und soeben habe ich eine mehrstündige, naturkundliche wattwanderung absolviert. und ich sag euch mal eins: das watt ist voll versaut. und zwar sowas von. unser wattführer war ein doller kerl, der es schaffte, aus der führung einen echten krimi zu machen. ich habe noch nie jemanden getroffen, der dermaßen spannend über den verdrängungskampf zwischen strandhafer und strandquecke (oder wie das gras heißt *grübel*) erzählen gehört. wir hatten regelrecht gänsehaut alle. ich schwör. viel spannender als der gräserkrieg war allerdings das leben, und hier vor allem das geschlechtsleben, der wattwürmer, miesmuscheln, austern, quallen und austernfischer. folgendes habe ich im kopf behalten

1. wattwürmer werden bis zu 10 jahre alt. 2. das ganze watt ist voller wattwurm-sperma. 3. die männlichen wattwürmer spermen nämlich das ganze watt voll. 4. die wattwurmweibchen sind dauernd schwanger und wissen nicht von wem. 5. das watt ist nicht nur voller wattwurm-sperma sondern auch voller wattwurm-scheiße (der führer selbst gebrauchte das wort scheiße, will ich nur mal sagen). 6. austern sind böse. 7. sie kommen aus sylt und liegen nun dumm und unnütz im föhrer watt herum, die vögel können die schale nicht aufpicken und die menschen schlitzen sich die füße daran auf. 8. im watt gibt es feindliche, aus asien stammende algen. die sind auch böse (warum, habe ich wieder vergessen). 9. föhrer algen sind lieb. es gibt welche mit blasen und solche ohne blasen auf dem blasentank. ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe. konnte auch nicht ganz folgen, da ich mit meiner nachbarin unterdrückte lachkrämpfe wegen diesem ganzen geblase hier auf föhr hatte. sie meinte nur: „hier sind sogar die algen versaut.“ *kicher*. 10. es gibt einen vogel namens knut, der im märz mit nur einer unterbrechung 12.000 km aus südafrika hierher fliegt und den vögeln hier alles wegfrisst. dann fliegt er weiter in die antarktis. dort treibt er es hemmungslos und kommt im august mit seiner ganzen brut zurück nach föhr, um den föhrer vögeln wieder alles wegzufressen. danach fliegt er zurück nach südafrika. knut ist auch böse. 11. der austernfischer-vogel ist lieb. er wird etwa 40 jahre alt. allerdings ist es eine lüge, dass austernfischer als paar ihr ganzes leben lang zusammenbleiben. austernfischer-weibchen sind schlampen. sie verlassen ihre männer. zu ihrem schutz muss man aber sagen, dass sie das nur dann tun, wenn das männchen „nicht so helle ist“. das merkt man daran, dass das männchen kein gescheites nest bauen kann. 12. quallen sind sauböse. sie haben riesige geschlechtsorgane. sie haben sex und bekommen dann aber keine kleinen qaullen-babys sondern polypen. diese polypen spalten sich ab und werden wieder quallen. also, das hab ich nicht so richtig verstanden, sorry. bin unendlich dankbar, dass ich nach der begattung durch meinen ex-mann ein normales kind und keinen polypen bekommen habe.

da staunt ihr jetzt, oder? hättet ihr nicht gewusst, oder?

schon nett hier. heute ist tag 2 nach meiner ankunft und ich habe mich mit allem hier schon viel besser angefreundet. morgen hab ich frei und gehe am nachmittag reiten, jipiieh. ab montag werde ich dann rangenommen: bogenschießen, wassergym, nordic walking und allerlei mehr. ein wenig graut es mir vor der onkologischen gesprächsrunde, zu der ich verdonnert wurde, schau mer mal, wie das wird. wenn ich mir vor augen rufe, wie sich die mädels heute über das sextreiben im watt amüsiert haben und was so für kommentare fielen, kann es aber durchaus auch lustig werden.

ich vermisse joschi.

habe jetzt ne flat hier und kann bloggen wie die wilde luzie 😆

macht es gut, ihr lieben und bis morgen oder so, eure rehawolf 😆

Qigong im Park oder: Amazonen proben den Ernstfall

qigong im park. ein kostenloses angebot für alle, die einmal hineinschnuppern möchten.

