Rehageflüster: An der Nordseeküste *sing*

ihr lieben, vielen dank für eure lieben kommentare zu meinem letzten post. das nachdenken hat sich gelohnt. es schadet grundsätzlich nie, regelmäßig innezuhalten und ein wenig innenschau zu pflegen. manchmal bekommt man nur einen kleinen schreck. und das ist gut so. danach geht es wieder erfrischt und etwas umsichtiger weiter.

gestern kam mein lieber mann bei beeindruckendem sylter sturmwetter hier an und ich habe ihn gleich ins nächste restaurant geschleppt und mich vollgefuttert 😆 heute scheint die sonne, verrücktes nordseewetter! freue mich, dass mein schnuckel da ist, hat gute laune mitgebracht. heute morgen war ich bei sonnenschein 1 stunde am strand walken, füße und stöcke in der brandung, sonne über mir. durchatmen.

jetzt gibt es gleich mittagessen, gemüseklößchen. ich weiß schon genau, wie die dinger aussehen und schmecken werden. gurgel. heute abend geht es wieder auswärts zum futtern 😉

macht es gut, ihr lieben, ich schick euch ein paar sonnenstrahlen und eine steife brise, eure walking-queen

Rehageflüster: Nachdenklich

heute vormittag hatte ich visite. da sie streikbedingt letzte woche ausfiel und ich heute eine riesenschlange wartender vor der arzttür vorfand, hielten sich meine erwartungen in grenzen. ich rechnete mit etwa 7 minuten drin und wieder raus. umso überraschter war ich, als sich die ausgesprochen sympathische und bodenständige ärztin 20 minuten zeit für mich  nahm und ausführlich mit mir sprach.

danach hatte ich nen kloß im hals und feuchte augen. ist immer noch so, und frau katerwolf ist verdächtig still. scheint, dass die ärztin im gespräch den richtigen nerv traf. wie schon bei meiner letztjährigen reha auf föhr ging es in dem gespräch auch diesmal um das thema: runterfahren. zur ruhe kommen.

böse falle, das.

einmal mehr wurde mir bewusst, in welchem tempo ich seit der letzten reha wieder durch mein leben rase. viel zu oft erschöpft und überfordert bin. ist es ein wunder. nein, ist es nicht. ob ich es endlich mal lerne? und zwar auch über die 3 monate nach der reha hinaus? ich sollte wohl. es geht nicht immer nur um die grenzen, die man dem außen steckt. es geht auch um die grenzen, die man sich selber stecken muss. seufz. es geht schleichend und doch so schnell, dass man immer und immer wieder in die alten strukturen zurückfällt. sie kommen allzu gern in einer neuen verkleidung daher. ganz schön tückisch. so wird aus einem anfänglichen kann plötzlich ein muss. freiheiten, die man sich herausnimmt, werden plötzlich zur pflicht. und schon steckt man wieder in zwängen fest. grübel. nicht so viel darüber nachdenken? doch, sollte man. immer wieder.

die ärztin riet mir zur disziplin und dazu, jeden einzelnen tag 1 entspannungsübung zu machen. ganz konsequent. ohne wenn und aber. auch sie sprach von dem tank, der immer mehr als halbvoll sein sollte und nie auf reserve. kommt mir das bekannt vor? seufz. sie schlug mir vor, einen kalender zu führen, in den ich einmal die woche für jeden tag die zeiten eintrage, in denen ich mich aktiv entspannt habe. und ein smiley dahinter male. ich scheine eine art notorischer daniel düsentrieb zu sein.

und musste mir wieder einmal anhören, dass ich mich selbst nicht so überfordern darf. akzeptieren soll, dass ich bedingt durch meine diagnose und therapie weniger kraft zur verfügung habe. vorübergehend oder vielleicht auch auf dauer. und mit der kraft klug haushalten muss. anstatt ständig auf reserve zu gehen. hmpf. grübel.

