Rehageflüster: Der Schimmelreiter

nein, das watt hat mich nicht verschluckt. ich lebe noch. und das sehr gut. mein längeres schweigen hängt damit zusammen, dass meine familie da war. was sehr schön war. wir haben viel unternommen und die gemeinsame zeit genutzt und genossen. am sonntag sind sie wieder zurückgefahren und ich habe mir endlich meinen wunsch erfüllt, ins watt auszureiten. 2 1/2 stunden. wie schön das war! während ich auf meiner schimmelstute in vollem tempo durch das watt preschte, wasser und schlamm auf mich spritzte, links das wasser, rechts der endlose strand, über mir der blaue himmel, dachte ich mir einfach nur:

„was ist das leben doch wunderschön. ein kostbares juwel. eine schatztruhe, aus der man schöpfen kann.“ (okay, ab und an ist das leben auch so richtig mies *mit dem kopf nick* aber nach regen kommt sonne *noch mehr mit dem kopf nick*).

beim ausritt war auch ein etwa 14-jähriges mädchen auf einem welsh-pony dabei. dieses pony war kaum größer als ein schäferhund und hieß wie ich. das mädchen ritt unmittelbar vor mir und quatschte in einem fort. total irre. ich schaltete irgendwann auf durchzug, ihr pferd war, unter der quasselstrippe befindlich, in einer denkbar ungünstigeren position. sie quasselte nicht nur, sondern trommelte dauernd mit der reitgerte auf dem armen tier herum und riss ihm im maul. das pony aber sah, sobald wir den schützenden wald verließen und die weite des watts betraten, seine chance. und nutzte sie. zuerst einmal ging es durch. ich hätte nie im leben gedacht, dass so ein kleines pony so schnell rennen kann. im geraden weg auf das meer rannte es los wie speedy gonzales. wir anderen sahen erstaunt dem am horizont rasch kleiner werdenden, schwarzen punkt hinterher.

dann kam es zurück. genauso schnell. bre kurz vor uns stehen und stieg und buckelte und sprang hoch wie ein flummi. und schmiss seine reiterin sehr professionell ab. frau quasselstrippe packte daraufhin die wut und sie stieg wieder in den sattel. das pony verhielt sich artig, hatte aber offensichtlich noch nicht fertig und schmiss seine reiterin kurz darauf ein zweites mal ab. sehr gekonnt. mitten ins wasser. respekt. ich hätte dem pferdchen gerne beifall geklatscht. das war ne 1 A vorstellung. und es tat das einzig richtige: sich der nervbeule zu entledigen. die bekam daraufhin nämlich die rote karte, musste das pferd wechseln und – oh wunder – hielt auf dem rückweg konsequent die klappe. ich hoffe, dass wir wieder so ein schönes wochenende bekommen, dann wage ich es ein zweites mal.

die letzten 2 tage war ich ein fleißiges reha-bienchen. ich habe geturnt, habe mich entspannt, tief geatmet, hab die beinchen geschwungen und die ärmchen gedreht, mein seidentuch fertig gemalt und an einem schreib-workshop teilgenommen. jaaa, das alles kann man hier machen. die reha ist wirklich toll. und die machen hier auf föhr richtig gute arbeit. danke. danke. danke.

und gestern ist etwas sehr schönes passiert. irgendwann im laufe des morgens, ich kam grad mächtig entspannt aus dem strech und relax-training raus, spürte ich plötzlich etwas in meiner brust und in meinem kopf. ein ungewohntes, sehr wohliges gefühl. irritiert griff ich reflexartig mit beiden händen zur brust und zum kopf. und dann fühlte ich, wie sich etwas in mir löste. wie ein fester knoten, an dem man seit einer halben ewigkeit erfolglos herumschaffte und der sich mit einem mal löst. ich bin total glücklich darüber. es ist nicht nur entspannung, es ist mehr. ich glaube, ich habe einen großen teil angst losgelassen. die angst zu sterben. die sich wie ein knoten in brust und kopf verhärtete und mich abgrenzte. diese grenze hat sich nun aufgelöst. seit gestern habe ich das gefühl, dass alles gut ist. gut wird. ich fühle mich sehr befreit. mir ist klar geworden, dass ich durch meine angst sehr blockiert war. mehr, als mir bislang bewusst war. schön, zu spüren, dass man wirklich loslassen kann. ob das so bleibt? wie lange das so bleibt? keine ahnung. heute geht es mir so richtig gut 😆

Rehageflüster: Leben heißt mehr als überleben

jeden morgen, wenn ich am stationszimmer vorbeilaufe, bleibe ich am „mitteilungsbrett“ stehen und lese einen zettel mit leitsätzen, der dort hängt. was darauf steht, ist so schön, dass ich mir die seite heute kopiert habe, da ich es gerne mit euch teilen möchte. ich bin mir sicher, dass auch ihr euren leitsatz darauf findet. meinen habe ich kursiv gesetzt. viel spaß 😆

ich habe die wahl glücklich oder unglücklich zu sein, leben heißt mehr als überleben.

