Dick & Doof

ne, nicht ich.

ich meine die echten dick & doof. die guck ich nämlich grad im fernsehen. sie sind einfach großartig und das perfekte mittel, einem wieder sonne ins herzen zu zaubern, wenn es da drin grad duster ist. ich hatte heute bis dato nämlich einen echten scheißtag. leider habe ich wieder ein schlechte schlafphase. ich dachte eigentlich, ich sei mit dem thema durch, da ich seit mai richtig gut geschlafen habe. tja, was soll ich sagen, offenbar ist die phase grad wieder vorbei. ich habe schon in der segelwoche in holland mies geschlafen. die letzten 3 nächte, und insbesondere die gestrige, habe ich supermies geschlafen. und heute ist der tag des elends. des heulenden elends. habe heute morgen fast im baumarkt geheult, weil ich trotz mehrfachen fragens und suchens das regal mit den gasflaschen nicht gefunden habe. so ein tag eben. außerdem habe ich mich heute mit meinem mann gestritten. und wenn man so groggy ist, wie ich heute, kommt einem alles noch viel ungerechter und gemeiner vor. hach ja, leute, heute ist wohl eher nicht mein tag. ich werde jetzt einfach mal den rest des tages im schlabberlook vor dem fernseher verbringen und den joschi kuscheln. vielleicht jagen wir zusammen noch die eine oder andere stubenfliege und bringen sie zur strecke. sorry fürs jammern, aber das musste auch mal sein. und morgen, ja, morgen wird besser. gewiss.

Ein bisschen Assi schadet nie

ich gehöre eher zu der fraktion: höflich, taktvoll, gut erzogen. grundsätzlich und überwiegend. fluchen ist erlaubt. das heißt, wenn mir jemand auf den nerv geht, so richtig auf den nerv, bekommt er von mir nicht zu hören:

„du esel, du.“

sondern vielmehr ein:

„du blödes arschloch.“

finde ich vertretbar. manchmal muss man die sprache seines gegenübers sprechen, damit man auch verstanden wird.

ich finde auch, dass temperament zu zeigen, nicht unbedingt immer assi sein muss. ich stehe dazu, dass ich unter dem einfluss meiner antihormontherapie menschen, die mir den parkplatz wegnehmen, als hässlichen schlumpf beschimpfe und menschen, die sich mir oder anderen gegenüber respektlos benehmen oder meinen, mich für blöd verkaufen zu können, die meinung geige. aber ansonsten bin ich höflich und zurückhaltend. okay, ich habe schon mal so einer schamlosen tussi, die im cluburlaub meinte, meinen mann völlig maßlos anbaggern zu müssen, haue angedroht. und das war vor meiner antihormontherapie. aber da muss man mich schon so richtig aus der reserve locken, dass ich so drastisch reagiere, und die schlampe hatte es echt verdient. vermutlich liegt das auch in den genen, denn mein vater hat in jüngeren jahren mal einem nebenbuhler auf einem faschingsball ebenfalls haue angedroht, da dieser unhold meine mutter mit wiener würstchen fütterte. er hat ihn dann auch gehauen, soweit ich weiß. und mein vater ist auch ein höflicher, gebildeter, kultivierter mensch. ist halt so ne temperamentsache, würd ich sagen.

nun habe ich vorgestern eine geschichte erlebt, die mich ein wenig beschäftigt und immer noch amüsiert. man stelle sich vor: reitstall, ländliche umgebung, ländliches klientel, gepaart mit versnobten städtern. ein sonniger hof, in dem sitzen: ich, eine ausreitfreundin (ist auch eher höflich) und eine, sagen wir mal, liebenswerte aber durchaus prollige zeitgenossin. vom parkplatz her kommt ein mann, marke versnobter städter. in designerklamotten, blankgewienerten reitstiefeln, arroganter miene. 

prollige zeitgenossin (pz): „das ist ein arschloch.“ (in ausgeprägtem regional eingefärbtem dialekt, den ich aus gründen der anonymität hier nicht widergeben möchte.)

ich, während er an uns vorbeigeht, höflich und freundlich: „guten tag!“

mister snob marschiert an uns vorbei, ohne uns eines blickes zu würdigen. 

pz: „arschloch, hab ich euch doch gesagt. hab den neulich abends erlebt, den knecht. wollte abends noch ne runde in der halle reiten. normalerweise rauche ich nie auf dem pferd. hatte aber nen scheißtag, war alleine in der halle und zündete mir ne kippe an. kommt der knecht da rein und starrt mich von der bande aus feindselig an.

