Joschi spielt Versteck

hört sich süß an, die überschrift, oder? schöne vorstellung, dass mein mittelgroßer, schwarzer, wuscheliger tibet terrier mit mir verstecken spielt, nicht wahr? ich kann euch nur sagen: spaß ist was anderes. der kleine tibet terrier hat uns nämlich gründlich das fürchten gelernt dieses wochenende. ich weiß immer noch nicht, ob ich ihn vor freude darüber, dass er wieder da ist, knuddeln, oder ihn aus wut doch lieber aus dem fell prügeln soll.

was passiert ist?

bevor ich morgen für 3 wochen nach sylt in die reha fahre, war der plan, das letzte wochenende gemeinsam mit mann, eltern, sohn+freundin, die frisch aus ungarn zurückgekehrt sind und dem lieben joschi im haus am see zu verbringen. mit tüten voller essen sind wir gestern bei bestem wetter am see angekommen und hatten einen prachtvollen tag mit segeln, schwimmen, in der sonne herumliegen und abends unmengen gegrilltes verdrücken und unmengen rotwein trinken genossen. joschi wuselte den ganzen tag über so mit.

wie ihr wisst, ist der kleine tibeter mit einer vielzahl von ängsten gespickt: stubenfliegen, umherfliegende plastiktüten und dies und das. zweifelsohne gehören auch schmale holzstege dazu, die aufs wasser hinausführen. nach unserem fulminanten abendmahl beschlossen wir, mit rotwein und kissen bewaffnet, auf den steg vor dem haus umzuziehen und den sonnenuntergang zu bewundern. gesagt, getan. nur joschi weigerte sich. sah uns mit gespitzen ohren hinterher und verschwand im haus. mein vater ging nach einer weile nach ihm schauen, joschi lag im bett, schaute ihn an und kommunizierte ihm unmissverständlich: steg ohne mich. so saßen wir also fröhlich lachend auf dem steg und freuten uns des lebens. nach etwa einer stunde ging ich ins haus, um etwas zu holen. kein joschi auf dem bett, im bad, auf dem sofa, kein joschi nirgendwo. joschi weg. nachdem ich alles abgesucht und sogar unter dem haus nachgeschaut hatte, war er immer noch weg. leise panik beschlich mich. ich lief schnell zum steg zurück und schlug alarm.

innerhalb von minuten raste rufend und pfeifend ein ganzer familien-suchtrupp durchs haus, schaute hinter alle möbel, leuchtete unter das bett, ging um das haus herum, nichts. kein joschi. die eine hälfte der familie brach in panik aus, die andere verbreitete zuversicht, dass er sicher gleich wieder auftaucht. 1 stunde war nun seit seit seinem verschwinden vergangen. immer wieder durchsuchten wir das kleine holzhaus, ich zog sogar die mobilen, schwarzen bettkästen ein stück unter dem bett hervor und schaute dahinter nach. nada. niente. nix joschi.

joschi haut nie ab. okay, ein-, zweimal, aber das war was anderes. einmal, als eine heiße hündin in der nachbarschaft war, und ein anderes mal ist er beim ausritt im wald verschütt gegangen, weil er die falsche abzweigung genommen hatte. aber einfach so abhauen? nö, nicht seine art. wir spekulierten herum. eine heiße hündin schlossen wir aus, da er sonst den tag über schon mal reagiert hätte, rüdig, wie er ist. vielmehr mutmaßten wir, dass er ein wenig spazieren gegangen ist und dabei irgendetwas schiefgelaufen sein musste: verirrt, entführt, überfahren. die panik wuchs, mittlerweile war es dunkel.

wir teilten uns auf und begannen, den campingplatz systematisch abzusuchen. wir fragten jeden, den wir sahen, ob er einen mittelgroßen, schwarzen, wuscheligen hund gesehen hatte. wir leuchteten in die büsche, schauten hinter zäunen. nichts. wie vom erdboden verschwunden. ein paar liebe nachbarn, ebenfalls hundebesitzer, schlossen sich uns an und machten sich mit taschenlampen bewaffnet auf die suche. aus allen ecken ertönte es:

