Das Abenteuer ruft!

nächsten sonntag gehts los. 1 woche mit huskys durch finnland. ich bin ganz schön aufgeregt. 🙄 mein mann und ich haben schon oft darüber gesprochen, dass wir das gerne machen möchten, und als wir entdeckt haben, dass der reiseanbieter, mit dem wir im november durch indien gereist sind, eben dieses abenteuer im programm hat, haben wir nicht lange gezögert und gebucht. und jetzt steht dieses abenteuer vor der tür. und ich bin ganz schön aufgeregt. hab ich das schon mal gesagt? 😉

ich kann mir noch gar nicht so recht vorstellen, wie es sein wird: 1 woche lang, dick eingemummelt, hinten auf einem schlitten, vorneweg ein rudel wilder huskys, ringsherum weiße stille, und dann, abends, irgendwo in the middle of nowhere eine hütte, ohne strom und fließend wasser *flüster*, kaminfeuer, und essen kochen. was isst man eigentlich in finnland *grübel*. draußen hundegebell und stille. ich stelle es mir großartig vor. ich stelle mir vor, dass wir gutes wetter haben werden. also sonne, die auf schnee glitzert und tonnenweiße polarlichter. ich stelle mir vor, dass meine huskys, denn jeder hat sein eigenes gespann, für das er sorge trägt und das er selber „fährt“, lieb und brav sind. schmusehusyks. und nicht, wie ich allerorts gehört habe, unbändige, wilde bestien, die am stück durchgehen, so dass man vom schlitten fliegt und die man unter einsatz seines lebens von ihrer hütte zum anschirrplatz bringt *angst*. nein, ich werde kuschelhuskys haben *nick*

ein bisschen mulmig ist mir bei dem gedanken, irgendwo, von allen unbemerkt, vom schlitten zu fallen und keiner merkts. dann sitze ich mutterseelenallein mitten im schnee, schaue dem davonstürmendem schlitten hinterher und irgendwann, wenn die nacht sich senkt, und keiner mich gefunden hat, werde ich von wölfen gefressen. aber das wird natürlich nicht passieren. niemals.

aus unseren reiseunterlagen geht hervor, dass wir eine sehr kleine gruppe sind, insgesamt 3. und unser tourführer. das finde ich gut, dann wird man sich schnell einig, was die täglichen streckenkilometer angeht. ich freu mich. ich freu mich. ich freu mich *strahl*

3 Wochen Indien: Ankunft in Delhi

wahnsinn, nach 20 jahren wieder nach indien! als mein lieber mann im september den vorschlag machte, nach indien zu fahren, war ich zuerst überrascht und dann aus dem häuschen. zum einen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass ihn indien reizen würde und zum andern, weil sich in mir sofort die schatzkammer der wünsche öffnete. seit ich vor 20 jahren das erste mal in indien war, und vor 12 jahren das zweite mal, schlägt ein großer teil meines herzens definitiv in diesem wunderbaren land. und ich wollte immer mal wieder hin.

wir entschieden uns für eine gruppenreise. unsere erste überhaupt. bislang zählten wir uns immer zur gruppe der individualreisenden, mit hang zum abenteuer. aber man wird nicht jünger, und indien in form einer begleiteten reise zu erkunden, erschien uns als der bequemere weg. eine klassische studienreise indes schreckte uns ab, da wir befürchteten, uns in einer gruppe steinalter bildungsbürger zu tode zu langweilen. so fiel unsere wahl auf einen reiseanbieter, der vergleichsweise individuelle, von der altersstruktur her gemischte, gruppenreisen anbietet. es wird gewandert, geritten, geradelt, je nachdem, und man macht bekanntschaft mit land und vor allem leuten.