ich habe das recht, zu allem nein zu sagen, wenn ich mich nicht zu einer sache bereit fühle oder unsicher bin.

ich darf alle meine gefühle wahrnehmen, dazu gehören wut, angst, trauer, freude und liebe.

ich habe das recht, neugierig und mutig zu sein.

ich bin wahrscheinlich nicht schuldig, auch wenn ich mich so fühle.

ich habe das recht fehler zu machen.

ich brauche nicht zu lächeln, wenn ich eigentlich weine.

ich darf ein gespräch, eine begegnung beenden, wenn menschen mich klein machen und verletzen.

ich darf gesünder sein als die menschen in meiner umgebung.

ich bin auch dann in ordnung, wenn ich entspannt und fröhlich bin und freude habe.

ich habe das recht, mich zu verändern und zu wachsen.

ich bin auch dann wichtig, wenn ich mich abgrenze und darauf achte.

ich darf auf jemanden ärgerlich sein, den ich liebe.

ich kann auf mich achten, und zwar unabhängig von den jeweiligen umständen.

ich brauche nicht perfekt zu sein, um glücklich zu sein.

ich brauche nicht perfekt zu sein. punkt. niemand ist es.

Rehageflüster: Erkenntnis des Tages

bogenschießen ist scheiße.

bei allen klappt es. sogar bei den kleinen dicken. auch bei denen, die kaum laufen können. und die mit nur 1 lungenflügel. nur bei mir nicht. ich bin die einzige, die es schafft, dass die pfeile schlangenlinienförmig fliegen. ich schieße mir jedesmal den arm blau. sowohl oben als auch unten. die trainer schauen mich genauso an, wie die therapeutin aus dem seidenmalkurs. mitleidig.

ich gehe heute nachmittag fahrradfahren. das klappt ganz gut :mrgreen:

Rehageflüster: Aerobic-Elfen und Kurschatten-Notstand

die sonne scheint. endlich. nicht zu fassen. wie wunderbar. hier oben an der nordseeküste ging 1 woche lang die welt unter. jetzt scheint sie wieder, die sonne, pünktlich zum wochenende, brave sonne 😆

hier war was los in den letzten 2 tagen :mrgreen:

mein speisesaal-tisch hat mit heidrun einen willkommenen neuzugang zu melden. heidrun ist mitte 60 und platzt vor guter laune und schalk. herrlich. zitat am frühstückstisch, nachdem ich sie diskret darauf hingewiesen habe, dass ihr hosenstall offensteht: „na sowas. allzeit bereit und keiner weit und breit.“

apropos. wir sind jetzt in dem stadium, in dem wir die paar wenigen reha-männer, die hier auffällig verängstigt herumlaufen, nach allen mitteln der weiblichen kunst vernichtend durchgetratscht haben. kein kurschatten weit und breit. ich such keinen, aber die eine oder andere sucht schon. es gibt hier nur kleine knubbelige, große hungerspargelige, und allerlei sonstiges unschmackhaftes. und wenn dann mal einer ansatzweise nach was aussieht, glänzt er im small-talk mit einer detaillierten schilderung seiner lungenoperation und anderer, fehlender körperorgane. ne ne, nicht sehr antörnend. ein neuzugang (jung, knackig) wurde sogleich abgecheckt, fiel jedoch leider aufgrund seines hardcore-sächsischen akzents durch.

aber, was uns nicht schmeckt, schmeckt vielleicht der nachbarin. so zum beispiel unserer reha-walküre. gemein, ich weiß. aber sie wäre wirklich die idealbesetzung in einer wagner-inszenierung. singen kann sie übrigens auch, sie ist nämlich gesangslehrerin. jedenfalls ist sie nicht so wählerisch. und gibt gerne private gesangsstunden in ihrem zimmer *flüster*

die wenigen männer hier tauchen in den verschiedenen programmen, sorry anwendungen, jeweils als quotenmann auf. beim bogenschießen und nordic walking mag das nicht so auffallen, im step-aerobic dagegen schon. heute hatte ich das vergnügen, beim step-aerobic einen ellenlangen, dünnen quotenmann als direkten nachbar zu haben. ich habe noch nie einen solchen bewegungs-spast gesehen. noch nie. er hatte gefühlt mindestens 5 arme und 10 beine und doppelt so viele füße, die alle in verschiedene richtungen rotierten. und machte alle bewegungen gegenläufig zu denen der trainerin. unglaublich. ich habe mich die ganze zeit gezwungen, nicht zu ihm rüberzuschielen. zum einen, weil ich keinen lachkrampf bekommen wollte, zum andern, weil ich selbst einige not mit der arm-bein-koordinierung hatte. nachdem ich bei einer, zugegebenermaßen sehr komplizierten, übung einige zeit *hrumpf uffta zisch* geräusche neben mir hörte, linste ich doch mal rüber zu ihm. und sah: eine aerobic-elfe. mit ausgebreiteten armen stand er in fliegerhaltung wie biene maja mit einem bein auf dem stepper. das andere bein schwang in pendelbewegungen hin und her. beide arme kreisten gegenläufig um ihn herum wie 2 satteliten. in seinem gesicht stand pure glückseligkeit.

