Yoga mit Hund

stell dir vor, du machst yoga. du sitzt zu hause auf deiner yoga-matte und gibst dich wohlig entspannt der inneren tiefenentspannung hin. dann tauchst du langsam wieder aus der entspannung auf, öffnest deine augen und siehst: das

genau in diesem größenverhältnis. so ist das, wenn ich yoga mache. ich weiß, ich müsste ihn eigentlich aussperren. aber ich würde ein hundeherz brechen. wo joschi es doch so liebt, wenn ich yoga mache. wenn ich meine yoga-matte ausrolle, kommt er sofort hoch motiviert angeschossen, wedelt wie verrückt , setzt sich mitten drauf und schaut mich begeistert an. sobald ich mich in den schneidersitz niederlasse und mit meinen atemübungen beginne, entwickelt er eine art panik, so als würde ich bei den atemübungen plötzlich versterben. um dies zu vermeiden, fängt er zunächst an, zwanghaft, ausdauernd und sorgfältig meine handflächen abzulecken. und dann jeden finger einzeln. danach legt er sich in der regel unter einsatz seines ganzen körpers dicht an mich heran und presst seinen ganzen, warmen hundekörper an mich. das sieht dann in etwa so aus:

bei einer atemübung, die sich simhasana, der löwe, nennt, streckt man beim ausatmen dynamisch die zunge raus und brüllt wie ein löwe. das ist ein späßchen! joschi steht dann starr stierend vor mir und knurrt. ja, er knurrt mich an! wenn ich dann mit meinen körperübungen anfange, ist er überall dort, wo ich eigentlich sein soll, so dass ich ständig auf ihm liege oder ihn zwischen den füßen habe. wenn ich ihm mal einen blick zuwerfe, mag er auch noch so winzig und aus den augenwinkeln sein: völlig begeistertes hundegesicht.

das highlight ist die tiefenentspannung zum schluss, genannt yoga nidra. man liegt dabei flach auf dem rücken in shavasana, der totenstellung. möglicherweise sieht man dabei auch so aus. jedenfalls wirkt es so auf meinen hund. er versucht mich während der ganzen zeit wiederzubeleben. entweder durch konstantes ablecken meiner hände und ohren. oder durch ablenkungsmanöver. sehr beliebt: mit quietsche-huhn oder quietsche-knochen möglichst in kopfnähe liegen und rhythmisch quietschen: quietsch quietsch quietsch. wahlweise versuchen, mir sein quietsche-hühnchen irgendwie unterzuschieben, also unter die decke, die auf mir ausgebreitet liegt, um es dann wieder auszubuddeln. vor paar tagen habe ich mitten in der tiefenentspannung das huhn geschnappt und es unter die decke gestopft, weil ich echt genervt war. fehler! die folge war ein völlig aufgekratzter hund, der auf mir herumlief um zu schauen, wo es unter seinen pfoten quietscht.

ich weiß, ich sollte ihn aussperren. aber ich würde ein hundeherz brechen.