„joooooooschiiiiii. pffffffft. jooooschiiii!!!!!“

es war zwischenzeitlich 1 uhr morgens. die stimmung war auf dem tiefpunkt angelangt. der hund blieb verschwunden. während meine eltern im haus blieben, setzten sich mein mann und ich nochmal ins auto und fuhren los. wir klapperten wiederholt alles ab, fuhren in den ort hinein und die straße im umkreis einiger kilometer ab. von joschi keine spur. niemand hatte ihn gehört oder gesehen. tief traurig, resigniert und todmüde beschlossen wir um halb 2 die suche abzubrechen, schlafen zu gehen und am nächsten morgen eine neue suchaktion zu starten. vielleicht hatte ihn ja jemand über nacht ins haus genommen.

wir parkten den wagen hinterm haus und stiegen mit hängenden schultern aus. „wuff“ kam es leise aus dem haus.

„wuff???????????“ wie jetzt „wuff?“

da ertönte es ein zweites mal aus dem haus: „wuff“ 

wir schauten uns fassungslos an und rannten los. auf der terrasse saßen meine völlig erledigten eltern und schauten uns mit einer mischung aus amüsierter erleichterung und erschöpfter wut an. neben ihnen saß joschi. saß da und wedelte uns verhalten an. und verschwand wieder im haus. sichtlich mit der last des schlechten gewissens beladen. was war passiert? wie und wo tauchte er wieder auf? wo war er gewesen?

wollt ihrs wirklich wissen?

joschi.war.gar.nicht.weg.gewesen. er war die ganze zeit über da. unterm bett. und hatte sich, still wie ein bettpisser, versteckt. einfach nur versteckt. 4 stunden lang lag er unbeweglich und mucksmäuschenstill unter dem bett, unter das wir mehrfach geleuchtet hatten. irgendwie scheint er dort einen toten winkel gefunden zu haben. lag da, machte kein pieps, vermutlich atmete er nur flach und versteckte sich. ignorierte 4 stunden lang unser rufen und pfeifen. ich schätze mal, er hatte einfach schiss, dass wir suchten, um ihn auf den verhassten steg zu schleppen. und ihn dort vermutlich nicht artgerecht zu foltern. während unserer letzten auto-such-tour ging mein vater ins haus, als er plötzlich ein sehr leises „wuff“ aus dem schlafzimmer hörte. vorsichtig ging er ins zimmer. unter dem bett schaute ein kleines stück hundepfote und ein stück hundeschnauze hervor. einfach so. „wuff“. dieses kleine hundearschloch. so ein drecksack. hinterhältiger, kleiner sausack.

die erleichterung, die wir spürten, könnt ihr euch sicher vorstellen, oder? ich kann es immer noch nicht fassen, dass er sich ganze vier stunden lang absolut perfekt vor uns versteckt hatte. und ich weiß immer noch nicht, ob ich ihn herzen oder einfach aus dem fell hauen soll. manchmal denke ich, der joschi ist schon 10 und langsam wird er ruhiger und macht nicht mehr so viel unfug. denkste. joschi hat noch lange nicht fertig.

so, und jetzt kann ich morgen früh dann endgültig beruhigt in die reha fahren 😆

und hier noch ein bild von joschi heute morgen, immer noch sichtlich von schlechtem gewissen geplagt:

 

Werbeanzeigen

Von Testosteron-Anglern und traumatisierten Hunden

joschis tag begann heute morgen ausgesprochen beschissen. mit einem gewaltigen gewitter. ich habe in meinem blog bereits viele episoden aus dem leben meines unerschrockenen tibet-terriers beschrieben, vor allem seine zahlreichen angstneurosen. joschi fürchtet sich absolut vor stubenfliegen und wespen. und vor großen, schwarzen hunden. vor plastiktüten. und vor gewittern. so kam es, dass ich bereits um viertel vor 7 einen auf erbensgröße geschrumpften, zitternden hund auf dem duschvorleger sitzen hatte. kurze zeit später dann unter dem frühstückstisch und noch etwas später auf dem schoß. die morgendliche gassirunde scheiterte. mein mann, der mit joschi im schlepptau in die dunkle, nasse, donnernde morgenhölle aufbrach, kam 1 minute später wieder zurück. mit einem aufgeweichten hund, der ein wildes flackern in den augen hatte, so als käme er geradewegs aus der todeszone zurück. es brach mir fast das herz, ihn alleine lassen zu müssen, als ich ins büro aufbrach.