wie bei loriot. 100 %. danke dafür. das leben ist so schön 😆

ansonsten bin ich guter dinge und genieße die reha in vollen zügen. habe gestern einen ersten entwurf meines elefanten-seidenschals angefertigt. ein glück war es ein entwurf. ich muss noch sehr viel üben. derzeit habe ich sogar große probleme, einen elefanten abzupausen, wenn ihr versteht. die gruppenleiterin schaut mich komisch an. ich merke das sehr wohl *beleidigt guck*

ich wünsche euch ein wunderbares, hoffentlich sonniges wochenende, eure rehawolf

Rehageflüster: An der Nordseeküste *sing*

also, ihr lieben, ich glaube, nach einer woche werde ich hier langsam heimisch. komme grad vom „wattenläufer“ zurück, wo ich mit ein paar reha-gefährtinnen ein weinchen gepichelt, eine bratwurst gemampft und zu den seemansklängen einer einheimischen combo geschwoft habe. wir waren die attraktion in der dorfkneipe und hoben den altersdurchschnitt um gefühlte 50 jahre an. die haben nicht allzuoft einen mädelstisch, an dem die hälfte der bräute heiße perücken trägt. unsere stimmungslage war am ende so gut, dass einige der mädels überlegten, im takt von „an der nooo-h-ooordseeküste“ *sing* ihre perücken an die deckenleuchte zu schmeißen. insiderwitz.

ich bin eben mit dem fahrrad zurückgefahren, und ich glaube, ich bin noch nie bei so starkem wind geradelt. irre. streckenweise bin ich einfach auf der stelle stehen geblieben. ich dachte, mich weht die steife brise vom deich.

ansonsten geht es mir heute gut. mein halsweh ist fast weg. und ich war heute fleißig. zum beispiel bei der rückengymnastik heute mittag. seitdem habe ich einen neuen freund. einen großen, grünen gymnastikball. er heißt winnetou. ist der gemütlich. ich will ihn heiraten. in der regel gibt es in jeder gruppe eine grobmotorikerin. beim salsa bin das definitiv ich. bei der ballgymnastik ist es elena. sie schaffte es bei jeder übung vom ball zu krachen. mit großem getöse. dem therapeuten war es ein rätsel, wie sie das machte. jedenfalls machte es die ganze stunde links außen nur *rrruuums* und anschließend *uups*.

außerdem stand wieder „traumreise“ auf dem programm. diesmal hat eine teilnehmerin so laut geschnarcht, ich meine in echt SO laut, dass an entspannung nicht zu denken war. ich vermute mal ganz stark, dass die übrigen teilnehmer im raum, statt mental auf der magischen insel mit delfinen zu schwimmen, mental an einem schießstand standen und auf schnarchbären zielten. sogar die therapeutin war genervt und meinte nach der stunde mit leicht scharfen unterton: „diejenigen unter euch, die wissen, dass sie schnell mal einschlafen bei sowas, die mögen das nächste mal doch bitte aus rücksicht auf die anderen, im sitzen üben.“ sehr gute idee, danke.

mein rechter arm ist schwer.“ „ich bin gaaaaanz ruhig.“ und, kommt euch das bekannt vor? sicher. ich hatte heute meinen ersten kontakt mit autogenem training. alles, was man darüber erzählt, ist wahr. man kommt sich vor wie bei loriot.

so, und jetzt legt sich der katerwolf noch mit einem schönen krimi ins bett, morgen gehts um 7 los hier. chaka.

Rehageflüster: Gruppentherapie und Salsa

der heutige tag war, sagen wir mal, ereignisreich. mit lustigem, nachdenklichen, aber auch traurigem. es gab heute einen moment, in dem ich mit einem dicken halstuch (wegen halsschmerzen), mit einer dicken kühlkompresse am unterarm (wegen bogenschießen, dazu später) und einem kloß im hals auf dem bett saß und mir selber leid tat. nachdem ich meinem mann mein leid am telefon geklagt hatte, musste ich darüber gott-sei-dank lachen.

ich war heute morgen das erste mal richtig bogenschießen. unsere gruppenleiterin war regelrecht panisch, die gruppe alleine zum übungsplatz vorgehen zu lassen und ließ uns keinen augenblick aus den augen. nachdem ich die sofort einsetzenden, wilden aktivitäten der gruppenteilnehmer sah, wusste ich warum. nach der stunde lebten wir alle noch, wie durch ein wunder. ich habe insgesamt 9 pfeile geschossen. 1 pfeil traf ins rote *stolz guck*. der rest verschwand im wald und musste mühsam gesucht werden. ein pfeil schoß wie ein verirrter feuerwerkskörper von dannen und ist schuld an meinem beachtlichen hämatom am linken unterarm. immerhin habe ich es nicht, wie meine schieß-nachbarin, geschafft, einen der robusten aluminiumpfeile kaputt zu schießen.