macht es gut, eure sehr nachdenkliche katerwolf

Rehageflüster: Relaxo

„regen spült schädel frei“ lese ich gerade auf der titelseite der bildzeitung, die neben mir liegt. könnte ein verhungerter reha-patient sein. im ernst, streikbedingt ist das essen hier so mies und unzureichend, dass man tatsächlich hunger hat. das gestrige mittagsbuffet war, bis auf ein paar schälchen wackelpudding, leer. nix. einfach leer. das musste ich dann doch mal fotografieren. es gab gnädigerweise einen teller mit einer sehr überschaubaren portion kartoffelauflauf mit tiefkühlgemüse. die haben echt nen knall. ich hatte nachmittags so nen hunger, dass ich nach westerland in den supermarkt geradelt bin und mir würstchen gekauft habe, die ich direkt vor dem supermarkt aus der packung riss und wie stixi vertilgte. ein paar passanten schauten beunruhigt. gestern abend bin ich dann mit ein paar mithungrigen ums eck in die strandkneipe gegangen und wir haben uns von kopf bis fuß vollgefuttert. bis zum anschlag.

aber wenden wir uns den angenehmen dingen zu: die sonne scheint. ich war gestern mittag sogar 1 stunde am strand und habe mich in der sonne geaalt. das werde ich heute wieder tun. welch eine glückliche fügung, dass direkt vor der klinik der hundestrand liegt. so kann ich hemmungslos fremdkuscheln, wenn mir joschi fehlt. gestern habe ich eine 5 monate alte bordeaux-dogge ins paradies geknuddelt. sie wollte gar nicht mehr zu ihrem herrchen zurück.

heute morgen war ich schon um 7 zum frühsport am strand und habe mich dabei nicht mit ruhm bekleckert 😉 rechts, links und so´n kram am frühen morgen ist nicht ganz meine sache. zum abschluss, auf dem rückweg, sollten wir kleine gruppen bilden und eine frisbeescheibe in gehrichtung werfen. bis zur nächsten treppe. dabei sollte man möglichst viele würfe schaffen. in meiner gruppe waren außer mir noch 2 schlafmützen (mich eingeschlossen) und 2 hyperaktive. da wir alle nicht zugehört hatten, dachten wir, die spielregel laute: wer als erstes an der treppe ist. wie die irren rasten wir los und schmissen die frisbeescheibe durch die gegend. nach ein paar minuten erreichte uns ein schnaufender therapeut, der uns darüber aufklärte, dass wir da wohl was falsch verstanden hätten. schwer atmend drehten wir uns um: weit, weit hinter uns die anderen 🙂

so, ihr lieben, ich habe gleich visite und darf danach zur massage und auf den hydrojet. bin voll der relaxo heute. und heute nachmittag kommt mein schnuckelhase mit dem zug und bleibt bis zum wochenende. das sind schöne aussichten 😆

ich wünsche euch einen wunderschönen mittwoch, bis denne, eure relaxo-wolf

Rehageflüster: Honolulu Strandbikini

und der streik geht weiter. was soll man dazu sagen. bei allem verständnis, ich finde es seitens der klinik und der streikenden unverschämt, diesen streik auf dem patientenrücken auszutragen. bin heute morgen ziemlich stinkig zur geschäftsleitung getappt und habe mich beschwert, wobei folgende worte ausgesprochen wurden: unzumutbar. unverschämt. harter brocken. uneffizient. fraß. katzenfutter.

das wird eher nichts bringen, aber ich wollte es auch nicht den ganzen tag in mir herumtragen und mich ärgern. zum glück traf ich in der morgendlichen nordic walking gruppe auf meine lustige rehafreundin aus dem frühsport. binnen 1 minute war der morgen gerettet. diese frau könnte man sofort auf die bühne stellen. und sie ist genau der typus mensch, der mich sofort zu unfug anstachelt. hätten wir früher in der schule zusammengesessen, hätte es klassenbucheinträge gehagelt.

nach einer intensiven aufwärmphase, bei der diesmal ich der gruppentrottel war, der alle bewegungen andersherum ausführte *räusper*, stapften wir mutig samt stöcken an den strand und kämpften und bei starkem gegenwind in richtung westerland hoch. spaßsusi und ich stimmten fröhlich und lautstark die internationale an und marschierten durch die wellen. ist ja schließlich streik. derart aufgewärmt steigerten wir uns in den folgenden 40 minuten, dank der unterstützung einer mitwalkerin, zu einem trio und schmetterten sämtliche refrains uns bekannter deutscher schlager in den wind. eine herrliche sache. wir liefen zwar nach einer weile allein, keine ahnung warum, aber wir hatten spaß. honolulu strandbikini johlend schlossen wir unsere laufrunde ab. unsere therapeutin hat versprochen, uns nicht aus der walking gruppe zu entfernen.