mein mann bekam im letzten moment noch etwas bauchweh, als er die liste der teilnehmer sah. 18 personen, davon 9 alleinreisende frauen. irgendwie keimte in ihm die angst, dass er 3 wochen mit ältlichen grundschullehrerinnen verbringen müsste, die ihn unentwegt belehren. so blickte er schon auf dem münchner flughafen suchend um sich. tatsächlich schien unsere abflughalle voller frauen, die haargenau in dieses muster zu passen schienen. ha ha 😆

der flug nach delhi ist gar nicht mal so lang. nach knapp 7 stunden standen wir am gepäckband und kurze zeit später rollten wir unsere reisetaschen in die ankunftshalle. müde und neugierig ob der gruppe, die wir gleich sehen würden. große erleichterung. wir fanden einen recht bunt gewürfelten haufen individueller zeitgenossen, die alle freundlich und sympathisch wirkten. und genauso aufgeregt wie wir. eine weitere positive überraschung war unser reiseleiter. sohan, ein einheimischer tour guide aus rajasthan, der uns in sehr gutem deutsch willkommen hieß. man spürte sofort, dass er humor hatte. so begrüßte er uns im bus mit den worten, die uns die ganze reise lang begleiten und bei laune halten sollten:

„liebe gäste, herzlich willkommen in indien. wir werden jetzt 3 wochen wie eine familie sein. in indien sagt man, wir werden eine kaste sein. ich bin seit 20 jahren reiseleiter. meine erfahrung hat mich gelehrt, dass es 3 arten von reisegruppen gibt: lustig, lästig, listig. wenn wir alle aus der lustigen kaste sind, werden wir viel spaß zusammen haben. wenn wir aus der lästigen oder listigen kaste sind, werden wir weniger spaß haben. sie können das entscheiden. ich bin aus der lustigen kaste. meine ganze familie ist aus der lustigen kaste. und wenn sie auch aus der lustigen kaste sind, habe ich viel bessere energie für diese 3 wochen.“

tatsächlich erwies sich unsere gruppe eindeutig als lustige kaste. und wir sollten auf unserer reise viele, viele reisegruppen treffen, die defintiv nicht aus der lustigen, sondern vielmehr aus der lästigen kaste stammten. aber dies war nur eine von vielen klugen und lustigen weisheiten, die sohan mit uns teilte und die mich hoffentlich auch hier, nach meiner rückkehr, noch eine weile durch den alltag begleiten werden und mir ein schmunzeln ins gesicht zaubern werden. denn ich werde spätestens ab morgen wieder viele, viele mitglieder der nicht-lustigen kaste treffen 😉

delhi. 10 minuten nach der abfahrt vom flughafen. erster blickkontakt aus dem busfenster. kulturschock.

 

was für ein chaos. wo kommen denn all die menschen her?

 

und tiere?!

 

 

völlig erschlagen saßen wir im bus und sahen fassungslos aus dem busfenster. ein absolut irrer verkehr aus autos, lastern, tuktuks, menschenmassen, karren mit vorgespannten ochsen, kamelen, pferden, eseln, überall tiere, kühe, ziegen, hunde, die mit einer mischung aus gelassenheit und pfiffigkeit kreuzungen überquerten, die ich mich erst ganz am ende der reise wagte zu überqueren. und auch dann mit der ungewissheit, die gegenüberliegende seite lebend zu erreichen. das thema verkehr und straßenszenen ist in indien so beherrschend und faszinierend und überaus lustig, dass ich in den nächsten tagen einen eigenen bericht darüber verfassen werde.

ach ja, das hier ist übrigens ein tuktuk:

 

und über allem: ein hupkonzert, das weltweit seinesgleichen sucht. jeder hupt. alles hupt. immer und zu jeder zeit. blow horn steht hinten auf allen lastern und den meisten anderen vehikeln.

 

die hupe ersetzt den blinker, die ampeln und den rest der verkehrszeichen. dieser völlig irre lärm macht einen zunächst wahnsinnig, später, wenn man sich an ihn gewöhnt hat, wird er einem vertraut, und jetzt, wo ich wieder zuhause bin, vermisse ich ihn. mein gott, ist das still hier. und so leer. wo sind denn alle hin? gab es, während ich weg war, etwa einen atomaren angriff, und ich habe nichts davon mitbekommen? ich glaube, ich habe einen kulturschock.