insgesamt bin ich für das bogenschießen deutlich begabter als für salsa. das habe ich nämlich gestern abend probiert, als ich dachte, dann doch etwas tun zu müssen. ich habe vor jahren mal einen salsa-workshop in einer ferienanlage gemacht und den club-animateur zur verzweiflung getrieben. ich sag nur: null taktgefühl, zu große füße, zu kleine schritte, blöder club-animateur. der war sowieso nur scharf auf ein dickbusiges blondie aus schweden und hatte keinen nerv für die restlichen spasten aus der gruppe.

gestern also salsa-workshop in der reha. das ist ein ähnliches phänomen wie singen in der reha. ich war guten willens. ich schwör. aber mit schuhgröße 41 kann man diese kleinen schritte nicht machen. das geht nicht. und als es dann darum ging, verschiedene schrittkombinationen zu vereinen, dachte ich düsteren herzens an meine zeit als völlig unbegabte, 10-jährige ballett-elfe. ich musste bei meiner ersten und letzten ballettaufführung im theater einen der sieben zwerge tanzen und mit einem mit-zwerg schneewitchen im spagat auf der schulter auf der bühne herumtragen. ich war ein sehr, sehr langer und sehr, sehr dünner zwerg. schneewittchen hingegen war ein doppelwhopper. ratzfatz rutschte sie mir von der schulter und krachte auf die bühne. meine dürre, biestige ballettlehrerin brüllte mich hinter der bühne an wie eine irre und danach hatte ich mit ballett abgeschlossen. manche traumata überwindet man nie. jedenfalls mussten wir gestern paarweise im kreis herumtanzen und ich war der mann und musste heidi durch die gegend schieben und dabei glücklich aussehen. das hat so gar nicht geklappt. hab mich mit heidi sogar in die wolle gekriegt. ich.hasse.salsa. und habe mit dem thema jetzt auch abgeschlossen.

heute war meine erste visite. die ärztin meinte, sie würde mich gerne 1 woche länger hier behalten und nachdem ich vor lauter schreck zunächst nein sagte, entschied ich mich kurze zeit später doch dafür. ich glaube, das wird mir gut tun.

heute war aber nicht nur mein erstes mal bogenschießen, sondern auch meine erste onkologische gesprächsrunde. ich wollte mich drumherum drücken, der arzt hier hat mich dazu aber „verdonnert“. die runde war überraschend gut, was sicher auch an dem sympathischen psychologen lag. die runde war aber hart. nicht nur, weil ich dann wider erwarten doch heulen musste wie ein wasserfall, als ich meine geschichte erzählen sollte. sondern vor allem deswegen, weil es so schmerzhaft war, die geschichte der anderen frauen zu hören. einigen geht es so beschissen, dass es einem den hals zuschnürt. krebs ist schrecklich. er reißt einen mitten aus dem leben, unerwartet und brutal. und dann findet man sich plötzlich in einer situation wieder, in der man ums überleben kämpft und darum ringt, irgendwie wieder ins leben zurückzufinden. seinen platz wieder einzunehmen. wieder froh zu werden. weiterzuleben. zu überleben.

am ende der sitzung fragte uns der psychologe, wie wir unsere stimmung auf einer skala von 0-100 einschätzen würden. diejenige aus der gruppe, die es am schlimmsten von allen getroffen hat, sagte lächelnd: „100 %“. das sind sie momente, die einen aus den schuhen hauen. hut ab vor allen, die diese und andere schwere erkrankungen durchstehen und ihre positive lebenseinstellung nicht verlieren. so bewusst wie heute war mir das noch nie.

Rehageflüster: Blas-Workshop

hey ihr lieben, habt ihr mich vermisst? ich bin in der reha angekommen und schon ganz schön fleißig seit heute morgen: mein tag begann mit dem weckerschrillen um 6.30 und einer einweisung ins bogenschießen. yepp. auf nüchternen magen. nach einer bescheidenen nacht. ich habe den arzt gestern und den bogen-therapeuten heute darauf hingewiesen, dass ich als bogenschießerin eine gefahr für die allgemeinheit darstelle. ich hatte das vor einigen jahren mal in einer ferienanlage probiert und wurde vom kursleiter gebeten, mir eine andere aktivität zu suchen, bevor jemand zu schaden komme. weder arzt noch therapeut wollten auf mich hören. so stand ich also in der früh mit einem damenbogen in der hand und einer lederschiene um den linken oberarm in der gymnastikhalle 1 und versuchte, den pfeil im bogen zu spannen und dabei den rechten ellenbogen nach unten und nicht senkrecht nach oben zu ziehen. ich hasse bogenschießen. sauanstrengend. gefährlich *nick*. wenn arzt und therapeut meinen, das sei gut für mich, werde ich aber ab montag im freien schießen und mal schauen, welche opferbilanz ich nach 3 wochen reha aufweisen kann. habe gesehen, dass es im park der reha zahlreiche, bunt-schimmernde fasane gibt. und nicht alle menschen, denen ich hier so begegne, sind nett.