stand vor einigen tagen in unserer zeitung. auja, habe ich mir gedacht und hatte dabei die tolle qigong-erfahrung aus der reha im kopf und streichelte schon mal in vorfreude mental schäfchenwolken und trug regenbogen umher. als ich im park ankam, bot sich mir an besagtem treffpunkt ein bild des grauens. eine stattliche gruppe stattlicher frauen bevölkerte den übungsplatz und blickte mir kämpferisch entgegen. mir war sofort unwohl. too much frauenbewegte frauenpower, dachte ich mir so insgeheim. man nennt sowas auch wuchtbrummen, was nicht unbedingt mit dem körpergewicht zu tun hat sondern vielmehr mit einer gewissen physischen und psychischen ausstrahlung. davon waren etwa 50 stück! versammelt. in der mitte eine mopsige, lockige vor energie sprühende, kleine person, die ich sofort als kursleiterin enttarnte.

der kurs begann mit einem etwa 5 minütigem schütteltraining. ihr glaubt nicht, was da so auf dem platz alles geschüttelt und gerüttelt wurde 😉

als nächstes wurde eine mindestens 5 millionen alte übung namens schwimmender drache angekündigt und vorgeführt. sehr komplizierte geschichte. guten mutes stieg die gruppe in die übung ein und wiederholte tapfer die bewegungen. während ich leicht verwirrt mit der koordinierung von armen und beinen und links und rechts beschäftigt war, wagte ich einen kleinen blick in die runde.

*pruuuusssssst*

etwa 50 drachen kurz vor dem ertrinkungstod 🙂

es folgten ein paar weitere, kleinere übungen, während der ich ein wenig gelegenheit hatte, die anwesenden wuchtbrummen etwas näher in augenschein zu nehmen. uiuiuiuiui, ich wusste gar nicht, dass man solche frisuren noch trägt *boshaft grins*. besonders beeindruckt war ich von einer etwa 2 meter großen ober-wuchtbrumme mit einer besonders schrecklichen frisur: grau und kurz, oben auf dem kopf allerdings war das haar länger und in einer akuraten rolle zu einem art helm geföhnt. respekt, schwester 😉

ich vermisste meine mutter, wenn sie dabei gewesen wäre, wir hätten uns totgelacht. meine gedanken wurden durch die nächste übung unterbrochen. nun sollte man in einer leichten seitwärtsdrehung mit den händen ein herz formen und dieses herz mit ausgestreckten armen seiner jeweiligen nachbarin zustrecken.

gebt so eure liebe weiter an eure nächsten und empfangt sie eurerseits.“ forderte uns mopsi auf.

herr hilf! ich hasse sowas. da ich kein spielverderber sein wollte, drehte ich mich also nach rechts und nahm meine nachbarin ins visier. eine riesige amazone, die förmlich vor liebe überschäumte, als sie mir diese entgegenstreckte. ich nahm eine etwas distanzierte haltung und blick an, streckte ihr rasch meine arme entgegen und schwupps drehte ich mich zur anderen seite. dort stand eine weitere walküre, die mich bereits mit leicht vorwurfsvollem blick und ausgestreckten armen erwartete. ich lächelte sie zaghaft an und sie schaute mich so verliebt an, dass ich echt muffe bekam. das ging ne weile so hin und her und war echt spießrutenlaufen, anders kann ich es nicht bezeichnen. allen außer mir schien das unbändigen spaß zu machen. und während ich so zusah, wie sich der amazonenverbund giggelnd mit liebe überhäufte musste ich mir so mächtig auf die lippen beißen, dass ich keinen lachkrampf bekomme, dass ich angst hatte, hinterher ne dicke lippe zu haben. die hätte ich mit sicherheit bekommen, wenn ich losgelacht hätte. vor meinem inneren auge lief ein film ab, in dem ich von einer horde johlender amazonen durch den park gejagt wurde.

im weiteren verlauf war ich dann noch wasser, ein same, ein baum, erde, holz und metall und hatte langsam die schnauze voll.

zu guter letzt sollte man sich noch umarmen, nö du., also JETZT ist mal gut. ich griff mir meine tasche und verduftete und war froh entkommen zu sein. werde mich wohl nach einem anderen qigong-kurs umschauen.

Bericht aus der Reha: Pollenterror

„moin. moin.“

in sylt ist seit 3 tagen ostwind und die gräserpollen fliegen. und zwar vor allem in meine nase und augen. scheinen vom bösen festland hergeweht zu werden. bin laden-pollen. jedenfalls bin ich am schniefen und husten und naseputzen und niesen, dass es ein jammer ist. habe mich mit heuschnupfenmittel zugedröhnt bis unter die haarwurzeln und morgen müsste es mir besser gehen.

ich habe mich ein paar tage nicht gemeldet, weil mein schatziputzi zu besuch gekommen ist. ist immer noch hier, schööööön.