zurück nach delhi. ungeachtet unserer müdigkeit und hochgradigen verwirrung tauchten wir gleich nach unserer ankunft bis spät in den abend in das pulsierende gewühl delhis ein, ließen uns reinfallen und wurden im laufe der nächsten wochen teil davon. teil dieses mächtigen herzschlags. wir sahen gleich am ersten tag die pracht neu delhis, das chaos alt delhis, die neusten und teuersten autos auf der straße und die ärmsten der armen auf den bürgersteigen leben und schlafen. wir sahen hochzeiten mitten in diesem gewühl. überhaupt sahen wir unglaublich viele hochzeiten, was daran lag, dass wir indien in einer zeit bereisten, in denen die hochzeitssterne so günstig standen wie lange nicht mehr. in indien wird streng nach astrologischen gesichtspunkten geheiratet. die straßen waren voller bunter hochzeitspaare, schneeweißer, bunt geschmückter hochzeitspferde und tanzender hochzeitsgesellschaften.

das kann man sich in etwa so vorstellen:

 

 

 

bevor wir am ersten tag alle völlig erledigt ins bett fielen, entführte uns unser reiseleiter sohan noch in einen tempel. in einen sikh-tempel, genauer gesagt. dort fand gerade die allabendliche religiöse zeremonie statt. was für ein fest! wir liefen staunend umher wie die kleinen kinder vor dem weihnachtsbaum. bunte menschenscharen überall, pilger, reiche, arme, kinder, alte. ich sah einen mann im tempel in traditionellem gewand, mit mächtigem turban und einem säbel, der in seinem Iphone surfte. und ich warf einen blick in die tempelküche, in der allabendlich in riesigen behältern essen für die armen gekocht und ausgeteilt wird.

 

 

 

und das alles am 1. tag, wahnsinn! dieser erste tag weckte lust auf mehr. weckte erwartungen. und ich kann euch sagen: all dies wurde in den kommenden 3 wochen erfüllt. indien ist wunderbar. mehr davon. mehr.

Zurück aus Indien

copyright katerwolf

gestern abend aus delhi eingeflogen, noch ziemlich von der rolle und dank zeitumstellung seit 4 uhr morgens am herumspuken, melde ich mich zurück. begeistert, mächtig zufrieden, mit 1001 eindrücken angefüllt und ebenso vielen fotos auf der speicherkarte. dafür ohne koffer, die vermutlich auf dem umsteigeflughafen münchen in verzug geraten sind und hoffentlich heute nachgeliefert werden. daumen drücken!

was für eine schöne reise das war. so wunder-, wunderschön.

ich möchte euch gerne auf meinem blog mit auf die reise nehmen und lade euch ein, jetzt, wo es hier bei uns winterlich wird, eine weile mit mir in die ferne zu schweifen. zu staunen, sich zu freuen und in die bunte und faszinierende vielfalt rajasthans einzutauchen. ich freue mich schon auf eure kommentare! bis später, eure katerwolf 🙂

Indien: Triffst du den Falschen

unser reise-countdown läuft, in 6 tagen sitzen wir im flieger, der uns nach delhi bringt. danach tauchen wir 3 wochen in die welt rajasthans ein. wir werden in einem kleinen reisebus sitzen, mit rikshas unterwegs sein, 3 tage auf dem kamelrücken die wüste thar durchschreiten und uns das eine oder andere ziel erwandern. wir haben uns den reiseveranstalter sehr gezielt ausgesucht, denn zum einen wollen wir möglichst viel über indien erfahren, zum andern aber soll auch ein bisschen abenteuer dabei sein. eine klassische studienreise erschien uns zu öd, da man überwiegend im bus sitzt, und auf eigene faust ist indien, wenn man eine rundreise macht, doch ziemlich anstrengend. in südafrika geht das prima. aber in indien ist das eher anstrengend. wenn man nicht mehr in den 20ern ist und einen rucksack auf dem rücken mit sich herumschleppt, so wie ich in meinen früheren zeiten 😉 . unser reiseveranstalter, mit dem wir schon seit jahren liebäugeln, verspricht eine gute mischung aus beidem. man reist in einer geführten gruppe, sieht natürlich die wichtigen sehenswürdigkeiten, verlässt aber auch die eingelaufenen touristenpfade und wandert in die dörfer im hinterland und übernachtet mit kamelen auch mal 3 tage im zelt. die kamele bleiben hoffentlich draußen 😉

