Schnurrbartträger und Stiefeletten

juhuuuuu, ich habe heute nacht wunderbar geschlafen, juhuuuuu, da sieht der tag doch gleich besser aus. vor allem wenn draußen blauer himmel ist, die sonne scheint und ich den ganzen, wunderbaren samstag vor mir habe mit ausschließlichen wohlfühl-aktivitäten. reiten. auf ein geburtstagsfest gehen. sich freuen.

vergessen ist der gestrige zombie-tag nach einer fast schlaflosen nacht. wir waren gestern abend übrigens noch auf einem großen empfang. dabei ist mir folgendes aufgefallen:

es gibt noch ganz schön viele schnurrbartträger.

die investition in einen gut sitzenden anzug lohnt sich. dort nicht gesichtet.

nicht jede krawatte passt zu jedem hemd.

stiefeletten sehen nur an schlanken unterschenkeln gut aus.

knappe kleidungsstücke sehen nur in der passenden größe an der passenden figur gut aus.

ich scheine für alte säcke attraktiv zu sein.

regionaler dialekt ist bei feierlichen ansprachen hinderlich.

auf veranstaltungen, die als unparteiisch eingestuft sind, sollte man in seiner rede auf parteipolitisches gegifte verzichten. vor allem, wenn man stiefeletten und knappe kleidung auf nicht dazu passenden körperteilen trägt.

es ist eine freude, eine rednerin zu erleben, die es 30 minuten lang schafft, in gutem deutsch, lockerem stil und ohne auch nur ein äh und öhm die aufmerksamkeit von rund 1000 menschen zu halten. das war die andere rednerin als ihre vorgängerin.

man sollte sich auf offiziellen empfängen nie so weit betrinken, dass es peinlich wird. so sachen, wie breit grinsend vor einem stehen bleiben, mit verwaschenem blick zu nuscheln: „ääähhhh, sie sin doch die, ach was weeeß ich, irgendwas mit doppelnamen, is auch egal,“ kommt nicht gut rüber. auch nicht wenn man eine frau ist. auch nicht, wenn die getränke umsonst sind.

es ist erstaunlich, wie lange und in welcher menge sich menschen in einer schlange anstehen, wenn es etwas umsonst gibt. auch wenn es sich dabei um lauwarme wiener handelt, die seit stunden im wasser liegen und mit pappbrot auf papptellern serviert werden.