Mal wieder Tamoxifen

ja, mal wieder!

„Neue Erkenntnisse zur Wirkung und Nicht-Wirkung von Tamoxifen

Tamoxifen, das traditionelle Medikament für eine antihormonelle Behandlung von hormonsensiblem Brustkrebs, macht seit einigen Jahren bei jenen Genforschern von sich reden, die sich mit der Verstoffwechslung eines Medikaments durch den individuellen Menschen mit seiner unterschiedlichen genetischen Ausstattung beschäftigen. Diese Wissenschaftler heißen Pharmakogenetiker.

2004 haben sich diese Forscher auch mal Tamoxifen vorgeknöpft und entdeckt, dass Tamoxifen seine volle antiöstrogene Wirksamkeit erst durch eine „Weiterverdauung“ in der Leber zum aktiven Stoffwechselprodukt Endoxifen entfaltet. Deshalb ist Tamoxifen – ähnlich wie die Chemo-Pille Capecitabine (Xeloda) – ein „Vorstufenmedikament“, „Prodrug“ genannt. So nennt man ein Medikament, das sich erst durch die Einschaltung weiterer Enzyme zu dem entwickelt, was es eigentlich bewirken soll.

Damit Tamoxifen in der Leber zu Endoxifen werden kann, muss das Enzym CYP2D6 in Aktion treten. CYP2D6 ist eines von vielen Mitgliedern der großen Cytochrom-P450-Genfamilie. Einige dieser, von Genen gesteuerten Leberenzyme sind für die Verstoffwechslung von Medikamenten von großer Bedeutung.

Leider hat das CYP2D6-Gen einen Haken. Es existiert in rund 70 verschiedenen Varianten. 16 dieser Genvarianten haben zur Folge, dass das für die Tamoxifen-Wirkung so wichtige CYP2D6-Enzym erst gar nicht gebildet wird. Rund 7 Prozent der Bevölkerung fehlt dieses Enzym komplett.

  • Frauen mit Brustkrebs, die Trägerinnen einer genetischen Variante mit zu niedriger oder fehlender CYP2D6-Aktivität sind, ziehen keinen oder einen nur geringen Nutzen aus ihrer Behandlung mit Tamoxifen. Sie gehören zu den „langsamen Verstoffwechslern“.
  • Es gibt aber auch Frauen, bei denen zu viel CYP2D6-Genaktivität vorliegt. Sie bauen Tamoxifen so schnell ab, dass sein aktiver Bestandteil Endoxifen nur Nebenwirkungen macht, aber keine Zeit für die vorgesehenen Wirkungen hat. Frauen mit diesem Gen-Make-up sind die „ultraschnellen Verstoffwechsler“.
  • Nur Frauen, die das CYP2D6-Gen in seiner ursprünglichen Reinform besitzen und mindestens ein, manchmal auch zwei funktionsfähige Gene haben, können von Tamoxifen die optimale Wirkung erwarten, nach neuesten Studien sogar eine bessere Wirkung als die von Aromatasehemmern. Sie sind die „extensiven Verstoffwechsler“, weil sie vollen Benefit aus dem Medikament ziehen.“

quelle und vollständiger artikel: Neue Erkenntnisse zur Wirkung und Nicht-Wirkung von Tamoxifen

diesen so genannten CYP2D6-test habe ich vor unserem urlaub machen lassen. am mittwoch kam das resultat: meine enzymaktivität ist schwach erniedrigt 😦

mein arzt sagte, ich solle mich nicht beunruhigen, das tamoxifen würde dennoch wirken und ich hätte gemeinsam mit zoladex und zometa ausreichend schutz. hm. was heißt das aber nun genau: schwach erniedrigt? heißt es, dass das tamoxifen wirkt, aber nicht vollständig? 0der nur ein bisschen wirkt? oder ist das bisschen ausreichend? uff. das mit dem nicht beunruhigen klappt nicht. werde meinen arzt am montag nochmal anrufen und löcher in den bauch fragen müssen. geht nicht anders.

Werbeanzeigen