Zurück aus Ungarn

es waren ja nur 4 tage, aber mir kommt es vor, als wären wir in wirklichkeit viel länger in ungarn gewesen. um es kurz zu machen: es war schön. ein wenig anstrengend, vor allem der flughafenstreik nach unserer ankunft am späten abend in frankfurt und das 2-stündige warten auf unser gepäck. liebe streikende, ich kann euch ja so gut verstehen, aber es ist echt scheiße, reisende, die nichts dafür können, spät abends 2 stunden auf ihre koffer warten zu lassen. vor allem, wenn sie gesundheitlich nicht belastbar sind oder babys dabei haben, die hunger haben.

aber es war schön. schön, zu sehen, dass es dem nachwuchs, der in ungarn studiert, gut geht. der sohn lernt fleißig und studiert begeistert und erfolgreich medizin. er und seine freundin haben sich seit september 2010 gut in pécs eingelebt, kommen gut zurecht und genießen ihr leben. das ist einfach schön zu sehen und beruhigend ist es auch 😆

wir waren gefühlte 30x in 3 tagen zusammen essen, haben neue schuhe gekauft, einen neuen schreibtischstuhl und ich habe meinem sohn löcher in den leib geschaut, auf vorrat sozusagen, da ich ihn erst in 4 monaten wieder sehen werde.

wir waren freitag, samstag und sonntag in pécs. da unser flieger am montag erst um 18 ging, sind wir schon morgens nach budapest zurückgefahren und haben uns noch ein bisschen diese beeindruckende stadt angeschaut.

ich habe euch ein paar schöne fotos mitgebracht, seht selbst:

 

pécs in westungarn. eine wunderbare, alte stadt mit sehr viel flair und leben auf der straße. und den steilsten straßen der welt. wenn man die gassen hinauffährt, rechnet man damit, jeden moment samt wagen hintenüber zu kippen.

 

 

 

und was ist das? das ist romantik pur. verliebte aus aller welt können hier ihre gravierten liebes-schlösser anbringen. mann und sohn fanden es kitschig. ich und freundin waren beleidigt deswegen.

 

budapest. budapest ist prachtvoll, beeindruckend und herrschaftlich, tolle stadt!

die burg im stadtteil buda

 

 

 

ein blick über die donau nach pest, aufs parlament

 

und ein blick auf die leckerste schweinshaxe, die ich jemals im leben gegessen habe. in budapest. ganz allein habe ich die geschafft.

 

Wieder munter, der Katerwolf

na, da hab ich aber glück gehabt, dass ich das richtige regenloch zum joggen ausgesucht habe. kaum bin ich zuhause, schüttet es draußen. mein vorübergehendes tief hat sich wieder aufgelöst wie eine wolke und meine sonne strahlt wieder. nach allem, was ich gehört habe, wird das mit den tiefs wohl noch ein weilchen so weitergehen, aber sie kommen immer seltener und werden immer flacher. bis sie ganz vorbei sind. damit kann ich leben. die medikamente sind halt heftig und somit auch ihre nebenwirkungen. ich hatte ja nun mal keine erkältung, sondern brustkrebs. und tamoxifen und zoladex sind kein aspirin.

ja, juhuuuu, jabbadabbadoohhh, jetzt freu ich mich erstmal, dass es mir wieder gut geht und das leben so schön ist *tralala*

gestern war ich erstmal beim frisör. ich trage meine haare seit jahren überschulterlang, blonder als ich in wirklichkeit bin und mit seitenscheitel. seit gestern sind sie eine nuance dunkler und ich habe einen mittelscheitel. schon seltsam. das mit dem mittelscheitel habe ich schon oft probiert und es hat mir nie gestanden. und gestern auf einmal stellten wir fest, dass er mir jetzt steht. wie kommt das? hat sich mein gesicht verändert? wie auch immer, ich bin mächtig zufrieden mit meinem mittelscheitel 😆

