Halloween und eine verwirrte Katerwolf

„süßes oder saures!“

tönt es alle paar minuten von der haustür her. vermummte gespenster stehen mit riesigen säcken vor derselben und fordern ihren halloween-beitrag. da ich, wie jedes jahr, völlig vergessen habe, dass halloween ist, kann ich nur mit scharfen nüssen dienen, die ich irgendwo noch in der schublade gebunkert hatte. die kommen aber sensationell gut an. hätte ich nicht gedacht. vermutlich haben die gespenster schon einen süßigkeiten-overkill.

gerade eben stand ein völlig verzücktes gespenst vor meiner tür und drückte selig eine packung „schwarzer-pfeffer-nüsse extra scharf“ an seine brust und schwärmte voller theatralik:

“ ja, oh ja, endlich nüsse, scharfe nüsse, ja, ja, oh, vielen dank, scharfe nüsse, wie wunderbar!“

ich tippe auf 6. klasse, theater-AG 😉

ansonsten habe ich einen irgendwie verwirrten tag zu verzeichnen. werde ich alt, weil mir die zeitumstellung zu schaffen macht? heute war ich in der mittagspause kurz in der stadt (reiseführer indien kaufen) und fragte mich, ob wir nun sommerzeit oder winterzeit haben. bei gefühlten 20 grad und strahlender sonne hatten alle cafés in der altstadt ihre tische und stühle draußen, menschen saßen mit sonnenbrillen und t-shirts in der sonne, die eiscafés waren knackevoll. als kontrastprogramm boten ein paar markthändler nebendran ihre adventskränze an und ab und an sah man in der menschenmenge die eine oder andere gestalt mit wintermütze und fellmanntel. ganz nach dem motto: die uhren werden umgestellt, also rein in die winterklamotten. irgendwie verwirrend, das ganze.

und als ich eben zur gewohnten zeit ausreiten war, war ich vollends verwirrt, als auf dem rückweg die sonne begann unterzugehen. häähhh??? war ich unterwegs unbemerkt durch eine zeitmaschine geritten? nö, war einfach nur halb 6. ne, leute, das ist nichts für mich mit der winterzeit. ich glaub, ich verkleide mich jetzt als eiszapfen und ziehe mit joschi, als bösem zottelmonster, randalierend von tür zu tür und brülle:

„süßes oder saures!“ 

Dies & Das, Ananas

reimt sich 😆

ansonsten:

wenn ich aus dem fenster schaue, kann ich es kaum fassen. ich kann mich nicht erinnern, so ein wetter im dezember in meiner heimatstadt jemals erlebt zu haben. ihr? es ist wunderschön, ABER ich habe muffe, dass es weiterschneit und mein sohn am donnerstag nicht mit dem flieger aus ungarn kommen kann. drückt die daumen, dass das wetter uns keinen streich spielt. darüber wäre ich sehr, sehr traurig.

gestern bin ich wagemutig im dichten schneegestöber zum pferd gefahren. kam mir vor wie auf einem anderen planeten. kaum ein auto unterwegs, überall schneeberge. ich bin erstaunlich gut durchgekommen, obwohl der stall auf dem land hinter 7 bergen liegt. lola ging schnaubend auf hufspitzen aus dem stall, freute sich insgesamt aber offensichtlich sehr über die abwechslung. wir waren alleine auf weiter flur. ich schwöre, die anderen pferde waren neidisch. joschi kam auch auf seine kosten. wurde mehrfach gestriegelt, pfoten ausgekratzt und diverse pferdeleckerli abgestaubt. starb dann allerdings vor eifersucht, als ich mit lola in der halle verschwand. ohne ihn. anstatt wie gewohnt im wald. mit ihm. schaute offen missgünstig, als ich lola eine warme pferdedecke überzog. ohjeh, da bahnt sich was an. nach pfoten auskratzen, ihr wisst schon.

joschi vergisst derzeit ein wenig seine tibetischen hochlandwurzeln. läuft 2-3-beinig durch den schnee und wäre lieber im süden.

seit ich aus südafrika zurück bin, also seit nunmehr 4 wochen, habe ich sehr viel arbeit und komme darüber hinaus zu wenig. auch zum bloggen. freue mich auf ein paar freie tage und zeit. zeit. zeit. auch zum bloggen.