nichtsdestotrotz geht mein rehaprogramm weiter. so habe ich heute morgen schon die sonne angehoben und dem mond nachgeschaut und den himmel gestützt. verlangt einem ganz schön was ab, das qigong 😉 meine lieblingsübung ist und bleibt aber die qigong-übung einen verächtlichen blick über die schulter werfen, auf die negativen einflüssen der vergangenheit. einfach nur cool, diese übung.

dann war ich heute bei einem lungenfunktionstest und musste in einen schnorchel atmen und zwar wie gedoppt. hat aber nicht gereicht, der arzt attestierte mir eine lungenunterfunktion und morgen früh um 8, nach dem frühsport, muss ich erneut den schnorchel foltern, diesmal mit spray in der lunge.

der massai ist verschwunden :schock: wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist. ob ihn wohl die gitarrenspielerin verschlungen hat, wie eine xanthippe? nun kann ich ja nicht an die rezeption gehen und fragen, wo der massai abgeblieben ist. die sperren mich sonst wech. geht ganz schnell hier.

ich hatte heute nachmittag frei und habe mit schatziputzi eine radtour von westerland nach sylt und retour gemacht. weiß einer von euch, wie weit das ist?boah, total weit, vor allem mit gegenwind von list nach westerland. ich wollte vor schatziputzi ein bisschen mit meiner neuen reha-fitness protzen und hab bisschen einen auf dicke hose gemacht. das sah so aus: mit einem affenzahn locker flockig nach list geradelt. resultat: extrem mühsamer rückweg mit diversen stopps und leidensmiene. bin ich froh, dass ich wieder hier bin.

natürlich gibt es auch wieder ein paar neuzugänge: den club der arschgeweih-assi-tanten. haben alle schreckliche namen, noch schrecklichere frisuren, arschgeweihe, reden rheinländisch und sind vor allem eins: laut. sind gerade mit lautem getöse richtung strandkneipe aufgebrochen. gut, dann weiß ich schon mal, wo wir nicht hingehen. 2 aus dieser gruppe sind heute fast eines unnatürlichen todes gestorben. nämlich, als sie während des qigong-kursesdirekt vor dem übungsraum standen und sich wie durch ein megaphon über ihre schwiegermütter ausgelassen haben. unsere kursleiterin warf einen extrem unentspannten blick in richtung tür und ich dachte: „das wars, die geht jetzt raus und macht ein qigong-massaker im flur.“

so, und jetzt ab an den strand, sonnenuntergang schauen. machts gut, bis morgen!

Bericht aus der Reha: kleine Lästerstunde, Teil 2

wir haben einen neuzugang: wolle. wolle ist von beruf platzhirsch. setzte sich heute morgen gegen ende des frühstücks schwungvoll und bestimmt auf den freien platz neben mir, goss sich aus meiner kanne kaffee ein, nahm einen schluck, drehte sich zu mir um und sah mir mit zitterndem, akkurat gestutztem schnorres tief in die augen:

na, wie sind so die pläne heute?“

wer fragt, kriegt eine antwort:

„schäfchenwolken zart streicheln, adler erschießen, einzelgespräch beim psychologen und anschließend töpferkurs.“

abgang wolle.

uff, da kommt noch was nach.

der denver-clan indes ist aus irgendeinem grund muffig. jesus ist verschwunden, war heute auch nicht beim frühsport. mr. robbe erschien mit gehäkeltem!! stirnband in kackbraun zum frühsport und mr. boombastic entpuppt sich als eigentlich ganz netter zeitgenosse. hat jetzt genug auf die brust getrommelt und wird sympathisch.

heute war das aquajogging sehr spaßig (und anstrengend!). kaum waren wir mit schwimmgürtel und schwimmhanteln ausgestattet im wasser und haben unsere bahnen eingenommen, ging die tür auf und eine zuspätkommerin flatschte in badeschuhen rein.

„bin isch hier rischtisch beim aggwadschogging?“ schwäbelte sie laut näselnd.

„ja, bitte ziehen sie den schwimmgürtel an, mit den löchern nach unten bitte.“

die schwäbische krachelse schnallte sich den gürtel natürlich mit löchern nach oben um und ließ sich resolut ins becken gleiten und zwar auf eine bereits belegte bahn. war klar. dann konnte es ja losgehen. alle joggten munter durch das aqua, nur die schwäbische wuchtbrumme schlug nölend auf der stelle wasser.

„wie soll das denn gehen? isch findäh das unmöööglisch, dass wir jedesmal eine neue therapeutin hättäh!“

es folgte eine kurze instruktion in die technik seitens der kursleiterin.