wir haben alles wesentliche vobereitet und sind gerüstet. reisepässe mit visa sind da, reiseunterlagen auch. wir haben uns durchimpfen lassen, die reiseapotheke, die überwiegend aus durchfallhemmern besteht, ist auch eingepackt, und ein paar zweckmäßige kleidungsstücke haben wir auch erstanden. sogar die neuen wanderschuhe sind eingelaufen. ich schreibe heute noch eine packliste. das hat sich, seit ich dank tamoxifen so schusselig geworden bin, bewährt.

bleibt nun die vorfreude und das steigende reisefieber. und ein leichtes unbehagen, das meinen lieben mann seit gestern beschlichen hat. dank wolfgang. wolfgang und uschi, ein ehepaar, das wir gestern zufällig getroffen haben, ist vorgestern frisch aus rajasthan zurückgekehrt. als wir das hörten, haben wir uns gleich hochmotiviert auf sie gestürzt um sie auszufragen. uff, das hätten wir lieber gelassen. während uschi nur vor sich hinkicherte, ließ wolfgang eine geballte ladung vom stapel. und wolfgang fand indien scheiße. so richtig, richtig scheiße. was er uns wie ein wasserfall erzählte. indien ist dreckig, überall elend, an jeder ecke irgendwelche paläste und tempel, er hat in 3 wochen mehr moscheen gesehen als in seinem ganzen bisherigen, langen leben kirchen. und dann dieses grässliche essen. morgens linsen, mittags linsen, abend linsen. sie saßen nur im bus, stundenlang. und hatten von dem grässlichen essen gigantische blähungen. man stelle sich mal vor, ein ganzer reisebus voller menschen mit blähungen. alle hatten durchfall, gegen den wasser noch dünnflüssig sei. er war gar nicht mehr zu bremsen, der wolfgang. das musste wohl alles aus ihm raus.

während er vor sich hinschimpfte und uschi vor sich hinkicherte, sah ich, wie mein mann zusehends unsicherer wurde. na toll, danke wolfgang. kaum waren wir zuhause angekommen, eröffnete mir mein mann, er habe angst, in indien zu verhungern. als nicht fleischesser befürchte er, er müsse nun 3 wochen von linsen leben. außerdem gebe ihm die liste der reiseteilnehmer, die kürzlich hier eintraf, zu denken. laut liste sind von den 18 teilnehmern 10 singles, davon 9 frauen. nun hat er angst, dass das alles ältere, alleinstehende grundschullehrerinnen seien, die ihn ununterbrochen zuquatschen. süß.

seine nicht ausgesprochene vision: 9 ältere, single-grundschullehrerinnen, die ihn den ganzen tag lang belehren. von den 4 reisenden männern 4 wolfgangs. den ganzen tag lang linsen. ein bus voller pupsender grundschullehrerinnen. und überall moscheen.

nachdem wir heute morgen ausgiebig die küche rajasthans gegoogelt haben, ist er etwas ruhiger geworden und freut sich nun doch wieder. von anderen reisen her weiß ich ja, dass in ihm ein abenteurerherz steckt. ich bin schon soooo gespannt auf die reise und freue mich sehr, sehr, sehr. noch 6 x schlafen 😆

Sie sind da!

nein, nicht die russen. auch nicht die außerirdischen. oder die ganze verwandtschaft 😉

unsere pässe sind da. und in den pässen ist etwas ganz besonderes: unser visum für indien *jubel*

hab die ganze zeit hier stillgehalten, weil ich abergläubisch bin und dachte, solange die pässe mit visum nicht hier auf unserem tisch liegen, kommt kein pieps über meine lippen. und unsere pässe samt visum waren eben mal beeindruckend lange unterwegs. zunächst 4 wochen in der botschaft in frankfurt (laut website: „bearbeitungszeit beträgt 72 stunden“ *kicher*) und dann fast eine woche per einschreiben irgendwo in deutschland. wobei wir bis zuletzt nicht wussten, ob beide pässe oder aber nur der meines mannes unterwegs war. das konnten die uns in der botschaft nicht genau sagen. genausowenig wie die post uns sagen konnte, wo genau die pässe denn nun seien. erst ein nachforschungsantrag brachte den entscheidenden impuls: am nächsten tag lag die benachrichtigung in unserem briefkasten. und ein postbote hat vermutlich den frack voll gekriegt.

