Bild des Tages

mein persönliches Bild des Tages. weil ich grad so wahnsinnig sehnsucht habe nach diesem ort.

 

 

Reisebericht Südafrika: Nachklapp. Einfach noch ein paar schöne Bilder

diese fotos sind zu schön, um sie nicht zu zeigen 😉

 

drakenberge

 

 

 


 

cape town, kapstadt

 

 

 

 

 

 

 

menschen

 

 

 

 

 

 

landschaften

 

 

 

 

 

 

 

tiere

 

 

 


Reisebericht Südafrika: Der Ruf der Wildnis, Teil 3: Tiergeschichten

das wunderbare an einer individuellen safari ist nicht nur, dass man tiere aus nächster nähe sieht sondern auch was man über sie erfährt und lernt. wir haben viel gelernt! nachdem wir und die ganze gruppe unsere anfängliche scheu und unsicherheit abgelegt haben, ging es los mit der fragerei und wir fanden in unserem ranger rul und tracker ramson geduldige und kundige ansprechpartner. beide sind im bush aufgewachsen und kennen jedes einzelne tier. das ist beruhigend zu wissen!

 

rul


 

so haben wir erfahren, dass die tiere an sich nicht gefährlich sind. solange man sich richtig verhält. unfälle mit menschen passieren meist durch fehlverhalten von menschen. mit wenigen ausnahmen warnen tiere einen mit drohgebärden und -geräuschen. der löwe brüllt und läuft auf einen zu, nur um vorher abzubremsen. ein elefant schüttelt heftig den kopf, klappt die ohren auf und zu und schüttelt den rüssel. das als sehr aggressiv geltende flusspferd ist nur aggressiv, wenn es an land ist oder etwa vom grasen zurück kommt. habt ihr gewusst, dass es ausgerechnet der schwarze büffel ist, der als aggressivster bush-bewohner gilt? er greift ohne jegliche vorwarnung alles an, meist mit erfolg, löwen, menschen, alles. es war das einzige tier, an das wir nicht so nah heranfuhren und den motor laufen ließen, bei eingelegtem rückwärtsgang:

 

 

 

rul wirkte immer total gechillt. als ich ihn fragte, ob er wirklich vor gar keinem tier angst hätte, meinte er: „doch. vor big boy.“ so ranken sich beim abendlichen amarula viele geschichten um big boy. so etwa die von dem jungen ranger, der sich in der lodge bewarb. gemeinsam ging man mit ihm zu einem testgang in den bush. er sollte löwen aufspüren. was er auch erfolgreich tat. als er dann so da stand vor big boy, hob dieser nur kurz den kopf. worauf der ranger schreiend davonlief und die ganze gruppe in extreme gefahr brachte. den job hat er nicht bekommen.

 

big boy. was er hier übrigens tut, ist „revier markieren“. er machte es immer und dauernd um den ganzen jeep herum *bibber*

 


 

apropos löwen. wir spürten sie einmal auch in der dunkelheit auf, faszinierend, wie sie so in dem ausgetrockneten flusslauf lagen und schliefen. schliefen? die wahrheit enthüllte erst die fotoaufnahme, die wir am nächsten morgen mit bangen augen betrachteten.

 

daher merke: ein löwe schläft nie!


 

im bush ist es wie im wahren leben. die begegnung mit babytieren ruft im jeep kollektives glucksen und alberne geräusche hervor. kein wunder, oder?

 

 

 

und hier unser aller liebling. billy the punk. von uns so getauft.

 

und die hier haben wir auch gesehen, ganz oft sogar!