gestern abend war ich singen. ich.war.singen. mehrstimmig und laut. und habe damit ein altes kindheitstrauma aufgearbeitet. ich habe in der schule so gerne gesungen. und durfte nicht. da mein musiklehrer meinen hochgereckten finger auf die frage „wer will das lied nun alleine singen?“ stets mit der feststellung beantwortete: „aha. ich sehe, offensichtlich keiner.“ und gestern war ich singen. und wie. ich habe sämtliche shalom-lieder gesungen, ein pippi-langstrumpf-lied, ein paar afrikanische lieder und ein sehr schönes irisches- segen-abschiedslied. dabei habe ich mir vorgestellt, wie mein mann, mein sohn + freundin und meine eltern mich am zug verabschieden und mit weißen tüchern winkend, aus voller brust, eben dieses liedchen singen 😆

heute mittag habe eine traumreise gemacht, bei der meine direkte nachbarin sofort einschlief wie ein baumstamm und wie ein seebär schnarchte. während ich mir also versuchte vorzustellen, wie bunte schmetterlinge aus den ästen des zauberbaums auf mich herabflogen, hatte ich, dank meiner nachbarin, die vision eines großen, alten, haarigen, seebärs, der unter dem zauberbaum lag. nach der traumreise fragte die kursleiterin: „na, ehrlich, wer hat die traumreise wach erlebt, von anfang bis ende?“ und was machte die schnarch-else neben mir? streckt den finger hoch und sagt laut und deutlich: „ich!“

„stimmt nicht, “ sagte ich, „man kann nicht gleichzeitig schnarchen und zauberbäume sehen.“ 

ich habe jetzt eine feindin hier.

was habe ich heute noch gemacht? ganz was feines. da ich heute früh beim lungenfunktionstest abkackte, musste ich im anschluss zu einem peak-flow-seminar, um in den nächsten 3 wochen meinen atemfluß zu messen. das ist so kompliziert, dass man hierfür ein einweisungsseminar besuchen muss. da saßen wir nun also, hörten gebannt der seminarleiterin zu und starrten angespannt auf das gerät in unseren händen. und was erzählte die junge dame uns voller überzeugung?

„in diesem seminar will ich ihnen zeigen, wie sie ihre blastechnik stabilisieren können und wie sie ihr qualitäten als bläserin optimieren können.“

wortwörtlich. und mehrfach wiederholt und ausreichend vertieft.

ich war die einzige, die lachen musste. mir lag so auf der zunge, zu fragen, ob mein mann nach meiner rückkehr ein ergebnisprotokoll meiner neuen fähigkeiten an die reha schicken darf. verzeiht mir, aber die situation war so komisch. ha ha ha, ich liebe sowas :mrgreen:

die klinik ist auf den ersten eindruck ganz nett. sylt war schöner. aber föhr hat auch seinen reiz. ist alles ruhiger hier und nicht so cool wie auf sylt. alles etwas kleiner, familiärer hier. aber auch das angebot in der reha ist kleiner. in sylt hatte ich etwa 4-7 anwendungen pro tag. hier sind es heute, an meinem ersten tag, nur 2. aber ich warte jetzt mal bis montag ab, und wenn es dann nicht mehr wird, kann ich ja immer noch mit dem arzt reden. die klinik hat jedoch eine kaum zu toppende lage: du gehst aus der tür ein paar schritte zu einem der schönsten strände, die ich je gesehen habe. watt. muschelstrand. amrum in spuckweite. abends geht die sonne unter und man sagt über diesen sonnenuntergang zu recht, er sei der schönste deutschlands. abends sieht man reiter über das watt preschen. und genau das werde ich nächste woche auch tun. jipiieeh.

leider ist der internetzugang hier kostenpflichtig und nicht gerade billig, daher werde ich nicht so häufig bloggen, wie ich ursprünglich dachte, aber schaut ruhig so alle 2-3 tage mal rein, gibt so einiges zu flüstern hier. hey, machts gut ihr alle, eure rehawolf

Das zweite Leben

ich komme gerade von einem fotoworkshop in köln zurück. vermutlich denkt ihr: was macht die katerwolf denn da alles? hat die den turbo eingeschaltet? hab ich *grins*. ich habe einfach das unbändige gefühl dinge nachholen zu müssen. zeit , dieses kostbare gut, zu nutzen für all die dinge, die ich in diesem leben noch machen will. und das sind nicht gerade wenige. vielleicht ist das ein typisches verhalten von menschen, die ihr leben, aus welchen gründen auch immer, zunächst für verloren hielten und es dann wiederbekommen haben. das zweite leben. nach dem dahintuckern im 1. gang letztes jahr, kommt nach und nach immer mehr energie zum vorschein, die ich dankbar annehme und umsetze. und dafür hab ich jetzt mal kräftig hochgeschaltet. natürlich achte ich dabei penibel darauf, was mein inneres warnsystem sagt und wenn es biep biep zentrale an katerwolf einen gang runterschalten quäkt, wird brav einen gang runtergeschaltet.