jetzt warte ich auf mein leckeres streik-mittagessen, das wieder irgendwas mit brauner soße sein wird. wäääh. heute nachmittag darf ich noch zur massage, falls die nicht bestreikt wird und dann ist noch ein bisschen muckibude dran. ich könnte auch ein wenig durchs klinikgelände streifen, verdi suchen und beschimpfen. oder ich radel nach westerland und schau mir iceage 4 an. schau mer mal, was der tag noch bringt.

macht es gut, ihr lieben, bis morgen, euer singwolf

Rehageflüster: Bollyworose

moin, moin, ihr lieben. sonntag. ich werde heute ganz faul sein. keine pläne, keine verabredungen, kein muss, nur ein kann, falls ich will. was für ein luxus. für mich kleinen daniel düsentrieb ist das luxus. habe mir die letzten 2 tage ein bisschen die kugel gegeben. neben meinem reha-sportprogramm bin ich an beiden tagen zum reiterhof geradelt und bin 2 stunden durch heide und watt galoppiert. bin heute glücklich aber kurz vor ganzkörperlähmung. uiuiuiuiuiui, wusste gar nicht, dass ich da hinten am rücken so weit unten überhaupt muskel habe. ächz. dennoch: ich bin zutiefst zufrieden. was geht es mir gut.

vorgestern abend lag mein anwendungsplan für die kommende woche in meinem fach. okay, ich werde mich nicht mehr bei der therapieleitung über mangelnde auslastung beschweren müssen, das steht schon mal fest. beim durchlesen des plans breitete sich ein ungläubiges grinsen auf meinem gesicht aus: am montag gleich 4 ausdauereinheiten? na, denn mal los.

heute aber dümpel ich zufrieden vor mich hin. sitze grad im sonnendurchfluteten foyer und blogge zufrieden vor mich hin. ihr habt richtig gehört: sonnendurchflutet. hier scheint nämlich die sonne. nicht ständig und ausschließlich vom blauen himmel, aber sie scheint. und die flecken blauen himmels zwischen dicken, weißen wolken sind größer und häufiger als die wetterprognose vorhersagt. psssst, lieber nichts heraufbeschwören.

ich sitze nicht alleine im foyer. neben mir sitzen 2 zufallsbekanntschaften, die sich über ihre 5 millionen krankheiten austauschen. sie mimt den typus geduldige zuhörerin, er quatscht sie gnadenlos zu. und wie. offensichtlich handelt es sich bei ihm um einen hypochonder. das harmloseste, was er hat, ist eine zeckenvergiftung. dieser mann ist der volle zeckenphobiker. er schwafelt schon seit 30 geschlagenen minuten über zecken. wo er sie schon überall hatte und wie er sie wo wieder weggedröselt hat. er braucht nur das haus zu verlassen und wird offenbar sofort von zecken angesprungen, die er dann abends unter der dusche wiederfindet und vernichten muss. was für ein anstrengender zeitgenosse. die arme frau. gerade höre ich, wie er sagt:

„die ärztin hatte da gar keine ahnung von. hab ich doch gleich gewusst. ich hatte ihr doch gleich gesagt, dass das ein klarer fall von bollyworose ist.“ 

bollyworose. jou, mein lieber, da gibts kein mittel gegen.

ich wünsche euch einen wunderschönen sonntag, euer relax-wolf

Rehageflüster: Jet-Set-Muschi

ein gewagter titel, ich weiß. er beschreibt aber recht gut meinen gestrigen tag.