 

 

 

 

 

alles gute hat ein ende. wer hat das übrigens erfunden? wird völlig überbewertet. denn nach 3 wunderbaren tagen ging auch diese etappe zu ende. von mir aus hätte es noch eine lange zeit so weiter gehen können. und ich machte mir ernsthafte gedanken darüber, dass ich den falschen beruf habe und, wenn ich nochmal wählen könnte, sicher ein erstklassiger ranger geworden wäre *seufz*. wie dem auch sei, es kam der morgen, an dem wir wussten, dass unser flieger, der uns ins winterliche deutschland zurückbringen sollte, schon in johannisburg startklar war. da half alles nichts. rul bescherte uns noch eine herzige abschiedsdemonstration seiner grenzenlosen lässigkeit. es hatte nachts geregnet. ich meine, richtig geregnet. die zuvor roten, trockenen sandpisten hatten sich in schlammpisten verwandelt. das nette amipärchen aus unserer gruppe war mit einem sehr tiefliegenden miet-toyota unterwegs, der sie schon am frühen morgen nach johannisburg befördern sollte. mit steigernder panik raste marry durch die lodge und versuchte informationen über die straßenlage zu erfahren. in dieser verfassung stieß sie auf einen mächtig entspannten rul.

 

marry: „rul. hilfe. alles ist voller schlamm. wie kommen wir hier nur jemals wieder raus? wir bleiben stecken. alleine. tiere werden uns angreifen. wir werden unser flugzeug verpassen. oh mein gott, was sollen wir nur tun?“

rul, mit sonnigem gesicht, breitem grinsen, ausgebreiteten armen und hochgezogenen schultern: “ wo ist das problem? du hast einen wagen. es gibt eine straße. warum fährst du nicht einfach?“

da bleibt mir doch nur zu sagen: hakuna matata!


Reisebericht Südafrika: Der Ruf der Wildnis, Teil 2: Auf Kuschelkurs mit Elefant, Löwe & Co

wie schon gesagt: pondoro game lodge ist wildnis und schönheit pur. wenn man auf seinen buchungszettel schaut, dann steht da: unterkunft, vollpension, aktivitäten. wir haben uns das im vorfeld folgendermaßen vorgestellt: 3 mahlzeiten und 1x täglich safari. bekommen haben wir allerdings mehr. viel, viel mehr. so sah unser tag aus:

5 uhr morgens weckdienst. *hämmer hämmer and die tür* mister, wake up, mister, safari!

fassungslos aufstehen und verpennt ins haupthaus wanken. also, ich meine, in dieses unglaublich wunderschöne, auf stelzen stehende haus, das ihr auf den fotos gesehen habt. dort kaffee, paar kekse und obst futtern. es folgt eine kurze einführung durch den ranger (wildhüter):

im jeep nicht aufstehen, nicht ruckartig bewegen, keine lockgeräusche machen und sich generell ruhig und besonnen verhalten.“

und dann geht es ab mit dem jeep auf die morgendliche pirschfahrt. man sitzt in einem sehr, sehr offenen jeep, am steuer der ranger und auf einem spezialsitz der tracker (fährtensucher).

 

ranger rul und tracker ramson im einsatz


 

in diesem zunächst nicht sehr vertrauenserweckendem gefährt sitzt man sehr exponiert, während es vorbei an wasserstellen, auf holprigen sandpfaden kreuz und quer und querfeldein durch den morgendlichen bush geht. der blick auf das gewehr vorne gibt einem einen beruhigenden trost. denn auf der ersten pirsch hat man einfach die hosen voll. der tracker sucht mit geübtem auge boden und horizont nach tierspuren ab und wenn man eine weile gesucht hat, sieht man sie plötzlich, die tiere und kann es eigentlich gar nicht fassen. die tiere werden von klein an an die jeeps gewöhnt, so dass man nah an sie heranfahren kann. und ich meine nah. sehr, sehr nah. und wenn man so nah an den tieren ist, dass man sie anfassen könnte, wenn man denn dürfte und sich trauen würde, stellt der ranger den motor aus und man sitzt da, schaut und ist fassungslos und fasziniert und überaus glücklich zugleich.