„nei, des gääht net. isch geh unddäähh. isch treib ab.“

ja, bitte geh unter und ertrink auch gleich noch dazu.

da hätt ich ne idee fürs qigong später: schwäbische wuchtbrumme erschießen. ist zumindest sehr adler-schonend 😉

zwischen aquajogging und psychologen habe ich meine etage aufgemischt. heute stand nämlich meine zoladex-spritze auf dem plan. fragt mich nicht warum, aber ich habe todespanik vor dieser spritze. sonst machen mir spritzen nichts, diese schon. vermutlich weil sie rieig ist und die kanüle so einen breiten durchmesser hat. brrrrrrr, gruselig. zu hause setzt einem die schwester immer eine kleine lokale betäubung und dann ist das auszuhalten. als ich dem mir fremden arzt heute eröffnete, dass ich eine betäubung will, meinte er freundlich aber bestimmt:

„aber nein, das machen wir hier nicht. das ist auch nicht nötig, ist nur ein kleiner pieks.“

daraufhin bekam ich in seinem büro einen heulanfall. hab so geheult, dass mir die rotze lief. das überzeugte ihn, mir doch eine betäubung zu geben. als wir sein büro verließen und ins schwesternzimmer gingen, lief ich ihm schniefend hinterher, als würde ich zu meiner eigenen hinrichtung gehen. die vor der tür wartenden patienten schauten mich völlig betroffen an. vermutlich denken sie jetzt immer, wenn sie mich sehen:

„da kommt die todgeweihte.“

ansonsten ist es heute eher ruhig. ich war, wie gesagt, schon beim frühsport, beim aquajogging und beim psychologen, der mein freund wird. hat echt humor, der gute. jetzt radel ich mal nach westerland, bisschen den knackigen kite-surfern zuschauen und später geh ich noch in den geräteraum und bisschen schwimmen und sauna.  UND neuen reitversuch für morgen starten 😆

Bericht aus der Reha: die Düne und ich

heute ist samstag und „fast“ ein freier tag. heute morgen hatte ich um 10 uhr die erste qigong-stunde meines lebens. und soll ich euch was sagen? das hat echt spaß gemacht! während man so dasteht, seinen blick in die unendlichkeit schweifen lässt und sein qi fließen lässt, wird man irgendwie gelassen. dann gibt es ein paar echt coole übungen mit noch cooleren namen. eine heißt zum beispiel: verächtlicher blick über die schulter auf schädliche dinge der vergangenheit.

mega-cool, oder?

da fiel mir außer meinem tumor doch glatt noch so manch anderes ein 😉 der verächtliche blick hat großen spaß gemacht 😆

ansonsten habe ich heute lauter schöne dinge gemacht: vormittags nach westerland (eher hässlich) gelaufen und mir eine winddichte jacke und ein fleece-stirnband gekauft, da seit 3 tagen eine steife brise weht. nach dem mittagessen bin ich mit dem fahrrad aufgebrochen und übers eher gemütliche wenningstedt ins noble kampen gefahren und dann immer weiter und weiter und weiter durch eine grandiose, fast unwirklich schöne dünenlandschaft richtung list. da ich noch nie hier und auch auf sonst keiner norddeutschen insel war, war ich sehr beeindruckt. kein mensch weit und breit, nur diese dünen, wind, ich kam mir vor wie auf einem anderen stern.

auf einer einsamen bank nahm ich mir eine kurze auszeit und dachte mir:  ich habe 24 stunden zeit, kraft zu sammeln. ich muss mich sonst um nichts kümmern. was für ein luxus.

auf dem rückweg habe ich eine strandsauna entdeckt, aus der gerade ein paar nackedeis zum abkühlen in die nordsee liefen. mutig, mutig. aber auch sehr verlockend. das werde ich morgen, an meinem ebenfalls freien tag, ausprobieren. vor der sauna stand ein schild: lufttemperatur 14 grad, wassertemperatur 13 grad.

2 stunden radeln bei dem wind hier ist nicht ohne. ich schätze mal, dass ich heute um 9 uhr in der falle liege.

läster: neben mir sitzt grad ein ehepaar. er ist zur reha hier, sie als begleitung. in wirklichkeit ist sie aber nur mitgekommen, um ihn weiter tyrannisieren zu können:

„jetzt lies doch mal langsamer. so siehst du doch gar nichts. mein gott, du machst mich noch wahnsinnig. jetzt mach doch mal richtig. kannst du das nicht mal richtig machen? eine sache richtig machen?“

jou, die saßen gestern abend schon hier und es ging genauso wie jetzt. der arme. es gibt kein entkommen. ich bin heute mittag an ihm vorbeigegangen, da war er grad alleine, ohne drachen. er schaute mich an und machte mir grinsend mehrere petzaugen. ich petzte zurück. das hat er sich verdient 😉