zunächst zum thema muschi: ich war gestern reiten, 2 stunden übers watt und durch die heide, jucheee. zudem 10 km mit dem rad zum stall, 10 km zurück. nach der reha melde ich mich zur tour de france an. mir wurde ein sehr großes, sehr langes pferd zugeteilt. meine lola ist eher das kompakte modell, und wenn ich auf ihr sitze, ist es vom sattel bis zu den ohren nicht übertrieben lang. gestern hingegen schwang ich mich in den sattel und sah mich mit einem überaus langen widerist, an den sich ein noch längerer hals anschloss, konfrontiert. ich saß eindeutig auf einer giraffe. weit vor mir der kopf, weit unter mir die erde. so weit so gut. mein pferd war ein braves, entspanntes tier, das am strand als einziges nicht zu tode erschrak, als wir an einer dicken frau mit rotem sonnenschirm vorbeiritten. der ausritt war flott und wir galoppierten viel und lange. mein pferd mit den für ein pferd dieser statur typischen langen, schaukelartigen galoppsprüngen. die ich so gar nicht gewohnt bin und daher ein ums andere mal mit meinem empfindlichsten körperteil gegen den sattelknauf stieß. autsch. nach 2 stunden war ich zwar glücklich, aber untenrum etwas derangiert. habe dann gleich ausgehandelt, dass ich heute ein kompakteres pferd mit kürzerem hals reiten darf.

die heimfahrt auf dem radel war nicht wirklich entspannt, wie ihr euch denken könnt. kaum in der klinik angekommen, tappte ich etwas breitbeinig ins schwesternzimmer, schilderte mein malheur und fragte nach vaseline oder wund- und heilsalbe.

die schwester: „sie haben sich also bei einem privaten unfall verletzt? das muss ich gleich notieren. sie müssen zum stationsarzt zur untersuchung.“

ich: „??????“ „ähm, also, ähm, ich will eigentlich nicht zum stationsarzt. ist auch nicht so schlimm. nix kaputt. brauche nur etwas bepanthen und dann ist der apfel gegessen.“

schwester: „apfel? (sagt man hier im norden wohl nicht so) Ne, also sie müssen jetzt zum arzt. ich kann ihnen das nicht so einfach geben.“

schöne sch****. ich schaute die schwester entschlossen an und sagte: „jetzt hören sie mir mal zu. ich bin nicht verletzt. ich habe mir nur die muschi angeschrammt. und ich werde auf gar keinen fall zum stationsarzt gehen und ihm meine muschi zeigen. auf gar keinen fall werde ich ihm meine muschi zeigen. mal ehrlich, würden sie ihm ihre muschi zeigen, wenn sie sich da stoßen? hä, würden sie das machen?“

fassungsloser blick der schwester. dann, langsam, ein schelmisches grinsen, ein griff in die schublade, und schwupps lag die tube bepanthen in meiner hand. soviel zum thema muschi.

und nun zum thema jet set. eine gute freundin von mir hat eine freundin, die hier ein ferienhaus hat und eine echte syltianerin ist. gut vernetzt und mit leichtem sylt-promi-satus. die habe ich gestern unbekannterweise nach dem reiten getroffen und wir haben uns gleich gut verstanden. sie geht in der sansibar ein und aus, bekommt immer einen tisch und lud mich spontan ein, sich ihr und 2 freundinnen abends anzuschließen. na, das war doch eine gelegenheit, sich diesen berühmten ort einmal anzusehen. soweit ich weiß, bekommt man als normalsterblicher touri nicht so einfach einen tisch. so kam es, dass ich mich gestern abend um acht im gastraum der sansibar wiederfand, in dem es zuging wie in einem taubenschlag und jeder jeden zu kennen schien. ein eigenes universum. es war irre laut. ich habe das bislang teuerste schnitzel meines lebens gegessen, das allerdings sehr lecker war. wir hatten einen netten abend, da alle drei mädels ausgesprochen nett und lustig waren. man konnte perfekt leute beobachten. die mehrheit der gäste war salopp in jeans und t-shirt gekleidet. es gab aber auch eine ganze batterie von spezialgästen. so die marke: geliftetes antlitz mit botox aufgepeppt, langes sommerkleid mit nerz um die schultern. womit wir wieder beim thema jet set-muschi wären. so schließt sich der kreis 😆

liebe grüße, schönen samstag, eure jet set-wolf

Rehageflüster: Das Seepferdchen

ich bin ein seepferdchen.

ich bin ein sehr zufriedenes seepferdchen.