heute habe ich sie abgeholt. auf der hauptpost. 35 minuten habe ich angestanden, weil nur 2 schalter für geschätze 100 kunden besetzt waren. 100 trödelige kunden. 100 megasuperdupertrödelige kunden. alle vor mir in der schlange. aber dann war ich endlich dran. und riss noch am schalter den umschlag auf. schaute hinein, sah 2 pässe. holte sie raus und blätterte sie auf. sah in jedem ein visum. ich riss beide fäuste in siegerpose in die luft und brüllte ganz laut: YES!

okay, mag vielleicht etwas theatralisch gewesen sein. aber nach 5 wochen wartezeit, ungewissheit und mehreren fast-nervenzusammenbrüchen wegen hotline-dauerwarteschleifen, unbeantworteten e-mails und nachrichtern auf anrufbeantwortern, war das angemessen.

und jetzt kann ich es euch auch endlich erzählen: wir fliegen in 2 wochen nach indien. für 3 wochen. nach rajasthan. ist das nicht obersupermegageil? ich bin eine sehr, sehr glückliche katerwolf, für die ein traum wahr wird 😆

 

Adios muchachos!

katerwolf goes southafrica.

nicht für immer, aber ab morgen für 3 wochen.

ich freue mich schon seeeeehr, muss morgen noch packen und nachmittags gehts los. das heißt aber auch 3 wochen blogpause, es ei denn, irgendwo steht mal ein PC rum und will gebloggt werden. mal sehen!

macht es gut ihr lieben, passt auf euch auf, prügelt euch nicht in supermärkten herum und um es mit den worten des hundeflüsterers zu sagen:

„bleiben sie mir gewogen!“

3-Mädeltour durch Südostasien

muss ich ja dann doch noch auch loswerden 😉

wie gestern erzählt, hatte mich südostasien ausreichend fasziniert, dass ich im nächsten jahr wieder hinfahren wollte, ja, musste. da die beziehung zu frank aus vielerlei gründen kurz nach unserem gemeinsamen trip zerbrach, beschloss ich, mit den 2 mädels aus meiner WG zu fahren. wieder 3 monate, in den semsterferien. nina ist meine uraltfreundin, mit der ich gemeinsam zum studium nach berlin zog, genauso reiselustig und -erprobt wie ich. moni weder noch. sie wollte aber unbedingt mit. moni flog schon 1 woche vor uns hin und wir wollten uns in bangkok treffen. und tatsächlich, wir fanden moni dann auch, allerdings 3 tage später, sie hatte sich im asiatischen großstadtdschungel ordentlich verfranzt. wir hatten große pläne, wollten über malaysia, sumatra und java bis nach bali und wieder zurück, diverse vulkane besteigen und vieles mehr.

moni verloren wir gleich nach 2 wochen auf einer wanderung um einen großen see auf der wilden insel toba in sumatra. lake toba war damals ein finsteres pflaster und bekannt für schwarze magie. so wurde es uns jedenfalls von anderen reisenden erzählt. wenn man die insel erwandert, begegnet man auch ausreichend finsteren gestalten. moni steigerte sich dermaßen rein, dass sie von jedem, der uns über den weg lief, verhext würde, dass sie kurzentschlossen am nächsten tag wieder nach thailand zurückfuhr und uns auf der insel koh samui erwarten würde. in 2 1/2 monaten. wir trafen moni auch tatsächlich dort an, gesund und munter und bekannt wie ein bunter hund. sie hatte ihre leidenschaft für thailänder entdeckt und mindestens 5 von ihnen in der zeit das herz gebrochen.