anschließend bin ich mit mittelscheitel und meinem sohn nebst freundin shoppen gegangen. sohnemann braucht einen anzug. ich dachte eigentlich, das wird ein mühevolles unterfangen, da er so lang ist, aber *tadaa* es ging ratzfatz. was soll ich sagen: er sieht umwerfend darin aus. freundin und mama waren sich einig, das der bub sehr gut geraten ist 😉

danach waren wir zusammen beim thai was futtern und anschließend im neuen leo die caprio-film inception. zu spät merkten wir, dass der film 2 1/2 stunden lief und vorab, da vorpremiere, noch eine lasershow stattfinden sollte. uuaahhhh. die erste halbe stunde habe ich rein gar nichts verstanden. was für eine verworrene geschichte. 🙄 sohnemann hat mir dann synchron die handlung erklärt und nach etwa 45 minuten war ich im geschehen. das mit der überlänge ist also notwendig. sonst hat man den film gerade mühsam verstanden und *zack* ist er schon wieder vorbei. wir blieben auch alle 3 wach. ich genieße zur zeit jeden augenblick mit meinem sohn, denn in 3 wochen ist er weg. geht studieren. ins ausland. *schluck* 😯 ich verdräng das jetzt einfach mal noch.

heute morgen bin ich mit kleinen augen ins büro und siehe da, irgendwie lief es heute den 1. tag gut. ich vermute, dass ich heute aus meinem schockzustand, dass ich wieder abeiten gehe, aufgewacht bin. als hätte jemand einen vorhang hochgezogen. in wildem aktionismus habe ich ausgemistet, neu eingordnet, einfach mal grundstruktur geschaffen. außerdem planen wir eine verkuppelungsaktion (kollegin+mitarbeiter), sehr schönes projekt sowas 😆

danach war ich reitsachen kaufen. reithose, neue schuhe, helm. ach, das war wie weihnachten, ich sags euch. ich fahr ja schon bald in meinen reiturlaub und am samstag *jubel* habe ich einen termin in einem reitstall in der nähe um zu schauen, ob sich da was ergibt reitmäßig.

und eben war ich nach 3 tagen pause endlich wieder joggen, eine ordentliche runde. mein vater hat mir etwas tolles geschenkt: einen gürtel mit hundeleine dran. speziell für jogger mit hund. joschi findet das super, wir müssen allerdings noch bisschen üben. da die hundeleine elastisch ist und joschi ab und an abrupt stehenbleibt, katapultiert er mich damit in die büsche. heute hatte ich leckerlis dabei und das klappte ganz gut. am anfang raste er vorneweg wie ein torpedo und ab der hälfte zog ich ihn mittels bauchgurt hinterher. als ich ihn zum schluss von der leine ließ, war er so müde, dass er sofort wieder an die leine wollte. jetzt liegt er komatös auf dem sofa.

macht es gut, bis morgen!

Gedanken zur Reaktion auf meine Brustkrebserkrankung

mir ist so danach heute.

ich bekomme viele positive rückmeldungen dafür, dass ich so offen mit meiner erkrankung umgehe und meine umgebung daran teilhaben lasse. mir ist das ein bedürfnis. sowohl meine schreiberei als auch euer feedback helfen mir sehr, meine neue situation zu verarbeiten. gleichzeitig ist es mir auch wichtig, das thema „öffentlich“ zu machen. und zwar seitens einer ganz normalen betroffenen. einer von nebenan, so wie ihr es seit. ich habe seit meiner diagnose sehr viele reaktionen erfahren. reaktionen, die mir weitergeholfen haben aber auch reaktionen, die mich enttäuscht und verletzt haben. das ist normal. es ist auch so, dass einige aus meinem engeren und weiteren umfeld mit der situation überfordert sind. ich nehme es niemandem übel, wenn er nicht weiß, wie er damit umgehen soll. was mich allerdings verletzt und auch ärgert sind reaktionen, durch die ich und mein umgang mit der erkrankung gewertet werden. das haut immer rein.