ich: „hey, wenn du schon hier bist, kannst du grad mal meine zigarette im aschenbecher ausdrücken?“

er:“nein, das werde ich nicht tun. in der halle ist rauchen verboten. und auf dem pferd auch.“

hab ich dem geantwortet: „pass mal auf du knecht, ich kann auf meinem eigentum machen, was ich will. und wenn ich meinen gaul abfackeln will, mach ich das, ist das klar ???““

ich gebs ja zu, so ein verhalten ist weder ladylike, noch höflich, außerdem raucht man ja wirklich nicht auf dem pferd, pfui, ne, aber ich finde doch, dass es auch etwas hat. sie hat mit sicherheit keine magengeschwüre und ich überlege, ob ich sie mal in der einen oder anderen angelegenheit als privatcoach behellige 😉 

 

Schnurrbartträger und Stiefeletten

juhuuuuu, ich habe heute nacht wunderbar geschlafen, juhuuuuu, da sieht der tag doch gleich besser aus. vor allem wenn draußen blauer himmel ist, die sonne scheint und ich den ganzen, wunderbaren samstag vor mir habe mit ausschließlichen wohlfühl-aktivitäten. reiten. auf ein geburtstagsfest gehen. sich freuen.

vergessen ist der gestrige zombie-tag nach einer fast schlaflosen nacht. wir waren gestern abend übrigens noch auf einem großen empfang. dabei ist mir folgendes aufgefallen:

es gibt noch ganz schön viele schnurrbartträger.

die investition in einen gut sitzenden anzug lohnt sich. dort nicht gesichtet.

nicht jede krawatte passt zu jedem hemd.

stiefeletten sehen nur an schlanken unterschenkeln gut aus.

knappe kleidungsstücke sehen nur in der passenden größe an der passenden figur gut aus.

ich scheine für alte säcke attraktiv zu sein.

regionaler dialekt ist bei feierlichen ansprachen hinderlich.

auf veranstaltungen, die als unparteiisch eingestuft sind, sollte man in seiner rede auf parteipolitisches gegifte verzichten. vor allem, wenn man stiefeletten und knappe kleidung auf nicht dazu passenden körperteilen trägt.

es ist eine freude, eine rednerin zu erleben, die es 30 minuten lang schafft, in gutem deutsch, lockerem stil und ohne auch nur ein äh und öhm die aufmerksamkeit von rund 1000 menschen zu halten. das war die andere rednerin als ihre vorgängerin.

man sollte sich auf offiziellen empfängen nie so weit betrinken, dass es peinlich wird. so sachen, wie breit grinsend vor einem stehen bleiben, mit verwaschenem blick zu nuscheln: „ääähhhh, sie sin doch die, ach was weeeß ich, irgendwas mit doppelnamen, is auch egal,“ kommt nicht gut rüber. auch nicht wenn man eine frau ist. auch nicht, wenn die getränke umsonst sind.

es ist erstaunlich, wie lange und in welcher menge sich menschen in einer schlange anstehen, wenn es etwas umsonst gibt. auch wenn es sich dabei um lauwarme wiener handelt, die seit stunden im wasser liegen und mit pappbrot auf papptellern serviert werden.

 

Gestern im Theater…

ich war gestern abend mit meiner besten freundin und ihrer 15jährigen teenager-tochter im theater. auf dem spielplan stand zeitgenössischer afrikanischer tanz. im vorfeld hoch gelobt und assoziationen von farbe, tollen bewegungen und klangvoller musik erweckend. als wir vor dem theater ankamen, hatte sich dort schon eine illustre gesellschaft von theaterfreunden versammelt, die meisten bunt gekleidet, die gesichter voller glühender vorfreude. es gab freie platzwahl, so gingen wir gleich hinein um uns gute plätze zu sichern. im theatersaal herrschte schon dichtes gedränge und ein kultivierter kampf um plätze. wir entdeckten 4 schöne freie plätze und just in dem moment, als ich mich in die sitzreihe schlängeln wollte, wurde ich abgedrängt. von einem grottenolm-artigen mann mit dickem hintern. er drängte mich ab, indem er seinen stattlichen hängehintern vor mich schob und den zugang zur sitzreihe versperrte. es ließ sich nicht vermeiden, dass ich auf ihn auflief und ihn ohne absicht kurz anfassen musste. iiihhhh.

er quetschte sich in die sitzreihe und ließ sich auf einen der freien plätze sacken. wir reihten uns daneben auf.

frag ihn doch mal, ob wir kurz in sein programmheft schauen können, wie lange das stück dauert„, sagte meine freundin.

entschuldigung, darf ich mal kurz in ihr programmheft schauen? wir möchten gerne wissen, wie lange das stück dauert.“ fragte ich höflich.

nein!“ pampte er mich an, ohne mich anzuschauen. das kann ich ihnen auch so sagen. exakt 65 minuten.

ooookkaaaaay. immer schön locker bleiben.

vor mir in der reihe nahm eine frau mit hoch aufgetürmter lockenpracht platz. na super. das passiert mir immer. sie roch extrem nach flieder. meine nase begann sofort zu jucken. glücklicherweise begann die aufführung, so dass ich mich nicht weiter auf meinen aufkeimenden niesanfall konzentrieren musste.