nina und ich blieben auf der geplanten route und verloren sie auch nicht. dafür irgendwie andauernd unser herz 😉

zunächst ich auf java, in yogyakarta, an einen bezaubernden javanesischen batikkünstler, der mir zunächst die kunst der batikmalerei beibrachte und mir anschließend sein großes, wunderbares java-herz schenkte, das ich 3 wochen später, als wir weiterfuhren, leider wieder brach. ich verliebte mich auf der reise dann nicht mehr. ganz im gegenteil zu nina, die sich dauernd verliebte. überall und dauernd. unser briefkasten quoll nach unserer heimkehr förmlich über vor liebesbriefen. nina schmachtete lesend und ich sammelte bunte briefmarken. ich verliebte mich unter anderem auch deshalb nicht, weil sich mein magen-darm-trakt verabschiedete. ich hatte sage und schreibe 3 wochen lang verstopfung. nichts half. die ganze nachbarschaft unseres kleinen hotels litt mit. wenn ich die straße entlangging, kamen die menschen aus den häusern und fragten mich mit mitleidsmienen:

„sudha?“ was soviel heißt wie: „hast du schon?“

„belum“ antwortete ich, „noch nicht.“ worauf jedesmal ein raunen durch die menge ging. in meiner letzten verzweiflung schleppte ich mich zum heimischen markt und kommunizierte mit händen und füßen und mithilfe meines wörterbuchs mein problem. im wörterbuch stand das wort für durchfall, es hieß berak berak. verstopfung gab es nicht. also bastelte ich mir den satz zusammen: „saya tidak berak berak“ was soviel heißen sollte wie: „ich kann nicht durchfall.“

kaum hatte ich den satz von mir gegeben, ging ein raunen durch die menge und eine eifrige diskussion brach los. am ende verließ ich die markthalle  mit einer riesigen tüte voller wurzeln und kräuter, die ich mehrere stunden lang kochen und dann den sud trinken sollte. die hotelküche ließ sich mitfühlend für diese prozedur breitschlagen. was zur folge hatte, dass das ganze hotel mehrere stunden lang nach verwesung roch. verzweifelt trank ich den sud und wartete. und siehe da, nach etwa 1 stunde ging es los. und wie. ich blockiete die hoteltoilette (es gab nur 1) bis zum abend und danach wollte niemand mehr drauf. vermutlich wochen lang nicht mehr. frei und glücklich wie ein schmetterling ging ich abends in die stadt und als ich unsere kleine straße entlangging und die frohe botschaft kundtat, klatschten die nachbarn glücklich in die hände. javanesen sind unglaublich liebe menschen. sie haben mich sicher lange nicht vergessen 😉

es war ene tolle reise, vor allem, nachdem meine verstopfung behoben war 😉 und wir erlebten noch so manches wunderbare abenteuer. moni wollte nach der reise irgendwie nicht mehr mit uns befreundet sein, aber nina und ich sind es heute noch. und wir teilen so geren die gemeinsame erinnerung an diese reise.

6 Monate in Indien: Die Geschichte einer großen Liebe

ein paar geschichten aus meiner zeit in indien habe ich noch…

ich denke heute noch darüber nach, was mich dazu bewogen hat, 6 monate am gleichen ort zu bleiben, in rishikesh, anstatt, wie geplant, das land zu bereisen. vermutlich ist die antwort darauf gar nicht schwer. denn gleich an meinem ersten tag in rishikesh traf ich dort einen menschen, der es mir unmöglich machte, diesen ort zu verlassen. verrückt, ich weiß. aber so ist sie, die liebe. sie schlug in mich ein wie der blitz und fesselte mich mit einer intensität, die ich so vorher noch nicht erlebt hatte. und so wurde aus meiner geplanten pilgerreise zur quelle des ganges eine reise zu meiner inneren quelle, nennt es schicksal!