erst gestern habe ich etwas erlebt, was mich traurig gemacht hat. eine langjährige, gute freundin von mir, die mich in den wochen zwischen meiner diagnose und der operation sehr lieb betreut hat, meldete sich plötzlich von einem tag auf den anderen nicht mehr. das ist jetzt etwa 2 monate her. ich habe mich darüber gewundert, andererseits aber selbst auch nicht angerufen, da ich mit so vielen dingen beschäftigt war. nun habe ich gestern erfahren, sie hätte ein schlechtes gewissen, dass sie sich so lange nicht gemeldet hat und traue sich nun nicht mehr anzurufen. außerdem fände sie es aber auch nicht gut, dass ich mich so gehen lasse. in meiner situation könne man ruhig schon weder arbeiten gehen, das würde mir nur gut tun. meine freundin hat mir das erzählt, weil sie sich so darüber geärgert hat.

tja, das sind so die reaktionen, die echt wehtun. wo, bitte schön, lasse ich mich gehen?

und dann gibt es da all die glücklicherweise überwiegenderen reaktionen, die mein herz höher schlagen lassen. manchmal von vermeintlich fremden. so z. bsp. eine frau aus dem brustselbstuntersuchungskurs, die ich nie zuvor gesehen hatte und die mich nach dem kurs mit einer herzlichen umarmung und affirmation verabschiedete. oder der taxifahrer, der mich zur klinik fuhr und dem ich auf der fahrt mein herz ausschüttete. immer, wenn ich ihm nun vor der klinik begegne, steigt er aus, kommt zu mir und sagt dinge wie:

wie gehts dir denn? gut? hauptsache der krebs ist jetzt weg!“

ich kann nicht genug betonen, wie wichtig ein solches feedback ist, gleich ob es von familie, freunden oder fremden kommt. wenn ihr das hier lest: spart nicht damit, wenn ihr jemanden im umfeld habt, der eine schlimme erkrankung hat. bloß keine falsche scheu! es ist ein teil unserer genesung!

gestern habe ich ein feedback bekommen, das mich so berührt hat, dass ich es hier kurz wiedergeben möchte. es stammt von einem (ich denke mal jungem) mann, dessen mutter an brustkrebs erkrankt ist. er schreibt mir, wie froh er ist, auf meinen blog gestoßen zu sein, da ihm (als angehörigem) meine offenen schilderungen helfen, die erkrankung zu verstehen und vor allem zu verstehen, wie es in seiner mutter aussieht. er schreibt:

Ich finde, du hast es gut auf der einen Seite, dass es so ist wie es momentan ist, aber natürlich auch schlecht da diese Krankheit (auch Scheiße genannt) das Leben anders macht! Ich denke aber es wird bei jedem gleich sein – meine Mutter wird sich fühlen wie du, mein Vater wie dein Mann und ich wie dein Sohn! Mir macht es aber Mut es zu lesen, obwohl es schlechte Zeiten gibt aber auch gute Zeiten!

ich finde diese reaktion bemerkenswert, denn es zeigt, was für eine offenheit, herzlichkeit und stärke dahinter steckt. hut ab. und danke! und falls du das hier liest: deine idee, einen blog aus der sicht eines angehörigen zu schreiben, ist gut! mach das! schau mal in meiner blogroll im blog von uniqueachaos vorbei, sie schreibt aus der sicht einer enkelin.

ich hoffe, ihr seht diesen blogeintrag nicht als moralischen fingerzeig und verhaltenskodex im umgang mit brustkrebskranken, denn das ist nicht meine intention. vielmehr ist es ein danke für eure unterstützung und ein bisschen was zum nachdenken. mein wort zum sonntag sozusagen 😀

einen wunderschönen, sonnigen und glücklichen sonntag wünsche ich euch allen!

PS: so schnell kanns gehen. gerade hat patrick mir eine nachricht geschickt, dass er mit seinem blog online ist. schaut doch mal bei ihm vorbei, ich finde den blog gut und wichtig! in meiner blogroll unter patrick´s blog.