hat sich doch gelohnt, dass ich gestern den beschwerbär gegeben habe und heute einen erfüllten reha-tag genießen darf. gestern abend habe ich mich noch ein bisschen als schwimm- und saunawolf verwirklicht und habe mich um 21 uhr zuerst ins schwimmbad gestürzt, bin eine halbe stunde geschwommen, und anschließend quetschte ich mich in eine überfüllte, von männern belagerte sauna, wo ich einen kleinen terroranschlag verübte. reingekommen, aufguss gemacht, höllenhitze verursacht und nach 3 minuten verkündet: „boah, ist das heiß hier, ich geh wieder raus!“ sowas nennt man dann wohl mistkrötenwolf :mrgreen:

heute lief ich um 7 uhr in der früh mit einer dynamischen gruppe zum frühsport an den strand. wow. wie wunder-, wunderschön die nordsee in der früh war. die sonne blitzte zwischen dicken, weißen wolken vom blauen himmel herab, die nordsee glitzerte silbern, der lange, weiße sandstrand schimmerte – ein traum! 20 motivierte turner streckten und dehnten sich, liefen im kreis und ruderten mit den armen, atmeten in der brandungszone und waren schnell aufgewärmt. dann kam der spaßige teil. in 2 gruppen aufgeteilt sollten wir bälle über den kopf und ringe zwischen den beinen von vorne nach hinten durchgeben. das ganze als wettkampf. natürlich hatten wir den trottel in der gruppe. wie immer. der ball fiel hin, der ring auch *seufz*. dennoch gewannen wir 1 von 3 runden. danach sollten wir einen großen kreis bilden und immer drei leute sollten im uhrzeigersinn slalom um die anderen laufen, bis sie wieder an ihrem platz angelangt waren. sehr lustig. vor allem, weil eine schwäbische spaßbombe aus der gruppe den anderen wie ein wildes monster hinterherlief und laute waaahhh waaahhhh geräusche machte, worauf ihre vordermänner liefen wie speedy gonzales. ich hätt mich ausschütten können vor lachen. es gibt einfach von natur aus so spaßige menschen. der trottel schaffte es übrigens als einziger, anders herum zu laufen und stellte für die entgegenkommenden läufer eine große gefahr dar 😆

danach ging es zum aquajogging. als technischer hinweis sollten wir uns einfach vorstellen, wir seien seepferdchen. gut. wir waren also 5 seepferdchen: 2 männliche, bärtige seepferdchen. 1 seepferdchen mit arthrose. 1 ganz winziges seepferdchen. ein extrem voluminöses seepferdchen. und ein riesen-seepferdchen (ich).  sehr spaßig das ganze. das arthrose-seepferdchen kommt aus stuttgart und schwadronierte im wasser herum, dass ihr, als süddeutsche, der ganze fischkopp-kram hier oben sehr befremdlich ist. sie gebrauchte tatsächlich das wort fischkopp. in einem becken voller fischköppe. die sich spontan in kampf-seepferdchen verwandelten. war nicht sehr schlau vom schwäbischen arthrose-seepferdchen.

danach lag ich 30 minuten im bademantel bewegungslos auf meinem bett und starrte an die decke, bevor ich soeben, kurz vor dem mittagessen, noch ein bisschen wassertreten durfte, kneipp-mäßig. gemeinsam mit dem zwerg-seepferdchen vom aquajogging. ein quietschfideler mann im bademantel steckte seinen kopf n den behandlungsraum und unterhielt uns spontan mit diversen anekdoten as seinem leben. so ist das hier, in der reha. man bekommt die eine oder andere lebensgeschichte zu hören. manche sind sehr traurig. manche sind sehr interessant. jeder hat seine geschichte, warum er hier ist. und manchmal bekommt man was wirklich bewundernswertes zu hören. so wie ich eben, von meinem tischnachbarn lungen-egon. bin immer noch beeindruckt. wenn man die bewegende lebensgeschichte eines über 80-jährigen hört, so lebendig vorgetragen wie eben, dann offenbart sich einem einmal mehr, wie mysteriös und faszinierend das leben ist. und wie absolut lebenswert.

so, meine lieben, ich geh dann mal meinen bestreikten rindergulasch ohne gemüse und salat (beilagen unterliegen nämlich dem streik) essen und seh euch später.