ich habe die geschichte noch nicht oft erzählt, vielleicht 3, 4 mal, habe sie immer gehütet wie ein geheimnis, aber manche geheimnisse sind dazu da, sie zu lüften, anstatt sie mit ins grab zu nehmen. vor allem geschichten von der großen liebe 😆

kurz vor meiner abreise nach indien habe ich meinen damaligen freund und späteren ehemann, mittlerweile ex-ehemann, kennengelernt. die beziehung war noch nicht weit fortgeschritten, so dass mein entschluss, die reise anzutreten, nicht in frage stand. wir sagten uns tschüss und zumindest mir war nicht klar, ob wir uns wiedersehen. das abenteuer rief mich! ich war zu dieser zeit schon lange intensiv mit indien, seiner philopsophie, religion, musik, kultur und geographie verbandelt. ich studierte ethnologie, religionsgeschichte und südasienkunde. seit vielen jahren praktizierte ich yoga und ließ mich nur zu gerne zu veranstaltungen locken, bei denen ferne, buddhistische mönche sprachen und den blick auf etwas öffneten, das mir gleichermaßen geheinnisvoll wie erstrebenswert erschien. indien hatte schon immer, seit meiner jugend, einen reiz auf mich ausgeübt. ich war immer auch bodenständig, lebte mein leben in vollen zügen aus und ging für mein leben gerne aus und schlug mir die nächte um die ohren, aber dennoch, irgendwo im fernen himalaya bimmelte ein kleines glöckchen, das ich nicht überhören konnte. irgendwann stand für mich fest: ich musste dahin.

ein paar tage vor meiner abreise hatte ich einen traum, der mich völlig durcheinanderwirbelte: ich stand in einer wüstenlandschaft, alleine. plötzlich hörte ich in der ferne das donnern von hufen und sah eine sich rasch nähernde sandwolke auf mich zurasen, die ich beim näherkommen als 7 reiter erkannte. sie waren in weiße gewänder gehüllt, ihre gesichter hinter einem tuch verborgen. abrupt blieben sie vor mir stehen. ich war sehr aufgeregt und hatte auch angst und bat sie, sich mir zu zeigen. der mittlere reiter enthüllte daraufhin sein gesicht und zum vorschein kam ein markantes, dunkles antlitz mit einem schwarzen bart und dichten, schwarzen haaren. die dunklen augen glühten wie kohlen. das bild war so stark, dass ich davon völlig verwirrt und erregt aufwachte. es ließ mich nicht mehr los.

warum ich das erzähle? deshalb: an meinem 1. tag in rishikesh ließ ich mich durch die gassen treiben, tauchte in das bunte leben auf der straße ein und setzte mich schließlich zur rast auf eine kleine mauer an der straße. ich ließ meinen blick über den ganges schweifen, als mich mit einemmal eine intensive unruhe ergriff, ich wurde immer nervöser. aus der menge tauchte ein mann auf, der sich dicht neben mich stellte und auf mich heruntersah. ich sah zunächst nur seine weiße kleidung, die auf einen heiligen mann schließen ließ. in rishikesh lief jeder 2. so herum, das ist dort ein gewohntes straßenbild. dann aber blickte ich hoch und sah: den mann aus meinem traum.

jaja, die spinnt, denkt ihr jetzt, klassischer fall von spiritueller verblendung. aber es war so. er sah genauso aus, wie der mann aus meinem traum. ich starrte ihn an wie eine erscheinung und war völlig fassungslos. wie eine debile irre stotterte ich: „this can´t be true. you look like someone, I know from a dream.“ I know„, sagte er einfach, streckte mir seine hand hin, nahm meine hand und nahm mich gleich ganz mit. während ich hinter ihm hertappte, dachte ich: „ich hab nen totalen knall. jetzt bin ich 1 tag in indien und latsche im dunkeln einem völlig fremden hinterher, von dem ich auch noch glaube, dass er mir vorher erschienen ist. wenn DAS meine eltern wüssten.“ trotzdem ging ich weiter. er hatte im ort einen kleinen ashram und dorthin gingen wir. er kochte tee, wir setzten uns auf eine matte und fingen an zu reden. wir redeten die ganze nacht. danach war klar, dass ich nicht zur ganges-quelle pilgern würde. außerdem war klar, dass ich vollständig und unerklärlich mein herz verloren hatte. so etwas war mir in dieser form noch nie passiert. so verlor ich also an meinem 1. tag in indien mein herz und gewann es in den nächsten 6 monaten wieder zurück, gereinigt und glücklich und voller wunder.