 

 

mitten im bush gibt es ein kleines, afrikanisches frühstück mit keksen und heißem kaffe, in den man statt milch amarula kippt. das schmeckt nicht nur gut sondern enthemmt durch den alkoholgehalt auch sehr angenehm, so dass man den 2. teil der morgendlichen pirschfahrt wesentlich entspannter angeht und anfängt zu sprechen und sich ein wenig auch zu bewegen 😉 . wir waren eine gruppe von 6 personen, 2 amis aus san diego und ein pärchen aus sydney. alle 6 saßen bis zum 1. morgendlichen amarula stocksteif, still und flach atmend im jeep. nach dem amarula ging es gleich viel lockerer zur sache. im anschluss an die morgendliche pirsch gab es um 9 uhr  in der pondoro lodge ein ausgiebiges frühstück auf der wunderbaren freiluftterrasse.

 

 

nach dem frühstück konnte man mit dem tracker auf walking safari gehen. das heißt zu fuß 😯 ich habe das insgesamt 2x gemacht und trotz leicht mulmigem gefühl extrem spannend gefunden. man lernt unglaublich viel, über verschiedene tierspuren, was welche tiere wann und wo fressen, wie man fährten liest und so viel mehr. und man sieht die natur danach mit anderen augen.

 

auf walking safari

 

die waffen nehmen die ranger übrigens nur mit, wenn touristen dabei sind. alleine gehen sie unbewaffnet in den bush. sie verfügen über so viel erfahrung und kenntnis und urteilsvermögen, dass sie sich sicher fühlen können. faszinierend. wir haben während der jeep-pirschfahrten mehrmals erlebt, dass der ranger seinen tracker nur mit einem walkie talkie bewaffnet mitten in der wildnis aussetzte und weiterfuhr, nur um ihn nach 1 stunde irgendwo wieder aufzulesen. nichts nur, dass er ihn wiederfand, er fand ihn auch lebend wieder und mit informationen, in welche richtung die löwen unterwegs waren. irre.

mittags gab es in der lodge ein leichtes mittagessen und dann ein paar stunden zur freien verfügung, die man in den wunderbaren chalets verbrachte. mit solchen wichtigen dingen wie: auf der terrasse nackt duschen mit blick auf flusspferde. am besten mehrfach. um 4 uhr war abmarsch zur 2. pirschfahrt des tages, die bis in den späten abend dauerte und tiere bei der vorbereitung auf die nächtliche jagd offenbarte. und einen nächtlichen stopp und amarula-snack unter freiem himmel beinhaltete. und sonnenuntergänge. ich meine afrikanische sonnenuntergänge. ich sag nur: out of africa!



der könig des dschungels macht sich bereit für die nacht

 

wenn man gegen 8 uhr abends glücklich und wohltuend erschöpft wieder zurückkam, erwartete einen ein opulentes abendessen im kerzenschein, unter den sternen afrikas, mit tiergeräuschen von nah und fern. und wenn man schließlich nach dem essen, wohlig in den tiefen lounge-sesseln versunken, mit einem weiteren glas amarula in der hand, bei gesprächen über die ereignisse des tages den abend ausklingen ließ und irgendwann erschlagen und glücklich unter dem moskitonetz im großen, gemütlichen bett lag, schlief man mit dem gedanken ein:

„was für ein perfekter tag. was für ein unglaublich total absolut perfekter tag.“

Reisebericht Südafrika: der Ruf der Wildnis, Teil 1: Luxus pur

das beste zum schluss! so hatten wir unsere reise angelegt, mit einem extra-sahnehäubchen zum ausklang. safari. ob es auch wirklich das beste war? schwer zu sagen, denn es war wieder etwas völlig neues, unglaublich schönes, das dieses facettenreiche und wunderbare land zu bieten hat. südafrika macht das absichtlich, damit man immer wiederkommt, ich schwör 😉