seit mitte september arbeite ich wieder voll. und tue mich zuweilen schwer. die alte belastbarkeit lässt noch auf sich warten. ob sie jemals wiederkommt? wie auch immer: ich bin froh, dass ich ab januar auf 3/4 reduziert habe.  ich brauche mehr zeit. auch zum sport, der in den letzten 4 wochen litt. und dabei so essentiell wichtig ist für meine weitere genesung. auch deshalb bin ich froh, im januar mehr zeit zu haben.

ich habe in den letzten 4 wochen insgesamt etwa 5 stunden geschlafen. so kommt es mir zumindest vor. tamoxifen und zoladex machen es möglich. die extremen schlafstörungen sind sehr belastend. ich habe schon alles mögliche probiert. medikamentös ist das bei gleichzeitiger einnahme von tamoxifen eine heikle sache.  die ich daher einfach meide. aber auch ausdauersport und autogenes training und tiefenentspannung und heiße milch und weiß der geier, helfen nicht. ich habe aber herausgefunden, dass diese schlafstörungen zyklisch verlaufen. in etwa so: 3-4 wochen furchtbar mies schlafen. dann kommt eine etwa 2 wöchige gute schlafphase. man munkelt, dass man sich nach etwa 1-2 jahren an tamoxifen und zoladex gewöhnt und die nebenwirkungen nachlassen. ich glaube also daran. und dann wäre auch land in sicht. ende januar habe ich 1 jahr geschafft. das wird.

trotz nichtschlafen und trotz diagnose brustkrebs geht es mir erstaunlich gut. und es geht mir immer besser.  in mir manifestiert sich immer deutlicher das bewusstsein: ich lebe nicht nur noch sondern ich habe überlebt. und bin immer mehr davon überzeugt, dass es auch so bleibt. und darüber freue ich mich jeden tag aufs neue. egal was sonst ist. ich stehe auf und genieße den tag.  sympathisiere mit dem gedanken, mir ein t-shirt mit dem aufdruck I survived breastcancer zu machen und zu tragen. ist vermutlich aber zu makaber.

geständnis des tages: ich habe angefangen die twilight-bücher zu lesen. und bin jetzt süchtig. bin ein wenig traurig, dass mein mann kein vampir ist.  für manche dinge wird man nie zu alt. wunderbar!

Ausgegrübelt und ein kleines Wunder

vielen, lieben dank für die zahlreichen, sehr hilfreichen kommentare gestern *love*. die sache hatte mich doch ganz schön umgetrieben. nachdem ich gestern nachmittag im reitstall war, hat sich die sache aber zum positiven geklärt. zum einen steht noch nicht fest ob die besitzerin lola überhaupt verkaufen wird und zum anderen hat sich gestern spontan noch eine alternative für mich aufgetan. ich hätte jederzeit die möglichkeit auf eine andere reitbeteiligung umzusteigen. jetzt schauen wir einfach mal, wie sich alles entwickelt. sieht aber alles gut aus. für die meisten probleme im leben gibt es eine alternative. für die meisten. ne tolle alternative zum brustkrebs ist mir bislang leider noch nicht über den weg gelaufen *seufz*. doch, die alternative ist das überleben und daran werde ich trotzig und eisern festhalten.

gestern ist mir übrigens etwas lustiges passiert. ich war um 4 zum ausreiten verabredet. das wetter hier war unter aller kanone und als ich zum stall fuhr, geschah dies unter einem unglaublich schwarzen, fast zum boden reichenden himmel, aus dem es in strömen goss. meine scheibenwischer kamen kaum mit. ich kam mir vor wie in einem amphibienfahrzeug. während ich lola putze und sattelte und mich mental aufs reiten in der halle einstimmte, prasselte der regen unaufhörlich aufs stalldach. dann, mit einem mal hörte es auf und es wurde hell. ich trat vor das stallgebäude und schaute ungläubig in einen blauen, sonnigen himmel empor. wo kam der denn plötzlich her? seltsam. kurzentschlossen schwangen wir uns auf die pferde und machten uns mutig in den wald auf. was soll ich sagen, wir ritten 1 stunde unter prachtvoller sonne und blauem himmel durch den bunten herbstwald und freuten uns des lebens. kaum waren wir zurück und hatten abgesattelt, zog sich der himmel zu. und als ich mich ins auto setzte und die tür hinter mir zumachte, ergoss sich der himmel über mich und ich fuhr unter pechschwarzem himmel im strömenden regen nach hause. das war doch mal ein kleines wunder, würde ich sagen 😆

habt einen schönen tag und ich wünsche euch ein kleines wunder 😆