Bericht aus der Reha: Gruppendynamik ;-)

gestern abend lag mein überarbeiteter therapieplan für heute und dieses WE im fach 😆

wow, ich sag euch: wenn das 3 wochen so weiter geht, melde ich mich nach der reha zum iron man an und habe gute chancen auf eine plazierung auf den vorderen plätzen.

aber zunächst eine kurze rückblende auf den gestrigen nachmittag, an dem ich noch den alten plan abzuarbeiten hatte. auf diesem stand: entstauungs- und anschließend funktionsgymnastik. ersterer kurs war für mich für die katz. auf dem rücken liegen und zu toni braxton´s unbreak my heart die finger bewegen war mir doch zu öde. ich will es nicht kritisieren, denn für menschen mit lymphödem ist es toll. ich habe aber keins. außerdem lag neben mir eine dame fortgeschrittenen alters, die zur musik nicht nur die finger rythmisch bewegte sondern auch rythmisch furzte!!!

die funktionsgymnastik war ein besonderes späßchen. wir übten mit diesen lustigen thera-bändern. nach einem kurzen kampf um die roten bänder, es gab auch grüne und gelbe, aber natürlich wollten alle die roten bänder, sollte man mit den bändern umherlaufen, sich strecken, verdrehen und so. die gruppe an sich, mich eingeschlossen, war aber schon damit überfordert, die füße abrollen zu lassen, vor allem abwechselnd 😆 ich sage nur: die erde bebt!

es gab noch eine abschlussübung, bei der man einen gruppenhaufen in der mitte bildete, 1 ende des bandes festhielt und das andere mit weit vorgestrecktem arm in die mitte hängen ließ. dann sollte man willkürlich eins der freien enden packen und *tadaa* es entstand eine art bändersalat. nun sollte man durch drübersteigen, drunterklettern und so, diesen haufen wieder entwirren. oh mann, die gruppe bekam tatsächlich streit und sah am ende aus wie die absolventen eines hardcore-bondage-kurses. muss ich aber seit heute beides nicht mehr machen.

stattdessen mache ich seit heute morgen richtig sport. und zwar seit ganz heute morgen. um 7 uhr in der früh war der apell zum frühsport am strand, bei etwa 14 grad und starkem wind. überaschenderweise warteten ca. 30 motivierte teilnehmer am treffpunkt. ich muss sagen, der kurs war toll! 1 stunde ziemlich strammes training an der brandungsgrenze, das hatte was! das werde ich unter der woche täglich tun und freue mich drauf. nach dem frühstück gings zackig zum aquajogging, das wesentlich anstrengender war, als ich dachte. ich bin dafür auch nur so mittel talentiert, ehrlich gesagt. bei den andern hat es irgendwie besser geklappt. mit einem riesigen schwimmgürtel und schwimmhanteln ausgestattet kämpfte ich überwiegend dagegen an, nicht umzukippen und auch sonst möglichst mit dem kopf über der wasseroberfläche zu bleiben. danach, trabtrab, ging es zum psychologen, da war ich schnell fertig und habe nur meine termine für die zeit hier bekommen und dann subito zur marnitz-massage. mein masseur hieß herr wolle und war eine art berufs-scherzkeks. netter mensch. vor allem ein kompetenter mensch, der es schaffte, mit ein paar handgriffen meine normandie-zerrung, die sich als eingeklemmter nerv und wirbelblokade outete, zu beseitigen. bin jetzt absolut schmerzfrei 😆

dann den fußballkrimi angeschaut, festgestellt, dass ich serben und spanier jetzt deutlich weniger mag und jetzt lümmele ich ein wenig mit meinem laptop im klinik-internet-bereich herum, bis in einer halben stunde ein vortrag auf mich wartet.

in den letzten 2 tagen bin ich hier im verlauf meiner erfahrungen zu folgenden zwischen-erkenntnissen gelangt:

  1. in jeder sport-therapiegruppe gibt es bewegungsmäßig elfen, trolle und absolute grobmotoriker.
  2. nicht alle menschen, die fahrrad fahren, können auch fahrrad fahren.
  3. reha macht spaß, ist aber harte arbeit.
  4. hier ist bislang überwiegend schönes wetter.
  5. es gibt hier mehr frauen als männer.
  6. frauen schließen sich in der reha zu gruppen zusammen und laufen fröhlich schwatzend umher.
  7. männer bleiben in der reha überwiegend für sich und laufen eher muffig durch die gänge.
  8. männer wechseln in der reha deutlich weniger ihre klamotten.
  9. es gibt hier sehr viele bärtige männer, was darauf schließen lässt, dass sich männer in der reha womöglich nicht rasieren.
  10. männliche reha-patienten baggern weibliche reha-patientinnen an.
  11. weibliche reha-patientinnen baggern junge therapeuten an.
  12. fahrradfahren mit gegenwind ist auf sylt nicht zu empfehlen.
  13. ich bin 100% froh darüber, hier zu sein. die reha ist klasse.

heute abend wird in meinem fach der neue therapieplan für die nächste woche liegen. ich bin sehr gespannt 😉