als ich um 2 nach hause kam, hatte er erstaunlicherweise nicht die wohnung zugekackt. so ein braver hund. schnell schnappte ich mir die leine und schritt schnellen schrittes in richtung naherholungsgebiet. die sonne schien, die vögel zwitscherten, die morgendliche bedrohung war weit weg. es war eine dumme laune des schicksals, dass wir innerhalb von 5 minuten 2 große, schwarze hunde trafen. joschis angst vor großen, schwarzen hunden äußert sich in der regel in „angriff ist die beste verteidigung“, heute aber machte er ein verklemmtes *wuff* und wuschte vorbei. hm, immerhin wird joschi am 22. dieses monats schon 10. vielleicht sind seine zeiten als leidenschaftlicher straßenkämpfer auch langsam vorbei. mir war es recht, dass es nicht zum showdown kam und wir bogen zum stadtweiher ab. in unserem wohngebiet gibt es einen kleinen weiher, der vielseitig genutzt wird. im winter kann man wunderbar darauf schlittschulaufen, die bänke am ufer sind das ganze jahr über beliebter penner-treffpunkt und kaum wird es wärmer, tauchen die ersten angler auf. urgh. ich würde nie im leben einen fisch essen, der aus dieser trüben brühe kommt! heute standen 3 männer am ufer und angelten. ein junger testosteron-primat mit muskelshirt, armeehose und batschkappe, ein ebenso junger hänfling in schlabberklamotten und ein alter zausel. besser gesagt: 1 angelte, die beiden anderen gaben tipps. alle drei waren angesoffen und schlürften munter bier aus dosen. der hänfling stand am ufer und machte wilde angelbewegungen, der primat rief ihm zu:

jürsche, wo ist dann der schwimma?“

„häää???“

„der schwimmäääärrrr!“

„fort.“

aha. der alte zausel fuchtelte mit seinem krückstock herum und erzählte wilde geschichten, was für riesige fische er in seinem bewegten leben schon geangelt hat. alle drei waren glücklich und zufrieden.

wieso ich das alles so gut beobachten konnte? weil joschi direkt neben ihrer ausrüstung einen ausdauernden kackkrampf bekam und ich mit unbeteiligtem blick so tat, als würde ich das angeln beobachten 😉

Pottsau und Bürstenkopf

nein, diesmal ist nicht joschi die pottsau. lola diesmal. als ich sie heute aus der box holte, habe ich kurz über eine spontane notschlachtung nachgedacht.

 

 

 

joschi ist der frisch geschorene (beleidigte) bürstenkopf.

 

 

mit tieren hat man immer spaß 😉

Joschi macht Yoga

meine mam hat mich gerade angerufen und mir eine sehr putzige geschichte erzählt. hauptprotagonist: joschi. ihr wisst schon, unser aller tibet terrier, der stets für überraschungen gut ist. jedenfalls verbringt joschi gerade ein paar wellnesstage bei meinen eltern. oma- und opaurlaub. das liebt er immer sehr. extrem hoher hätschelfaktor.

meine mam ist yogalehrerin. da sie den yogaunterricht zu hause macht, hat sie meinen papa vor der yogastunde mit joschi spazieren geschickt. die beiden sind dann wohl zu früh zurückgekommen und joschi hat sich blitzschnell, bevor mein papa ihn greifen konnte, in den yogaraum reingeschlichen. dieser hund kann so glatt sein wie ein fisch, wenn er will. die gruppe machte gerade die abschließende tiefenentspannung. alle hatten die augen geschlossen.