das bühnenbild bestand aus einer großen, senkrecht in der ecke stehenden spanplatte. sehr puristisch. sehr zeitgenössisch. 7 musiker mit rasta-frisuren betraten die bühne und setzen sich hinter ihre instrumente. als nächstes erschien eine rotgewandete afrikanerin, die mit klagender stimme eine litanei in afrikanischer sprache anstimmte und offenbar vorhatte, damit in diesem leben nicht mehr aufzuhören. was sie wohl so erzählte? hm. der choreograph wollte es uns nicht verraten. vermutlich würde sich der inhalt gleich aus dem tanz erschließen. aha, wer sagts denn! schon erschienen 2 stattliche, wohlgebaute tänzer und brachten sich in pose. der eine stemmte dem anderen den kopf in den bauch und schob ihn so auf der bühne hin und her. hm. was das wohl zu bedeuten hatte? es hatte sicher was mit dem klagelied zu tun, das keiner verstand. sehr zeitgenössisch.

es erschienen 7 weitere tänzer auf der bühne. sahen alle echt heiß aus, ich sags euch. und was taten sie? sie warfen sich auf den boden und blieben dort. durch die locken meiner vorderfrau hindurch sah ich ab und an, wie sie sich über den boden der bühne wälzten und robbten.

„geht das jetzt die ganze zeit so?“ ließ anika, die tochter meiner freundin verlauten.

„nein, sicher nicht. warts ab. gleich geht es richtig los.“

und so schien es auch. das gejammere auf der bühne war beendet und die musiker stimmten ein wildes, ekstatisches getrommel und getröte an, zu dessen takt sich die tänzer nunmehr wie die irren auf dem boden wälzten und zusätzlich zappelten.

„ich will nach hause.“ quengelte anika.

„mann, ist das grässlich. so was einfallsloses habe ich noch nie gesehen.“ ergänzte meine freundin.

„mir ist heiß und die vor mir hat ne scheißfrisur.“ hängte ich noch an.

weitere 30 minuten voller getrommel und ekstatischem gewälze folgten. 2 der tänzer waren zwischenzeitlich aufgestanden und schlugen sich aus uns unerklärlichen gründen selbst aggressiv gegen bauch und kahlrasierten schädel.

„wow, hat der einen geilen body. da würde ich nicht nein sagen“, raunte mir meine freundin genüsslich zu.

„ok. ich nehm den in der roten und du den in der weißen hose, ok?“ schlug ich vor.

„ich finde die hässlich, die schwitzen eklig.“ ließ uns anika wissen.

wir kicherten ein bisschen leise hinter vorgehaltener hand vor uns hin.

„HABEN SIE ES JETZT? HABEN SIE JETZT ENDLICH DEM GANZEN THEATER MITGETEILT, WAS SIE VON DEM STÜCK HALTEN?“

blökte mich völlig unerwartet der grottenolm neben mir an. ich schaute ihn erstaunt an.

„warum sind sie denn so unfreundlich“ fragte ich vorsichtig nach.

„SIE HABEN DAMIT ANGEFANGEN

*räusper*

„ähm, womit denn?“

„SIE HABEN MICH EBEN ANGEFASST. DA VORNE HABEN SIE MICH ANGEFASST!“

„ich soll sie angefasst haben? und auch noch vorn? iihhh. warum sollte ich das denn tun?“

„SIE HABEN MICH ANGEFASST UND GESTOSSEN, WEIL ICH NICHT SCHNELL GENUG IN DIE SITZREIHE GEGANGEN BIN. UND JETZT STÖREN SIE UNENTWEGT.“

ich schaute ihn mir genauer an. genau der typ streber, der einen früher in der schule in der mathearbeit nicht hat abschreiben lassen. der einen turm aus mäppchen und handfläche gebaut hat, damit man seine lösungen nicht sieht. und der aus genau diesem grund noch nie eine abbekommen hat. deshalb muss er alleine ins theater gehen.

„hören sie. ich habe sie nicht angefasst. sie sind ein totaler unsympath. ihh.“

indes näherte sich das gewälze und geschüttele auf der bühne seinem dramatischen höhepunkt und hoffentlich auch ende entgegen. noch einmal alle zusammen synchron auf dem boden wälzen, aufspringen und sich gegen kopf und bauch schlagen und dann war es geschafft.

standing ovations seitens des publikums. bravo-rufe. der grottenolm neben mir klatschte enthusiastisch mit seinen schwitzigen patsch-händchen.

hm. ob wir das nicht verstanden hatten?

„ich gehe nie mehr mit euch ins theater. das war scheiße.“ ließ uns anika unmissverständlich wissen. naja, wenigstens sahen die tänzer hinreißend aus 😉