Bericht aus der Reha: vorläufig letzte Lästerstunde

jaaaa, denn morgen fahre ich nach hause. also schnell noch ein paar lästerwürdige news aus der reha 😉

gunter sachs ist am wochenende angereist. sieht zumindest aus wie gunter sachs. ein playboy erster güte. steinalt. lässig lange graue haare. verwaschene jeans. weißes hemd. coole lederweste drüber. megasupercoole sonnenbrille – immer, auch abends. nennen wir ihn bandscheiben-gunter. schlurft mit wolfsblick über das gelände und macht den denver-clan wuschig.

dann gibt es hier seit paar tagen den club der lustigen witwen. auch steinalt. superlustig drauf. sind schon das 7. mal zusammen hier. kennen sämtliche verbotenen schleichwege, über die man die klinik auch nach der sperrzeit um 23 uhr betreten kann, inklusive akut-krankenhaus-katakomben. das ist gut zu wissen, denn die sperrzeit hier ist strikt. letztes jahr sind wohl 2 nach hause geschickt worden, weil sie versucht haben nach mitternacht in ziemlich alkoholisiertem zustand über die feuerleiter in die klinik zu kommen :mrgreen: jedenfalls sind die witwen klasse. mit allen wassern gewaschen und kennen unglaublich viele, versaute witze.

dann habe ich gestern zu vorgerückter stunde noch einen anderen club entdeckt: den club der armen socken. sind so die ganz ganz armen socken der reha. sehen aber so aus, als hätten sie auch spaß.

hannelore und massai sind nun zusammen verschollen. wo die wohl stecken? tstststs.

ansonsten hatte ich ein tolles wochenende. was WAR das für ein schönes wochenende. am freitag mit schatziputzi nach list geradelt und zurück und abends in der heiß empfohlenen strumhaube zu abend gegessen. tolles lokal. super essen. lässiger ort. danach auf dem rückweg noch bei wonnemeier eingekehrt, meine reha-clique vollzählig angetroffen und gemeinsam am strand bei einem super leckeren caipi einen sensationellen sonnenuntergang genossen.

am samstag endlich endlich endlich der heiß ersehnte ausritt durchs watt. WOOOOWWWWWW. das war so toll, ich bin immer noch ganz aus dem häuschen. hat einfach nur spaß gemacht, so im vollen galopp über das watt zu brettern. es lebe das hottehü!

abends dann mit der clique im strandhaus fußball gesehen und anschließend einen sehr lustigen abend verbracht mit gemeinsamen ablästern. unter anderem erfahren, dass einige brustkrebs-mädels zum spaß die perücken tauschen um ihre tischnachbarn zu verwirren *lach* man bekommt mit der zeit echt galgenhumor.

gestern dann noch schnell einen brunch in der sansibar, einfach nur um mal da gewesen zu sein. sylt ist echt eine insel der coolen locations. ich komme sicher wieder.

jetzt geh ich mal was futtern und später stell ich noch paar fotos ein, die ich hier gemacht habe. bis gleich….

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Bericht aus der Reha: endlich reiten!

*juhuuuuuuuu* ich war gestern endlich reiten. und es war total schön 😆 ich muss schon sagen, dass ich gestern vormittag dann doch fracksausen hatte. 10 jahre nicht mehr geritten, von dem normandie-reitdesaster im mai abgesehen, da geht einem doch die muffe 😉

ich hatte ja ursprünglich vor, ins gelände auszureiten. ein geländeritt hier umfasst 2 stunden, 15 km und 10 galloppstrecken. nachdem ich erzählte, dass ich hier in der reha bin und was so mit mir los ist, einigten wir uns darauf, dass ich erstmal mit 1-2 reitstunden auf dem platz einsteigen soll. einfach mal um zu schauen, wie der stand der dinge so ist. vor allem, wie es mit meiner kondition aussieht. denn das war ja der knackpunkt in der normanide, als mir nach 3 galloppsprüngen die puste ausging, ich mich daraufhin völlig verkrampfte und mir im becken irgendein band anriss.

insofern war ich vor der gestrigen reitstunde, meine 1. nach 30 jahren, dann doch ziemlich aufgeregt.

„das ist lobster,“ stellte mir der stallbesitzer und reitlehrer mein pferd vor. einen sehr stattlichen, schönen holsteiner. ganz schön groß, diese holsteiner, dachte ich mir so. und los gings auf den platz. wir waren eine gruppe von 6 reitern: 1 gute reiterin vorneweg, dann ich, 2 kleine mädels, 1 blutige anfängerin und ein 92-jähriger!!! ehemaliger kavallerieoffizier.

in der mitte herr eiche, unser reitlehrer. so nenne ich ihn, weil er aussieht wie eine eiche. ein nordfriese, wie man ihn sich vorstellt. kräftig, knorrig, blaue augen, käppi auf dem kopf, wortkarg aber in seiner brust schlägt eindeutig ein großes herz. er war während der stunde irgendwie total lieb mit mir. hat mich einfach nur motiviert. und während ich so vor mich hintrabte, trottete und sogar 3x galloppierte, breitete sich in mir ein großes glücksgefühl aus, wie eine welle. und auf einmal hatte ich wasser in den augen, vor lauter glück. tja, das ist mir auch schon sehr lange nicht mehr passiert.

ich gehe heute  nochmal reiten und nächste woche wage ich mich dann ins gelände. la vie est belle.