vom pulsierenden kapstadt ging es per flieger nach johannisburg und dann mit einem kleineren flieger in die stadt mit dem unaussprechlichen namen hoedspruit. ich bin jetzt gemein und verrate nicht, wie es ausgesprochen wird. ja, verknotet euch nur ruhig die zunge, so wie wir da unten! der flughafen von hoedspruit ist genial. sieht aus wie eine kleine hütte, auf der rollbahn rasen antilopen und wilde schweine umher und das gepäck wird mit dem traktor gebracht. herrlich. wir kamen auch aus dem zu der zeit gemäßigtem kapstadt-atlantik-klima in ein brutheißes busch-klima. uff. aber ein schönes uff. und dann fuhren wir per 4-rad-transporter ins reservat balule game reserve. klitzekleine erklärung: krüger national park kennt ihr ja alle. drum herum gibt es einige kleinere, private tierreservate, die per se aber durch keine zäune vom krüger park getrennt sind, so dass die tiere frei umherschweifen können. was sie auch tun. der vorteil der privaten reservate ist, dass man dort in völliger ruhe und auch geschützt ist.

nach 3 stunden schotter- holperpiste mitten durch den bush kamen wir in der schon mit spannung erwarteten pondoro game lodge an. das war unser 3. mal „wir lassen es in diesem urlaub auch mal krachen.“ wow, sowas haben wir zuvor noch nie gesehen. die lodge hat zahlreiche auszeichnungen bekommen für design und auch dafür, dass sie perfekt in die natur integriert ist. man sieht sie von außen kaum. es gibt ein haupthaus, in dem man isst und extrem entspannt abhängen kann und eine handvoll luxury chalets, alle in einem unterschiedlichen design eingerichtet.

in der lodge zu wohnen heißt aber nicht nur luxuriös sondern auch mitten in der wildnis zu wohnen. ohne zäune. von allen seiten dringt der bush ein, man sieht in unmittelbarer nähe große affen, antilopen und flusspferde.  hören tut man noch mehr. tagsüber sind es millionen zirpender grillen, rudel marodierdender affen und flusspferde. und nachts kommen noch andere, zunächst furchteinflößende geräusche hinzu. löwengebrüll zum beispiel 😆

und so wundert es auch nicht, wenn man am morgen tierspuren entdeckt, die am eigenen bungalow vorbeiführen: von löwen, elefanten und flusspferden 😯

genug der worte, seht einfach selbst!

das haupthaus, in dem man isst und einfach auch abhängen, amarula auf eis trinken und die flusspferde unten im fluss beobachten kann

 

 

unser chalet, das wir kurzzeitig nie mehr verlassen wollten

Reisebericht Südafrika: faszinierendes Kapstadt

nach der 2-tägigen idylle in paternoster waren wir reif für kapstadt. kapstadt liegt nur eine knappe stunde südlich von paternoster. im vergangenen jahr waren wir nur 1 1/2 tage dort, viel zu kurz für diesen spannenden schmelztiegel. so nahmen wir uns diesmal 3 tage zeit. die erwähnung des namens kapstadt zaubert nicht umsonst den meisten menschen ein strahlen ins gesicht. man sagt, dass man immer wiederkommt, wenn man einmal dort war. das stimmt. ich will auch wieder hin.

 

blick vom tafelberg

 

 

es ist eine stadt der vielen gesichter. stundenlang könnte man sie durchkreuzen und einfach nur menschen anschauen. und das bunte treiben auf der straße. und die architektur. es gibt eine wunderbare möglichkeit, die stadt zu erkunden. zum beispiel mit den bekannten roten bussen. sie fahren kreuz und quer durch kapstadt und um kapstadt herum und man kann an den stationen so oft aus- und wieder einsteigen, wie man will. das macht großen spaß!

oder in eine geführte stadtführung investieren, was fast noch mehr spaß macht. besonders wenn man einen so kundigen, deutschsprachigen führer hat wie wir. er hat uns sage und schreibe 4 stunden zu fuß durch die stadt gelotst und uns haben allen die füße gequalmt, aber es hat sich gelohnt. ich weiß jetzt alles über die geschichte kapstadts 😉

 

 

downtown

 

um kapstadt herum

das kap

 

camp´s bay


 

ein stadtteil in kapstadt hat es mir besonders angetan. das farbenprächtige, islamisch geprägte bo-kaap, auch malaienviertel genannt. sehen und staunen.