euer seepferdchenwolf 😆

Gesucht: Mops

zugegeben: wenn man nicht weiß, warum mein blog linker mops heißt, kommt man natürlich auf gedanken 🙄

so freut es mich jeden tag aufs neue, mit welchen mops-suchbegriffen menschen auf meinen blog stoßen. in den letzten 2 tagen unter anderem:

mops fisch ja, was denn nun, mops oder fisch?

mops schnüffelt immerzu och, dann lass ihn doch mal schnüffeln

mops schwimmweste kann ich nichts zu sagen, nur zu tibet terrier schwimmweste und dazu nur: UFF

mops zum halben preis ein schnäppchen sozusagen

mops auf sylt

mops in der normandie

mops unterwegs sehr reiselustige möpse also

mops fesselspiele wird man für sowas nicht eingesperrt?

mit meinem beitrag tag der folter habe ich mir übrigens ein eigentor geschossen. wie sonst sind plötzlich folgende suchbegriffe auf meinen blog zu erklären:

mops folter armer mops

brust folter geschichten na super, gratuliere zu diesem suchbegriff

dicke schlauch titten folter 😯 ups, da war jemand zu oft in der videothek oder was?

ich bin auch täglich erstaunt darüber, wie viele menschen mit ihrem hund und mops insbesondere in die normandie reisen möchten und freue mich jedesmal ein loch in den bauch, wenn sie bei mir fündig werden 😆

mein suchbegriff des tages ist heute:

warum ist unterwasser reha besser? weiß das jemand? bin für vorschläge offen!

Brustkrebstagebuch: das Wunder namens Leben

mir ist eben beim hundespaziergang noch eine lustige episode aus der reha eingefallen: wir waren mit unserer reha-clique (ihr wisst schon, bandscheiben-sanne, leuko-robbie & co) zum fussballgucken in der benachbarten reha-strandkneipe. als wir so am tisch saßen und rumalberten, wurde auch die eine oder andere erkrankung thematisiert. mit an dem langen tisch saß eine frau mit ihrem sohn. offenbar hörte sie uns zu, denn plötzlich sah sie uns an und fragte:

„seid ihr aus dem heim?“

🙂 🙂 🙂

die kandidatin hat 100 punkte. wir hatten tränen vor lachen in den augen.

die zeit geht so schnell vorbei, wahnsinn. ich bin jetzt genau 1 woche aus der reha zurück und schwelge nach wie vor in meinem neugewonnenem energiereichtum. die energiequelle sprudelt munter vor sich hin. ich mache jeden tag jede menge sport, weil es mich regelrecht in den muskeln juckt und ansonsten bin ich guter dinge. heute vormittag bin ich ein wenig übers land gefahren um mir den einen oder anderen reitstall anzuschauen. mir ist vor allem wichtig, was für pferde es dort gibt und wie das ausreitgelände ist. so verschlug es mich zunächst auf einen kleinen, abgelegenen, idyllischen hof, auf dem keine menschenseele zu sehen war. kein auto, kein mensch, menschenleer. dafür gab es jede menge tiere. 2 bunte, wohlgenährte katzen kamen angeschossen und miauten mich an wie verrückt, schnurrten um meine beine und verfolgten mich auf schritt und tritt. ein paar gänse schlossen sich schnatternd an. 1 einsames pony stand im stall, streckte den kopf aus der box und wieherte mir entgegen. grillen zirpten und die stallgebäude, wildrosenbüsche und pferdekoppeln drumherum flirrten in der hitze. eine herrliche atmosphäre. ich machte einen kurzen erkundungsgang zu den koppeln und entdeckte nur ponys. hm. kein großes pferd weit und breit. ich verbschiedete mich von katzen und pferd und fuhr weiter. auf dem rückweg zurück zur hauptstraße kam ich zufällig an einem kleinen reitstall vorbei, der araberpferde auf der kleinen koppel davor stehen hatte. araber: mein traum! ich fuhr auf den hof und stieg aus. sofort erschien wie aus dem nichts ein stämmiges, sehr selbstbewusstes männliches wesen in gummistiefeln, arbeitshose, nacktem oberkörper und einer pompösen goldkette mit massivem goldanhänger um den hals. sehr wunderlich. war wohl der besitzer, ein dubioser geselle, ehrlich gesagt, sah so aus, als wollte er, dass ich sofort wieder gehe. reiten konnte man bei ihm auch nicht. weiß der geier, was er gerade in der scheune tat, als ich auf den hof fuhr. oookaaayy, bin schon weg.