als ich letztes jahr, unmittelbar nach meiner diagnose, damit anfing in mich hineinzuhorchen und mich zu fragen, ob es in meinem leben irgendetwas gibt, das mir aus diesem finsteren tal heraushelfen könnte, irgendeine orientierung, einfach irgendetwas, blickte ich für eine weile entsetzt und beunruhigt auf eine uferlose leere in mir. das war keine schöne, wenn auch wichtige erfahrung. denn genau diese leere zwang mich darüber nachzudenken, wie ich diese leere wieder füllen, wie mein weiteres leben ausstatten wollte. es war ein wenig so, als würde man ein neues haus beziehen und durch die leeren räume wandern und sich fragen: „was kommt hier für ein sofa rein, welches bett nehme ich und welche bilder hänge ich auf?“ nun ja, das haus blieb eine weile leer. sehr leer. zunächst erschreckte mich das, nach einer weile änderte sich mein blickwinkel aber und ich empfand diesen umstand als positiv, als chance. wann hat man schon mal die gelegenheit, seinem leben eine neue richtig zu geben, eingefahrene gleise zu verlassen, neue prioritäten zu setzen? in der regel meist erst dann, wenn einen ein schweres schicksal trifft. eine schwere krankheit. verlust eines geliebten menschen.

ich stellte fest, dass mein lebenshaus in den vergangenen 15 jahren zu einem völlig überfüllten sammelsurium von dingen geworden war, die mich kaum noch atmen ließen. und ich stellte ebenfalls fest, dass viele dieser dinge, die ich einst aus notwendigkeit übernommen hatte, mittlerweile überfällig geworden waren und nun verstaubt herumstanden und platz wegnahmen. sich für einen flohmarkt anboten 😉

es ist sehr schwer, sein leben neu zu ordnen. meist fehlt einem der mut, die zeit, die inspiration, alles. man hat angst, seine umgebung, deren festgefügtes rädchen man ist, vor den kopf zu stoßen. also rattert man weiter im großen uhrwerk. aber für nahezu jeden kommt mindestens einmal im leben die zeit, in der man spürt, dass das eigene rädchen sich nur mühsam dreht, knarzt und knirscht. und insgeheim fängt man an im stillen zu überlegen, wie man das ändern könnte, wie man da wieder rauskommt.

vielleicht ist das eine der ganz wenigen positiven sachen an schweren krankheiten. man traut sich aus so einer situation heraus vielmehr, sein leben anzupacken, auszumisten und neu einzurichten. es wird von außen viel eher akzeptiert und toleriert. und in der regel ist man auch viel eher bereit, widerstand in kauf zu nehmen und die angst vor konsequenzen zu verlieren. wenn nicht jetzt, wann dann?

vielleicht erinnert ihr euch daran, wie ich letztes jahr über diese leere in mir schrieb. ich widerum erinnere mich an die tollen kommentare, die ihr dazu hinterlassen habt. sie alle gingen in die richtung: genieß die leere! das habe ich dann gemacht. noch im juni, als ich auf sylt in der reha war, saß ich so manche stunde in meinem strandkorb und rief schüchtern in mich hinein:

„harge?“ (okay, der war für insider. wer das nicht versteht, der möge sich bitte dieses hier ansehen 😉 )

ich erinnere mich sehr gut an den moment, als zum ersten mal jemand antwortete. ich bin regelrecht erschrocken. denn wer mir da antwortete, war niemand anderes als ich selbst. offenbar hatte ich jahre lang still einer ecke gesessen und mich nicht getraut zu sagen, dass ich da bin. so kanns gehen. in diesem augenblick aber stand ich auf und trat schüchtern aus dem schatten heraus. und wurde überrascht und überglücklich begrüßt. es war auch das einzige mal in meinem leben, dass ich mich völlig ernst und laut mit mir selbst unterhielt. ich saß im strandkorb, über dem meer ging die sonne unter und ich hielt mit mir selbst einen plausch wie mit der besten freundin, die man seit jahren nicht mehr gesehen hat. das war ein moment.

danach füllte sich der leere raum in mir nach und nach. als erstes hängte ich eine hängematte hinein. und in dieser baumelte ich und blinzelte dem neuen leben entgegen. danach füllte sich der raum nach und nach mit neuem und altem. ich weiß, dass als nächstes 3 alte leidenschaften hinzukamen: schreiben, reiten und fotografieren. wie die drei musketiere tauchten sie auf, schwenkten ihren hut und riefen: „madame, zu diensten!“

erst gestern, als ich lange, viel zu lange im zug saß (ich.hasse.die.deutsche.bahn), dachte ich darüber nach, dass ich mir drei beschäftigungen ausgesucht habe, die mir früher, zum teil sogar sehr viel früher zu einem zeitpunkt meines lebens, geholfen und freude geschenkt haben. vielleicht ist das so, dass man sich instinktiv daran orientiert, was einen irgendwann einmal glücklich gemacht hat. man begibt sich innerlich zurück an einen ort des glücks und findet so wieder die alte quelle wieder, die in einem sprudelt.