 

 

es gibt orte, an denen man völlig vergisst, dass man in afrika ist. zum beispiel auf dem old buiskuit mill market. man glaubt sich mitten in san franzisco oder in berlin. es ist übrigens einer der derzeitigen hot spots in der stadt.

 

sogar das scheint an diesem ort zu funktionieren. ansonsten in südafrika nach wie vor ein seltenes bild.

 

 

dass man in südafrika ist, wird einem schlagartig wieder bewusst, wenn man den markt verlässt und sich damit konfrontieren muss, nicht zu fuss zurückgehen zu können, da man durch sogenannte no go areas durchkäme. und das ist in südafrika schlicht und einfach lebensgefährlich. man fährt dann mit dem taxi. und auch hier heißt die devise: nicht in ein x-beliebiges taxi einsteigen, denn auch das ist gefährlich.

 

allgegenwärtig

 

 

in kapstadt führen alle wege früher oder später zur waterfront. hier pulsiert das geballte leben. klar, es ist laut und völlig überlaufen. aber einfach nur toll. man könnte stunden dort herumbummeln und die zeit vergessen.

 

nur echt mit dem tafelberg im hintergrund 😉

 

 

kapstadt ist einfach klasse. vielleicht schreib ich irgendwann mal noch mehr darüber. für jetzt möchte ich nur festhalten: wenn es nicht nach wie vor so ein beträchtliches sicherheitsrisiko beinhalten würde, wäre kapstadt die stadt meiner wahl. hier könnte ich leben. womit ich allerdings nicht leben möchte, ist die doch permanent im hinterkopf lauernde angst. das wissen, tagsüber bestimmte bezirke meiden zu müssen und nach einbruch der dunkelheit im grunde genommen alle. weil man schlichtweg angst haben muss, umgebracht zu werden. jedesmal, wenn man sein haus oder guesthouse verlässt und betritt, muss man unzählige sicherheitsschlösser auf- und zuschließen. und wenn man nachts wach wird, fühlt man sich irgendwie komisch, unsicher eben. wie in einem hochsicherheitstrakt. südafrika ist ein von großen sozialen gegensätzen und von großer armut geprägtes land. mit einer enorm hohen arbeitslosenquote und unzähliger anderer probleme, die zu spannungen und zu konflikten führen. die sich regelmäßig entladen. ich finde es verständlich. und ich gehöre zu den menschen, die große hoffnung in das land setzen. das hätte es verdient!

nach 3 tagen waren wir aber auch froh, wieder in die natur zurückzukehren. aber wir kommen zurück nach kapstadt, das steht fest!

Reisebericht Südafrika: Paternoster, das schönste Nichts der Welt.

nicht dass ich einen burnout hätte. ich habe brustkrebs, das genügt mir voll und ganz 😉 . aber das kam mir in den sinn, als wir in paternoster, an der westküste im west coastal parc gelegen, ankamen. wenn ich jemals einen burnout haben sollte, würde ich 4 wochen nach paternoster fahren. ist aber auch ungemein wohltuend, wenn man das ganze jahr damit beschäftigt war, mit der diagnose brustkrebs klarzukommen.