als meine mam die augen öffnete, dachte sie, sie sieht nicht richtig. mitten in der gruppe saß joschi. mucksmäuschenstill. und streckte eine pfote in die luft. ein bild für die götter. die yogaschüler merkten nichts davon, lagen alle noch entspannt auf dem boden. und mittendrin, joschi, in pfoten-asana.

ach, es gibt so schöne dinge auf dieser welt 😆

Schneeberge und fliegende Tibet Terrier

klingt abenteuerlich, oder? war es auch! und wunderschön. ich habe noch nie irgendwo so viel schnee gesehen, wie in dieser woche in oberlech. die ortsansässigen erzählten uns, dass das letzte mal 1999 so viel schnee lag. das war das jahr der schneekatastrophe. 2 x war in der woche der flexenpass zu. 1 x bei unserer anreise, was dazu führte, dass wir in bludenz zwischenübernachten mussten. die hotels waren so überfüllt, dass wir uns mit einem jungen paar ein appartment geteilt haben. so lernt man neue menschen kennen 😉 . lustigerweise hatten die beiden eine pension in unmittelbarer nachbarschaft gebucht und wir spielten das eine oder andere mal zusammen canasta und rodelten wie die verrückten die rodelbahn runter. jugend belebt!

wir hatten eine tolle schneewoche, mit wunderbarem pulverschnee, 3 tagen sonne pur, 2 schneetagen, an denen wir mit joschi lange wanderungen unternommen haben, mein mann und ich waren erstmals froh, mit helm zu fahren (2 ganz schön heftige stürze gehabt), und wir haben große mengen superleckeres österreichisches essen vertilgt. mjammo.

joschilein war in seinem element. als waschechter tibet terrier liebt er schnee über alles. vor allem in solchen mengen. das hat er auch noch nicht erlebt. er buddelte sich bis zur nasenspitze ein, wühlte, wälzte, pflügte sich durch den tiefschnee, raste herum, tobte, sprang und – flog. aber dazu gleich. er hatte 2 dicke freunde: bolle, einen rotzfrechen einheimischen jack russell und dunja, eine sportliche lawinenrettungshündin. er hatte innerhalb von 3 tagen einen riesigen fanclub: alle hotelgäste. alle liebten ihn und kraulten ihm löcher ins fell. joschi machte sitz, platz, gab pfötchen, machte „give me five“ (das einzige kunststückchen, das er kann) und war kurz davor, handstand zu machen.

joschi machte in dieser woche zwar keine ausbildung zum lawinenrettungshund, dafür ist er nun aber staatlich geprüfter flughund. und das kam so: während eines ausgedehnten spaziergangs bekam joschi seine 5 minuten und tobte herum wie ein irrer. da kam mein mann auf die idee, ihn hochzuheben und im großen bogen in den tiefschnee zu werfen. joschi war begeistert. zumindest am anfang. dann hatte er keine lust mehr. wir warfen ihn aber noch ein weilchen weiter. gemein, ich weiß. machte aber so spaß. joschi bekam irgendwann einen tobsuchtsanfall und dann haben wir wieder damit aufgehört. man soll immer aufhören, wenn es am schönsten ist. aber seht selbst:

Reisewolf zum Ersten

…in diesem jahr. morgen gehts ab nach österreich, zum skifahren. ich freu mich schon wie bolle. in dem hotel fühlen wir uns wie zuhause und dieses jahr haben wir auch tonnen schnee. und ich neue ski. habe meine racecarver auf den speicher verbannt, nachdem ich letztes jahr spüren durfte, dass es nicht gut ist, wenn die skier schneller sind als der mensch. dann kommt jetzt halt die zeit der gemütlicheren skier. und wisst ihr, was das tollste ist? joschi darf mit in den schnee. ein echter tibet terrier muss auch mal in den schnee und die berge dominieren.

ich danke euch allen für die superlieben kommentare auf meinen letzten post und sag mal tschüss, bis bald, alles gute 😆