man, man, man, eigentlich wollte ich euch von dem fotoworkshop berichten, den ich gestern in köln gemacht habe. und jetzt habe ich über etwas ganz anderes geschrieben. der text floss einfach so aus mir raus. das musste wohl sein. und das mit dem fotoworkshop, ach, das kommt dann eben ein anderes mal.

habt einen schönen sonntag, eure katerwolf

Wiedereingliederung und danach

in meinen suchanfragen taucht das ziemlich oft auf: wiedereingliederung. und wiedereingliederung nach brustkrebs. deshalb möchte ich an dieser stelle etwas darüber schreiben. der zeitliche ablauf war bei mir folgendermaßen:

anfang januar diagnose und ende januar operation

anfang februar beginn der AHT (antihormontherapie) mit tamoxifen

mitte märz 1. zometainfusion

anfang april antrag auf reha über die sozialstation des krankenhauses, in dem ich operiert wurde

mitte april, nach der 1. nachsorge, aufstockung der AHT auf zusätzlich zoladex

ende april zusage meines rententrägers für eine reha auf sylt

mitte mai rückmeldung seitens der nordseeklinik sylt und terminvergabe für die reha:  15. juni bis 6. juli

in der reha gespräch über berufliche wiedereingliederung geführt und auf anraten des dortigen mitarbeiters entschieden, bereits 2 wochen nach beendigung der reha mit der beruflichen wiedereingliederung zu beginnen. in dem gespräch habe ich auch erfahren, dass man während der wiedereingliederung keinen urlaub nehmen darf, da man offiziell ja weiterhin krankgeschrieben ist 😦 . das fand ich blöd. deshalb der entschluss, eine schnelle wiedereingliederung durchzuführen und zwar im rahmen von 9 wochen. unter der prämisse, diese maßnahme zu verlängern, falls ich damit nicht klarkommen sollte. sowas geht.

wir einigten uns darauf, den antrag folgendermaßen zu stellen: 9 wochen insgesamt wiedereingliederung, die ersten 2 wochen 2 stunden täglich, dann 2 wochen lang 3 stunden, 2 wochen lang 4 stunden und dann 5 und anschließend 6 stunden. am 13. september sollte die wiedereingliederung vollständig abgeschlossen, und am 14. september der erste volle arbeitstag sein. ich habe ein vollzeitstelle.

genau so haben wir es auch gemacht. am 14. september war mein 1. „richtiger“ arbeitstag, vom 20. bis 24. september war ich 1 woche in urlaub und seit dem 27. wieder voll dabei.

und wie war das so? hm, ganz schön haarig so eine wiedereingliederung. ich war etwas über 6 monate aus dem job. wobei ich wirklich ganz draußen war. so eine diagnose bindet einen mental und emotional zu 100 %. entsprechend befremdlich fand ich es, wieder an meinem arbeitsplatz zu sein. ich habe eine leitende position. die ersten 4 wochen kam ich mir vor wie auf einem fremden planeten. unsicher. ängstlich. und mit dem kopf ganz weit weg. ich ließ mein telefon umgestellt, hospitierte mehr oder weniger bei meinen 2 assistentinnen und fragte mich insgeheim, wie ich jemals wieder eine abteilung leiten sollte. oh.mein.gott.

im grunde genommen hatte ich die ganze wiedereingliederung über dieses gefühl. wie durch einen nebel watete ich durch die gegend und fragte mich unentwegt: was mache ich hier eigentlich? oh gott, hoffentlich will keiner was von mir. das war schon sehr seltsam, zumal ich im job immer sehr viel einsatz, durchsetzungsvermögen und durchblick hatte. das war auf einmal weg. einfach weg. ich verzweifelte aber nicht, im gegenteil, ich ging die sache gelassen an. wenn ich müde war, ging ich einfach nach hause, schließlich war ich ja noch krankgeschrieben. meine vorgesetzten und enge kollegen waren in dieser phase großartig und nahmen viel rücksicht. was soviel heißt wie: sie ließen mich einfach absolut in ruhe.

und dann geschah etwas merkwürdiges. an meinem 1. „normalen“ arbeitstag lichtete sich dieser nebel, fast so, als hätte mir jemand einen vorhang vom kopf weggezogen. mit einem mal kehrte das selbstvertrauen zurück und der wunsch, die zügel wieder in die hand zu nehmen. in den ersten tagen ging einiges daneben, weil ich die vorgänge schlichtweg nicht mehr so „im griff “ hatte. egal, ich war zunächst einfach nur froh, dass die energie wieder da war. der urlaub nach 5 tagen kam zur rechten zeit. einfach nochmal eine kurze auszeit nehmen und das ganze sacken lassen. und seit ich aus dem urlaub zurück bin, klappt es prima. ich bin wieder da 🙂 und zwar mit neuem elan und neuer motivation und lust am arbeiten.