paternoster


wir waren noch nie an der westküste, die generell als wenig touristisch und sehr, sehr einsam bekannt ist. ein bisschen hatten wir bedenken, ob es dort nicht zu langweilig sein würde, denn wenn man im reiseführer blättert, findet man nicht soooo viel. außer eben, dass es sehr, sehr einsam ist. entsprechend ließen wir uns zeit mit dem ankommen. die fahrt von hermanus nach paternoster war schön, lang und sehr abwechslungsreich. man fährt zunächst über eine unglaublich schöne küstenstraße ins mondäne gordon´s bay. und völlig unerwartet landet man unmittelbar hinter diesem luxusort im berühmt berüchtigten township guguletha. wellblechhütten, nackte kleine, schwarze kinder auf der straße, misstrauische blicke und gruppen junger, halbstark wirkender, und vor allem extrem finster wirkender, junger schwarzer männer, offensichtliche armut überall. aber auch junge schüler in adretten schuluniformen, die aus der schule strömen. völlig unvorbereitet in diese szenerie geworfen, weiß man gar nicht, wie man damit umgehen soll. ich hatte angst, während wir durch die straßen fuhren. nicht zuletzt deshalb, weil nur einige tage zuvor eine englische touristin in eben diesem township ermordet wurde. mein unbehagen und die damit verbundene verwirrung, die ich empfunden hatte, ging mir so nachdrücklich durch den kopf, dass ich ab diesem zeitpunkt jede gelegenheit nutzte um nachzufragen. wie ist das eigentlich mit den townships hier? was bedeutet in diesem land aktuell schwarz oder weiß zu sein? aber dazu ein anderes mal mehr.

nach gefühlten 10 stunden entlang eines von außen öde wirkenden küstenlandstrichs kamen wir an. und konnten es nicht fassen. wo waren wir denn hier gelandet? tatsächlich im totalen nichts. dieses nichts hatte aber so viel charme und so viel unbändige schönheit, dass wir es zum schönsten nichts erklärten, in dem wir jemals waren. kleine, weiß gekalkte, reetdachgedeckte häuschen, ein zu beiden seiten sich unendlich erstreckender blütenweißer strand, meer, ein kleiner naturfischerhafen, bunte fischerboote, 1 restaurant und das wars. wind. absolute ruhe. ein paradies.

an diesem strand bin ich übrigens gerittet. schnell wie der wind.

und hier gibt es fangfrische langusten für nen appel und nen knopp. die werden in den bunten fischerbooten gebracht.

die größte überraschung war aber unsere unterkunft und die herbergseltern. AH! guest lodge. dass dies für arnold hoorn steht, erfuhren wir am nächsten tag. mitten in dieser einöde befindet sich eine unterkunft, die an charme, wärme und originalität ihresgleichen sucht. wir waren überwältigt. arnold, ein südafrikaner aus johannisburg und seine leicht exzentrische frau annalisa, eine ehemalige schauspielerin, haben sich hier ihr kleines, privates paradies aufgebaut und teilen es erfeulicherweise mit ihren gästen.

arnold fragte uns bei der ankunft beiläufig, ob wir am nächsten abend im haus essen möchten. er würde ein bisschen was kochen. wir ließen es zunächst offen. als wir die treppe zu unserem zimmer hochstiegen, entdeckten wir eingerahmte zeitungsartikel aus der new yorck times und anderen großen nachrichtenblättern, in denen arnold´s kochkünste geprießen wurden. oha.  das überzeugte uns. wenn arnold kocht, folgen viele seinem ruf, von weither. so kamen wir in geselliger runde völlig unerwartet in den genuss des besten menüs, das wir in südafrika serviert bekamen. ich hab arnold das rezept des hauptgangs abgebettelt 😉

was macht man den ganzen, lieben tag lang in paternoster? arnold drückte es mit breitem grinsen sehr treffend aus:

„du schläfst. stehst auf und isst. du gehst lange am strand spazieren. dann isst du was. und schläfts. und das das ganze nochmal von vorne“.

ganz wunderbar ist das. wir haben dort geschlafen wie die toten. wenn man zufällig nach paternoster kommt, will man nie mehr wieder weg. manche bleiben. so wie arnold und annalisa. manche kommen wieder. so wie wir ein anderes mal. paternoster forever, yeah, yeah, yeah!