ich verbrachte die zeit in rishikesh auf vielfältige weise. ich machte eine ausbildung zur yogalehrerin, lernte sitar und tabla und klassischen indischen gesang, machte ausflüge in die nähere umgebung, verbrachte viel zeit im großen shivananda-ashram, suchte in mir nach allem, was mir wichtig erschien und fand vieles davon auch. ich lernte die unterschiedlichsten menschen kennen, touristen, einheimische, heilige. ich saß stunden am gangesufer und ließ meine gedanken mit der strömung treiben.

und ich liebte balkrishnan. er hatte viel zu tun in seinem ashram, ich verbrachte aber täglich einige stunden bei ihm und manchmal saß ich einfach nur auf der kleinen bank in seinem sonnigen hof und fühlte mich 100 % wohl. noch nie zuvor und auch nur wenige male seitdem hatte ich dieses gefühl, zur richtigen zeit am richtigen ort zu sein, mit dem richtigen menschen. ein wunderbares gefühl. ich ließ mich fallen und fiel in den kelch einer lotusblume und dort lag ich, sonnenbeschienen und dachte: “ so ist das paradies.“

hört sich jetzt saukitschig an, ich weiß, ist mir aber egal, es war so und punkt.

es war eine wunderbare zeit, eine der schönsten in meinem leben, eines der wunder meines lebens. wir schmiedeten pläne. ich schmiedete pläne. davon, dass ich wiederkommen und mit ihm den ashram weiterführen würde. er als meditationsmeister, ich als yogalehrerin. ich sah uns im geiste im hohen alter glücklich und zufrieden auf dem sonnigen bänkchen im hof sitzen, ich spielte sitar, sang, vögel ließen sich zu unseren füßen nieder und die welt erstrahlte in ihrem glanz 😆

er war klüger. und sagte mir, dass ich wieder nach hause und in mein normales leben zurückkehren würde und wir uns vermutlich nie mehr wiedersehen würden. das erschien mir unfassbar und ich reagierte entrüstet darauf. er schwieg und genoss die zeit mit mir. zeit, die ich einfach völlig vergaß, so weit, dass ich eines morgens auf der suche nach meinem pass mein flugticket in den händen hielt und bei der gelegenheit feststellte, dass am gleichen abend mein rückflug sein sollte. ich brach in panik aus, war völlig verzweifelt und wollte nicht weg. wieder war er klüger und redete mir zu und brachte mich zum busbahnhof. während ich in totaler aufruhr im bus saß, kam er noch einmal zu mir und flüstert mir ins ohr: „don´t worry. everything will be ok.“ dann fuhr der bus los. und ich in mein normales leben zurück. denn es kam, wie er sagte. anstatt, wie geplant, alles in deutschland aufzulösen und nach indien zurückzukehren, wartete mein freund auf mich am flughafen. ich hatte ihn fast völlig vergessen. er wartete auf mich und schwor mir seine ewige liebe und nach ein paar wochen war ich davon überzeugt, ihn doch auch zu lieben und indien rückte langsam aber sicher in weite ferne. mein mut war, auf heimischen boden zurückgekehrt, auf erbsengröße geschrumpft. ich blieb und wurde sehr schnell schwanger und wir heiraten. hört sich jetzt nach einem happy end an, oder? war es aber leider nicht. vielmehr entpuppte sich mein mann als partysüchtiger, arbeitsscheuer wirrkopf, der mich mit der gefühlten gesamten weiblichen bevölkerung berlins betrog und mich schließlich, nach 7 jahren, mit kind sitzen ließ. vom himmel in die hölle.

aber so ist das leben. himmel, hölle, himmel, hölle, himmel….ich war seitdem noch ein paarmal im himmel und auch ein paarmal in der hölle. dennoch sind es solche wunderbaren erlebnisse, die das polster des glücks im stürmischen auf und ab des lebens bilden. ruhekissen, auf die man immer wieder zurücksinken kann und sich einfach mal darin badet. das leben ist schön 😆