so ist das wohl, wenn man dem tod von der schippe springt. vieles relativiert sich und man lernt dinge schätzen, die man vorher nicht wertschätzte. es ist so unendlich viel besser, arbeiten zu können, als tod zu sein 😉

Kleine Alltagsgeschichten…

regnets bei euch auch bindfäden? aber immerhin ist es ein warmer sommerregen und kein kalter februarregen, so kann man sich regen schönreden 😉 und während ich hier in die tasten tippe, kommt von rechts schon blauer himmel 😆

gestern war ich das 1x alleine beim pferd. lola stand auf der weide. als ich dort ankam, war ich ganz froh, dass ihre besitzerin mitgekommen war, ich hätte lola sonst vermutlich nicht gefunden in der pferdeherde, hab sie ja erst 3x gesehen. haha, wäre sicher auch ein spaß gewesen, wenn ich das falsche pferd mitgenommen und geritten hätte 😆

ich bin mit ihr in die reithalle gegangen, da ich in ruhe testen wollte, wie es so ist mit ihr, alleine. und vor allem wie der gallopp funktioniert, den ich bislang noch nicht ausprobiert habe. das war schon witzig. ich auf einem pferd in der halle. ich glaube, das letzte mal ist jetzt über 20 jahre her. ich war erstaunt, wie gut das gestern geklappt hat. lola hat mir der himmel geschickt. sie ist brav, fleißig und kann alles. macht alles, was ichvon ihr will und das ohne murren. was für ein braves pferdchen. außerdem ist sie extrem goldig, habe mich richtig in sie verliebt. sie ist sehr neugierig. um die reithalle ist eine hohe bande und nur am ein- bzw. ausgang ist über der tür eine große sichtluke nach draußen auf den hof. die sichtluke ist allerdings so hoch angesetzt, dass ein pferd von lolas größe nicht einfach rausschauen kann. da draußen allerlei interessante geräusche vor sich gingen, schraubte lola jedesmal beim vorbeireiten ihren hals vorsichtig hoch und spähte mit riesigen augen raus. das mit dem „riesige augen machen“ scheint ihre spezialität zu sein, hat sie ja im gelände schon gemacht. als dann noch ein stallbursche mit einem ewig langen, gelben wasserschlauch in die halle kam und begann den boden zu sprengen, fielen ihr fast die augen aus dem kopf. echt süß. nach 2 stunden reiten und pferdkuscheln hatte ich auch nicht mehr das dringende bedürfnis schreiend in den wald zu rennen und fuhr deutlich entspannter nach hause zurück. schöne sache ist das mit dem reiten. ich bin stolz auf mich, dass ich mein in der reha gefasstes vorhaben so schnell in die tat umgesetzt habe.

joschi war gestern noch nicht mit, er war mit meinem sohn über nacht im elternhaus seiner freundin und kam gestern abend sehr zufrieden zurück. auch süß. sein ausflug scheint von erfolg gekrönt gewesen zu sein. wie ich gehört habe, wurde er dort von allen gehätschelt und bewundert. außerdem gibt es dort im garten einen teich mit fröschen. das ist eine sache ganz nach joschis geschmack. auf dem reiterhof waren gestern tonnenweise hunde. an der leine, ohne leine, angebunden, frei umherlaufend, alles vertreten. alles bellte durcheinander. ich habe auch schon den boss der truppe ausfindig gemacht: paul. paul ist ein deutscher terrier-mix und ganz offensichtlich der boss. tja, das wird dann munter werden mit joschi. ein zusammentreffen zweier machos und hoffentlich kein kampf der giganten. ich denke mal, die beiden müssen das untereinander klären und wir werden sehen, wer der stärkere ist. morgen nehme ich joschi mit.

was gibt es sonst noch? nicht viel. heute morgen war ich mit joschi spazieren und in unserer straße war gerade handwerker-eintreffen im gange. alle waren mächtig gut aufgelegt und wünschten mir einen schönen, guten morgen. einer rief mir sogar von hinten lautstark hinter: “ einen schönen, guten morgen, junge frau!“ ich liebe sowas, es geht doch nichts über nette menschen.

im büro habe ich heute morgen mal den versuchsballon „zeitlich begrenzte reduzierung meiner stelle auf 3/4“ steigen lassen. ich glaube, das klappt. ich möchte ab januar 2 jahre lang reduzieren, einfach mal, um es etwas langsamer angehen zu lassen. ich finde, das habe ich mir jetzt mal verdient.

und ich habe gestern meine erste mistel-injektion bekommen, tut gar nicht weh *erleichtert seufz*. ich denke aber mal, ich überlasse das gepieke 3x wöchentlich meinem mann. mir selbst die nadel in den bauch zu schieben, brrr, nö, das muss nicht sein.