im nachbarort gibt es einen etwas größeren reitstall, das wusste ich. ich fragte mich durch und fand den stall schließlich inmitten einer bilderbuchlandschaft, von blühenden wiesen und feldern umgeben, auf den koppeln grasten gesund aussehende, GROSSE pferde. das sah schon mal gut aus. das empfangkommittee, bestehend aus 3 hunden unterschiedlicher größe, die alle geschirre mit namen trugen, begrüßte mich stürmisch. allen voran der größte, paul. ja, man kann dort reiten. ja, man kann reitbeteiligung machen. ja, es gibt ein großes, wunderschönes gelände zum ausreiten. ich verließ den stall mit der telefonnummer der besitzerin in der tasche.

*herzhüpf*

morgen ruf ich sie mal an.

*herzhüpf*

ich fühle mich seit der reha wie ein kind, das mit großen augen durch das schlaraffenland läuft. hier leben, dort leben, überall leben, wahnsinn! ich muss mich nur bedienen. als hätte ich das leben neu entdeckt. oder nach langer zeit wiederentdeckt.  und ich laufe mit riesigen tüten durch die gegend und packe alles rein.

6 monate ist es nun her seit meiner diagnose, ein halbes jahr. UND WAS FÜR EIN HALBES JAHR! wo ist es hin? schnell ist es verflogen, dennoch fühlt es sich so an, als wären es jahre gewesen. jahre in der eiswüste, die sich nach und nach gewandelt hat in eine blühende wiese. ich erinnere mich sehr genau an die einzelnen wandlungsabschnitte. vom anfänglichen schock über todesangst, verzweiflung, resignation hin zu hoffnung, zuversicht und dem immer stärker an die oberfläche brechenden lebenswillen. bis jetzt. wie es wohl weitergeht? ich bemerke auch, wie sich das verhalten meiner mitmenschen mir gegenüber wandelt. am anfang war es durch angst, entsetzen, trauer, unsicherheit aber auch mitgefühl und herzlichkeit geprägt. heute tritt die sorge mehr und mehr in den hintergrund, stattdessen begegnet man mir immer öfter mit freude. freude darüber, dass es mir besser geht. einige menschen sind aus meinem umfeld verschwunden, andere sind neu dazugekommen. auf meine antwort auf die frage, wie es mir geht: „gut. sehr gut im moment. besser denn je!“ reagieren manche mit ungläubigem schweigen. ob ich keine angst habe, dass der krebs zurückkommt? na klar hab ich die, und wie. aber die angst hat sich im moment in irgendwelche tieferen schichten meines seins zurückgezogen. und ich hoffe, hoffe ganz doll, dass ich sie nie mehr daraus hervorholen muss. nie mehr.

außerdem erlebe ich gerade ein wunder. mein heuschnupfen ist weg. normalerweise ist jetzt die hoch-zeit meines heuschnupfens. von mitte mai bis ende august stopfe ich mich mit pillen und sprays voll und muss dennoch dauernd niesen, schniefen und röcheln und bin schlapp. in den letzten jahren wurde es immer schlimmer. und dieses jahr? bis auf 3 tage auf sylt, nichts. nichts. ich kann über blühende felder laufen, gräserpollen um mich herum, nichts. ohne medikamente. das ist mir seit meiner kindheit nicht mehr passiert. woran liegt das nur? an der akupunkturbehandlung von märz bis mai? oder daran, dass mein immunsystem stärker geworden ist? keine ahnung. eine medizinische erklärung gibt es vermutlich nicht dafür.

also freue ich mich mal drüber 😆

Bericht aus der Reha: ein paar Foto-Impressionen

nein, leider keine fotos von meinen lästerobjekten hier, geht ja nicht….

dafür aber ein paar impressionen von einer insel, in die ich mich in den letzten 3 wochen schwer verliebt habe, sylt:

ein blick aus meinem zimmerfenster:

ein wunderschönes friesenhaus, hätt ich gern…..

die heide, die heide…..


guckst du hier:


chill-out bei wonnemeier, so ist sylt: