Brustkrebs, 4 Jahre nach der Diagnose

Hey, ihr da, meine lieben Blogleserinnen und Blogleser! Obwohl ich auf diesem Blog kaum noch unterwegs bin, sehe ich, dass er noch sehr rege gelesen wird. Und nach wie vor erreichen mich häufig persönliche Anfragen per mail, die sich auf meine Erfahrungen mit meiner Brustkrebserkrankung beziehen. Da dachte ich, ich schreibe einfach mal wieder was, ok? 🙂

Habe heute daran gedacht, dass seit meiner OP im Januar 2010 tatsächlich schon über 4 Jahre vergangen sind. 4 Jahre, seit mein Leben neu begonnen hat. So sehe ich das immer noch. Die Diagnose damals hat mich so kalt erwischt und war so ein harter Einschnitt, dass mir das damals sehr die Augen geöffnet hat. Über mich. Über das Leben. Den Tod. Die Vergänglichkeit. Über die einzigartige, kostbare Schönheit des Lebens. Und darüber, wie schnell alles vorbei sein kann. Das Schicksal einiger Weggefährtinnen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, sei es durch meinen Blog, sei es durch die Rehas oder im privaten Umfeld, verdeutlicht mir einmal mehr, wie viele Frauen betroffen sind und wie ähnlich es uns allen geht. Jede macht ihre eigenen Erfahrungen und hat ein unterschiedliches Empfinden. Das Gefühl, „aufgewacht zu sein“ bzw. ein neues Leben angefangen zu haben, das habe ich jedoch von sehr vielen gehört.

Ich nähere mich dem Ende meiner Therapie. Ende Januar war die OP, Anfang Februar begann die AH-Therapie mit Tamoxifen, das ich immer noch nehme und Zoladex, das ich seit Mai 2013 wieder nehme. Aber nicht wegen Brustkrebs sondern wegen der Blutungen, die ich etwa zur gleichen Zeit im Jahr 2013 bekam. Die Zometa-Therapie ist abgeschlossen, Tamoxifen werde ich voraussichtlich noch bis Anfang 2015 nehmen. Und dann? Wir werden sehen. Ich hoffe, dass der Brustkrebs oder irgendein anderer Krebs nie mehr zurückkommen werden. 

Ich denke nicht mehr dauernd an die Erkrankung. Zumindest nicht mehr aktiv. Im Unterbewusstsein ist es natürlich da. Aber die Angst hat viel von ihrem Schrecken verloren. Das Vertrauen wird immer größer und gleichsam der Glaube ans weitere Überleben. Ich hoffe, das bleibt so. Ich hoffe, ich bleibe gesund.

Ich finde, ich habe für mich einen guten Weg gefunden, mit der Erkrankung umzugehen. Habe mir Hilfe geholt, wo es mir sinnvoll erschien, bei meinen Ärzten, bei meinem Psychoonkologen, bei Familie und Freunden. Ich habe mein Arbeitspensum reduziert und meiner Freizeit mehr Raum gegeben. Ich habe mich von einigen „alten Zöpfen“ getrennt und mir ein paar neue, schöne wachsen lassen. So habe ich wieder mit dem Reiten angefangen und die Tatsache, dass ich kurze Zeit später ein Pferd geschenkt bekam, bestärkt mich darin, richtig entschieden zu haben. Ich habe einen zweiten Hund 🙂 Ich reise viel. Und ich bin unendlich dankbar, dass ich das alles so machen kann. Weil ich lebe und weil ich das Glück habe, die nötige Unterstützung zu haben. 

Früher habe ich das nicht so wahrgenommen. War viel und oft unzufrieden, deprimiert. Das ist jetzt anders. Ich nehme mein Privileg, gut leben zu können und überhaupt leben zu können, deutlich intensiver wahr. Früher habe ich mit meinem Leben ab und an „Schindluder betrieben.“ Jetzt ernähre ich mich besser, mache Sport, lebe mit einem Mann zusammen, der mir gut tut und gönne mir Dinge, die ich früher auf „irgendwann später“ geschoben hatte. Weil ich erlebt habe, dass es manchmal kein „später“ gibt. Schneller als man denkt. Ich bin duldsamer mit mir selbst, bin netter zu mir selbst. Und bin nicht mehr sauer auf meinen Körper, weil er so krank geworden ist, mich im Stich gelassen hat. Irgendwann muss man damit aufhören, sich selber auszubeuten, sondern damit anfangen, sich Gutes zu tun. Vielleicht versteht ihr, was ich damit meine?

Ab und an haut es mich um. Ich bin einfach nicht mehr so belastbar wie früher. Aber ich lerne es zu akzeptieren. Heute habe ich meine Enantonespritze bekommen und bin für den Rest der Woche krankgeschrieben, weil es mich beutelt. Aber das ist so. Ich lebe. Ich bin glücklich.

Es ist schön, dass die Sonne scheint.

Hamlet

Ok, ok, ich sags gleich, unter der Überschrift stellt man sich sicher etwas anderes vor als das Kommende. Das da lautet: Gebärmutter oder nicht Gebärmutter, das ist die Frage. Mein aktuelles Abenteuer dreht sich nämlich um mein gutes, altes Mädel, das seit Februar mächtig Zicken macht. Ihr wisst ja: ich 2010 Brustkrebs, OP, kein Lymphbefall, keine Chemo, gute Prognose, als Therapie seit 2010 Tamoxifen. Für alle Laien nun die Sendung mit der Maus: Tamoxifen blockiert Östrogen in der Brust, fördert es hingegen in den Eierstöcken. Da unter Tamoxifen gerne die Periode ausbleibt, wenn man wie ich noch nicht in den Wechseljahren ist, kommt es häufig vor, dass sich in der Gebärmutter zu viel Gebärmutterschleimhaut aufbaut, die nun durch die ausbleibende Periode nicht raustransportiert wird, sondern in der Gebärmutter ihr Unwesen treibt. Manchmal kommen Polypen hinzu und dann ist der Schlamassel perfekt.

So wie bei mir bei der letzten Nachsorgeuntersuchung Ende Februar. Innerhalb von 3 Monaten hatte sich da mächtig was zusammengebraut. Die Folge war eine Ausschabung am 4. März, lief alles glatt, Befund war in Ordnung, alles gut. Sollte man meinen. Bis vorletzten Mittwoch. Da fing Frau Katerwolf leise an zu bluten. Und dachte zunächst, die Periode sei nach 2 1/2 Jahren zurückgekommen. In der Nacht wurde die Blutung immer stärker und am frühen Morgen folgte ein totales Blutmassaker, in dessen Verlauf ich im Krankenhaus landete und ratzfatz unters Messer kam. Not-OP. Eine ziemlich gruselige Erfahrung. Die letzten 2 Wochen lag ich wie ein Zombie auf dem Sofa herum und seit 3 tagen wackel ich wieder durch die Gegend. Auch wenn ich immer noch aussehe wie ein Zombie. Wenn deine Umgebung anfängt dir zu erzählen, wie mitgenommen du aussiehst, dann ist da was dran.

Und nü?

Guter Rat teuer. Am Donnerstag war ich zur Nachkontrolle, die Ergebnisse belegen, dass meine Eierstöcke wie irre Östrogen produzieren, bei gleichzeitigem Gelbkörperhorrmon-Mangel. Das kann bedeuten, dass ich in Windeseile wieder Gebärmutterschleimhaut im Dinoformat aufbaut. Da liegt der Gedanke nahe: Einfach raus mit der Gebärmutter und Ruhe ist. Mein Gynäkologe, dem ich sehr vertraue, rät mir von einer weiteren OP ab und bringt eine medikamentöse Therapie ins Spiel. Die da lautet: Enantone (auch Zoladex) spritzen, dadurch die Eierstöcke ausschalten, Östrogenzufuhr stoppen und abwarten, bis diese durch die einsetzenden Wechseljahre von selbst den Geist aufgeben. So könnte man die “kritische” Zeit bis zu den Wechseljahren überbrücken. Trotz meiner 50 Lenze bin ich wohl immer noch ein Stückel von den “natürlichen” Wechseljahren entfernt. Würde bedeuten: künstliche Wechseljahre. Denn das ist die Folge von Enantone oder Zoladex. Nun schon zum zweiten Mal. Denn dieses Medikament bekam ich schon von 2010 bis Anfang letzten Jahres. Zoladex ist von den Nebenwirkungen her ein Scheißzeug. Man fühlt sich die halbe Zeit grässlich. Ich habe keine wirkliche Sehnsucht danach, noch einmal durch diese Prozedur zu gehen. Von einer Entfernung der Gebärmutter rät mir mein Arzt ab. Auch Dr. Chefarzt, der mich in der Not-OP unterm Messer hatte, vertritt diese Meinung. Ich habe mir noch 2 weitere Meinungen eingeholt, die beide besagen: Raus mit dem Ding. 2 gegen 2.

Und nü?

Keine rechte Ahnung im Moment. Wir haben uns darauf geeinigt, bis zur nächsten Kontrolle in 2 Wochen der Natur ihren Lauf zu lassen. Dann werden wir sehen. Wenn sich wieder etwas zusammenbraut, was recht wahrscheinlich ist, müssen wir wohl eine Entscheidung treffen. Aber wer weiß, vielleicht hat Frau Katerwolf nun endlich auch mal Glück. Und das Ganze beruhigt sich wieder. Glück. Glück. Glück. Hier bin ich.

Glaubt mir, ich hätte heute lieber etwas geschrieben.

Nachsorge: Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt…

…dann ist es heute ein heiteres, stilles lied voller glück.

heute war meine brustkrebsnachsorge. die, moment mal *zähl* achte. im januar vor 2 jahren wurde ich mit der diagnose brustkrebs konfrontiert und begann mit meiner therapie: brusterhaltende operation und im anschluss antihormontherapie und zometa als zusatztherapie. ich nehme täglich eine tablette tamoxifen ein, alle drei monate bekomme ich eine enantone-spritze und alle 6 monate eine infusion mit bisphosphonaten, zometa. ich habe 1 jahr lang mistelspritzen bekommen und habe insgesdamt 2 akupunkturbehandlungen und weiterführende TCM-behandlungen (traditionelle chinesische medizin) gemacht.

ich gehe seitdem alle drei monate zur nachsorge. es wird ultraschall der brust, der gebärmutter und der leber gemacht. blut überprüft. ein abstrich gemacht. und alle 6 monate kommt eine mammographie hinzu. außerdem gehe ich alle 4 wochen zu einem psychoonkolgen, mit dem ich über meine verborgenen ängste sprechen kann, wofür ich sehr dankbar bin. ich habe bislang insgesamt 2 rehas in anspruch genommen und werde versuchen, dieses jahr meine dritte und letzte reha genehmigt zu bekommen.

im vergangenen jahr spürte ich, dass es mir anfing, immer besser zu gehen, kraft zurückkam, die fähigkeit, wieder in die zukunft planen zu können und ein stück weit mehr belastbarkeit. lebenswille und lebensfreude waren nie mein problem, die meldeten sich schon 1 woche nach der operation zurück. problematisch war die angst, die mal mehr, mal weniger stark mein denken und handeln beeinflusste. wie eine innere uhr, die tickt. im verborgenen. mal leise, mal laut. ich habe das aber akzeptiert, denn wie, bitte schön, soll man keine angst haben, wenn man an krebs erkrankt. im vergangenen sommer, während meiner 2. reha auf föhr, habe ich ein großes stück angst losgelassen. ich merke das an einer erstmals einsetzenden entspannung und gelöstheit in mir. zum jahreswechsel spürte ich das ganz deutlich, ein schönes gefühl!

und heute war meine nachsorge. mein arzt ist ein toller typ. wenn ich ihn nicht gehabt hätte und hätte 🙂 er eröffnete mir, dass nun 2 teile meiner therapie bereits zu ende gehen. dass ich vor 2 wochen meine letzte enanatonespritze bekommen habe und im märz ist meine letzte zometainfusion. bleibt nur noch das tamoxifen. ich bin zuerst total erschrocken und sagte ihm, ob das einfach so geht und ob ich dann nicht deutlich schutzloser wäre. aber dem ist nicht so, beteuerte er mir, ich wäre damit einfach durch. und ich solle nun aufhören, mir sorgen zu machen, meine prognose sei ausgezeichnet und ich soll in die zukunft schauen.

erst als ich im auto saß und nach hause fuhr, fing ich an zu begreifen. habt ihr den stein von meinem herzen plumpsen gehört, bis zu euch? ich dachte, man müsse den plumps bis nach australien gehört haben. und während sich in mir ein stilles, strahlendes glück ausbreitete, wurde mir bewusst, dass ich in dem moment das erste mal ernsthaft daran glaubte, den krebs zu besiegen. vielleicht sogar schon besiegt habe *verwegen guck*.

es geht voran. heute ist einer der schönsten tage meines lebens.

Vorfreude

bei mir stehen die zeichen auf vorfreude. ich werde dieses wochenende einen schon lange geplanten wanderritt unternehmen 😆 die idee entstand, als ich mich vor einigen monaten mit 2 alten freundinnen getroffen habe, von denen eine 3 isländer ihr eigen nennt. und so werden wir morgen nachmittag aufbrechen und mit 1 übernachtung im landgasthof bis samstag abend spätsommerliche felder, wiesen und wälder durchstreifen. und das bei diesem herrlichen wetter, ich freue mich wie wutz 😆

die letzten 3 wochen waren 3 sehr gute wochen für mich, aber ich hatte auch 2 therapieeinheiten, die mich ordentlich geschlaucht haben. zum einen stand vorletzte woche meine insgesamt vierte zometainfusion auf dem plan. dummerweise habe ich sie diesmal gar nicht gut vertragen und plagte mich 2 tage mit knochenschmerzen und niedergeschlagenheit. seltsam. die ersten 3 behandlungen mit zometa habe ich einfach so weggesteckt. und gestern stand wieder meine dreimonatsspritze enantone an. zwischen der verträglichkeit von enantone und zoladex, das ich anfang des jahres zugunsten von enantone abgesetzt habe, liegen welten. dennoch macht mich auch das enantone 1-2 tage wackelig. gestern und heute bin ich wie auf eiern unterwegs. aber nun habe ich erstmal ruhe. das nächste enantone gibt es im dezember, die nächste zometainfusion im märz. dazwischen kommt nur eine nachsorge, diesmal eine kleine.

umso mehr freue ich mich nun auf ein durchweg sonniges, beschwerdefreies und heiteres wochenende auf dem pferderücken 😆

 

Plaudereien aus dem Brustkrebstagebuch: es ist alles in Ordnung

einfach mal ein kleiner zwischenstand. gestern hatte ich im rahmen meiner nachsorgeuntersuchung eine mammographie. seit meiner OP im januar 2010 war das die 3. diese untersuchung steht alle 6 monate auf dem programm. immer abwechselnd nur die operierte oder beide brüste. die letzte untersuchung war extrem schmerzhaft. als meine linke brust zwischen diese beiden platten gepresst wurde, tat das so weh, dass ich in die knie gegangen bin. was mir nicht gerade oft passiert, ich bin nicht sehr schmerz-wehleidig. von daher hatte ich gestern im vorfeld der untersuchung richtige panik und betrat den röntgenraum mit feuchten augen. was sich gott-sei-dank als unbegründet herausgestellt hat, weil die untersuchung gestern null weh getan hat. die röntgenassistentin meinte, der schmerz sei davon abhängig, ob die brust gerade weich oder hart ist. also mal wieder die hormone. jedenfalls scheint meine brust gestern butterweich, im gegensatz zu bretthart im januar, gewesen zu sein. es wurde auch noch eine ultraschalluntersuchung beider brüste gemacht.

es ist alles in ordnung.

nächste woche kommt die blutuntersuchung und übernächste woche dann die nachsorge bei meinem gynäkologen. in dessen praxis auch die blutuntersuchung gemacht wird. ich bin nach wie vor sehr froh, mich gleich nach der diagnose entschieden zu haben, zu diesem arzt zu wechseln. bei einem gynäkologischen onkologen in behandlung zu sein, hat meiner meinung nach den großen vorteil, dass alles in einer hand ist. er deckt das komplette therapiespektrum ab, es gibt eine hauseigene onkologische ambulanz, und nur die röntgenuntersuchung wird außer haus gemacht. ich finde das sehr angenehm.

ansonsten geht es mir gesundheitlich gut im moment. ich fühle mich zwar nicht so, als ob ich bäume ausreißen könnte, aber es ist alles im grünen bereich, ich kann nicht klagen.  und: ich wage es gar nicht auszusprechen, nicht dass es eine böse fee hört und hext. daher nur leise *flüster*: seit einigen wochen schlafe ich deutlich besser. ich werde nach wie vor nachts wach, aber ich schlafe wieder ein. und ich schlafe häufig durch bis, sagen wir mal, halb 6, 6. ich hatte schon seit anfang mai keine nicht-schlaf-phase mehr. und das ist einfach toll. nach fast einem jahr schlafentzug. wovon das kommt? hm, so richtig weiß ich es nicht. vielleicht, weil sich mein organismus an das tamoxifen gewöhnt hat. oder von der akupunkturbehandlung. oder von der umstellung von zoladex auf enantone. oder von allem zusammen. wie auch immer. ich schlafe. und hoffe, dass es so bleibt. aber jetzt reden wir lieber nicht mehr weiter davon, ihr wisst schon, böse fee und so *flüster*

Fett und aggressiv

keine angst, ich dreh jetzt nicht komplett durch 😉

aber wie ihr sicher gemerkt habt, beutelt es mich in letzter zeit ganz schön, was soll ich sagen! also diese phase ist mir bislang neu. ich könnte diese phase in etwa so wiedergeben: stimmungsschwankungen in allen variationen und in schnellem wechsel. auf den vordersten rängen tummeln sich zweifel, klarheit, verwirrung, klarer durchblick, angespanntheit, entspannung, selbstmitleid, mitleid mit anderen, körperliches unwohlsein (schlapp, gemischt mit „fühle mich wie eine qualle“), gut gelaunt und zufrieden, aggressiv und ich spüre in mir eine große trauer über den verlust des vergangenen….ich könnte jetzt munter weitertippen. man, man, man, die ganze palette. ich habe kürzlich sogar bei germanys next topmodel geheult, als alex zur titanic-titelmusik ihren freund wiedergesehen hat. so schlimm ist es. meine mitmenschen habe ich extrem lieb oder könnte sie vermöbeln, meist in rascher folge hintereinander. meinen hund auch.

wie es der zufall so will, habe ich gestern mit zwei frauen am tisch gesessen, beide um die 50, die beide eine brustkrebserkrankung hinter sich haben. die eine vor 8, die andere vor 10 jahren. ich wusste es nicht, sie sprachen mich darauf an, da sie wussten, dass ich im vergangenen jahr operiert wurde. es hat mir sehr gut getan, mit 2 frauen reden zu können, die den ganzen mist bereits hinter sich haben und nicht mitten drin stecken. was mir besonders auffiel, war die starke kraft, die die beiden ausstrahlten und eine ganz schöne entschlossenheit und lebensfreude und humor! das kenne ich auch bei mir, aber im moment verlässt es mich zwischendurch mal, zumindest kommt es mir so vor. jedenfalls erzählten sie mir in kurzen worten ihre geschichte (beide haben den knoten, wie ich, selbst entdeckt), ihren weg der genesung, ihre therapie (beide antihormontherapie mit tamoxifen und enantone gyn), ihr befinden während der therapie und wie es ihnen jetzt, nach der therapie geht. super. sie denken kaum noch daran und haben absolut keinen zweifel, dass die krankheit wiederkommen könnte.

während ich zuhörte wurde mir klar, dass sie genau die gleichen phasen durchlebt hatten wie ich bisher. auch die aktuelle grusel-quallen-phase. mit allen von mir oben geschilderten eigenschaften. beide sagten übereinstimmend, das gefühl „nicht mehr ganz sich selbst zu sein“ habe erst nach beendigung der therapie aufgehört. dann aber ganz. das stimmt auch mit dem überein, was ich bei der lieben masca gelesen habe.

aha. das geht also vorbei. puhhh.

das hat mich sehr, sehr beruhigt. denn in mir schimmerte folgender gedanke durch: mädchen, du darfst nicht vergessen, was für hammer-medikamente du tagtäglich und monatlich in dich reinmampfst und was die mit dir machen. so, wie es dir geht, das sind zum größten teil einfach ganz normale nebenwirkungen der medikamente. schließlich wirst du gerade unter anderem künstlich und turbomäßig durch die wechseljahre gejagt. wenn ich darüber nachdenke, hat diese blöde phase unmittelbar nach der umstellung von zoladex auf das neue präparat enantone gyn begonnen. ich vermute also mal, dass es daher kommt. das zoladex hat mich auch schon ordentlich gebeutelt, das enantone beutelt mich also auch.

zumindest eine besondere eigenschaft der antihormontherapie ist bislang an mir vorübergegangen. gewichtszunahme von 5-10 kg. das habe ich von vielen gehört, vor allem während der reha. aber wer weiß, vielleicht kommt das ja auch noch 😉

„ich werde jetzt fett!“

verkündete ich daher meinem liebenden gatten am abend.

„du meinst fett und aggressiv?“

war die schmunzelnde antwort.

5. Brustkrebsnachsorge

hallo meine lieben, ich hab grad so ein gefühl, ich hätte wochenlang nicht mehr gebloggt, dabei ist es eine knappe woche her. aber es war letzte woche so viel los bei mir, dass ich kaum 2x den laptop aufgeklappt habe. zum einen haben sich bei mir beruflich die dinge förmlich überschlagen, es stehen große veränderungen an, alles ist in bewegung und ich weiß gar nicht recht, wohin es führt. das hat mich erstmal ganz schön aufgewühlt. ABER. meine position sehe ich nicht als gefährdet an und ich habe beschlossen, der neuen situation offen und positiv zu begegnen. zum einen, weil ich mich vor stress hüten muss und zum andern, weil veränderung immer dann eintritt, wenn es sein soll. veränderung fragt in der regel nicht nach dem wann. also nehme ich das jetzt mal so an, wie es ist und hoffe das beste.

über die feiertage waren wir fleißig an unserem häuschen am see am werkeln, und heute tun uns zwar die knochen weh aber es wird bis ende mai fertig sein und der sommer kann kommen. was für ein gemütliches nest das wird, ich freue mich schon. sobald ich ein paar fotos habe, stelle ich sie hier ein.

das wichtigste aber war mein nachsorgetermin am vergangenen donnerstag. mein 5. mittlerweile. alle ergebnisse waren gut. blutwerte (tumormarker, leberwerte, etc.) sind sehr gut. die sonographie der leber, des oberbauchs, der brust (auch die lymphknoten am hals und unter den achseln wurden untersucht) und des unterleibs war ebenfalls in ordnung. tastbefund der brust unauffällig. abstrich in ordnung. all diese dinge wurden diesmal gemacht. in 3 monaten steht dann wieder eine mammographie an. es wird in meiner therapie eine änderung stattfinden. und zwar werde ich versuchsweise von zoladex auf das neue präparat enantone umgestellt. enantone ist dem zoladex von der wirkung her ähnlich, wird aber nicht fies in den bauch, sondern unspektakulär in den po gespritzt und enantone gibt es als 3-monats-depot. mal sehen, wie ich es vertrage. wenn es gut klappt, werde ich es nun anstelle von zoladex bekommen. die injektion war heute morgen und bislang geht es mir ganz gut. zumindest deutlich besser als nach zoladex. ich habe die nebenwirkungen von enantone gegoogelt und beschlossen, es sofort wieder zu vergessen. genauso wie die nebenwirkungen von tamoxifen und zometa. sonst werde ich verrückt. ehrlich.

ich hoffe, ihr habt alle die ostertage zufrieden erlebt und ich werde heute mal eine blogroll-runde starten, freue mich schon drauf!

Zometa und Zoladex – der Tag danach

hmmm, also gut gehen ist was anderes. weh tut mir nichts, aber ich fühle mich ein wenig so, als hätte ich in meinen knochen so luftballons mit wasser gefüllt, die umherschwappen, wenn ich rumlaufe. habe auch nicht soooo viel lust herumzulaufen. was bei mir was heißt, da ich ja ein bekennender daniel düsentrieb bin. psychisch ist heute auch nicht so richtig klasse, ehrlich gesagt. heute morgen war in unserer zeitung eine beilage mit dem titel „zuhause gesucht“. darin waren unzählige hunde aus dem tierheim abgebildet, die ein zuhause suchen. ich habe mich in die lektüre vertieft und anschließend lange und ausgiebig geflennt, weil die mir alle so leid tun. es gab auch einen teil mit anderen tieren, also hasen, wollschafe, hörnchen und so. habe kurz darüber nachgedacht, das wollschaf aufzunehmen, damit joschi etwas zum hüten hat, den gedanken aber wieder verworfen.

zu schlapp für ein wollschaf heute.

reiten gehen? och nö, morgen. mit dem hund rausgehen? uff, was muss, das muss, aber der wald ist ja sooo weit weg. in den garten gehen? und was dort tun? bleib ich besser auf dem sofa. außerdem bin ich unter den augen angeschwollen. will einfach nur auf dem sofa liegen und meine ruhe haben, sonst nichts. ich werde mich aber ein wenig mit meiner kamera beschäftigen, bevor ich wieder alles vergesse, was ich im workshop gelernt habe. das opfer kommt gerade zur tür hereingewackelt, hat 4 pfoten und wuscheliges, schwarzes fell 😉 vielleicht werde ich die kamera auch mit auf den spaziergang nehmen, eigentlich eine gute idee. mal sehen, ob ich was gescheites zustande bekomme, das ich euch dann zeigen kann!

habt nen schönen tag, eure katerwolf

Zometa und Zoladex

heute war wieder therapietag angesagt. ein bisschen habe ich die letzten tage davor gebibbert, denn es hat sich ergeben, dass ich zometainfusion (dient der prävention und behandlung von knochenmetastasen und ich bekomme die infusionen 3 jahre lang alle 6 monate) und zoladexspritze (bestandteil der antihormontherapie, bekomme ich 2 jahre lang monatlich) am gleichen tag bekomme. wir haben mit der onkologischen ambulanz ein wenig hin- und herüberlegt, ob wir das so machen sollen und sind zu dem schluss gekommen: ja. die alternative wäre gewesen, eins der medikamente 3 tage früher zu nehmen, aber ich hatte ehrlich gesagt absolut keine lust, diese woche 2x irgendetwas in mich reinspritzen zu lassen, vor dem eh immer bammel hab. also beides auf einmal.

ich habe über beide medikamente schon einiges hier geschrieben (siehe kategorie brustkrebs), das will ich jetzt nicht wieder tun. wer meinen blog verfolgt weiß, dass ich zometa bislang recht gut und zoladex eher nicht so gut vertrage. die kombination der zu erwartenden nebenwirkungen war mir in den letzten tagen sehr suspekt. während ich also auf meinem bequemen sessel in der onko-ambulanz saß und das zometa in meine vene tropfte, kam ich mit meiner sesselnachbarin (ebenfalls zometa) ins gespräch. sie erzählte mir, sie sei 75 und vor 14 jahren an brustkrebs erkrankt. ihre ganze familie, bis auf ihre tochter, ist bereits an krebs verstorben (uff). sie selbst habe vor 7 jahren einen rückfall in form einer metastase in der wirbelsäule bekommen. seit vergangenem jahr bekommt sie nun zometa. da war ich dann doch auch froh, dass ich zometa zur prävention und nicht zur behandlung akuter metastasen bekomme. ja, so ist das, an solchen dingen erfreut man sich dann!

ich redete mit der schwester ein wenig über meine neu erkrankte freundin, die ab nächster woche zur chemo kommen wird und sie erzählte mir, auch eine ihrer freundinnen sei an krebs erkrankt und es gehe ihr sehr schlecht. puh, krebs ist echt so gegenwärtig. man wird sich dessen erst bewusst, wenn man selbst daran erkrankt und sich damit auseinandersetzt. früher habe ich mehr oder weniger null gedanken daran verschwendet.

so, jetzt bin ich also wieder zu hause und da ich nicht weiß, was heute und morgen auf mich zukommt, habe ich vorgesorgt: ich habe mir einen großen topf hühnersuppe gekocht und ein roggen-dinkel-brot gebacken. vor einiger zeit habe ich mir angewöhnt, an solchen tagen etwas zu tun, was mir gut tut. am ende meiner überlegungen stand: hühnersuppe und selbstgebackenes brot. UND sofa. UND laptop. also habe ich gleich nach meiner rückkehr vom arzt suppe gekocht, brot gebacken und joschi einmal um den block geschleppt, so dass ich jetzt nichts mehr machen muss, was in irgendwelcher form gemacht werden muss.

so langsam setzt die wirkung der medikamente ein und ich fühle mich ein wenig matschig und schwergliedrig und schlapp. werde nun also bis heute abend auf dem sofa herumlümmeln, hoffen, dass es nicht schlimmer wird, suppe und brot futtern, bisschen bloggen und mich auf germanys next topmodel freuen.

man muss aus allem das beste machen, das habe ich in den letzten 12 monaten gelernt 😆

Zoladex. Heute schon die elfte Spritze

heute ist wieder zoladextag. ich zähle immer wieder mal mit und habe heute die elfte spritze gezählt. wie die zeit vergeht! zoladex ist der teil der therapie, der mir einiges abfordert, da mich die spritze nach wie vor 2 tage sehr reduziert. die letzte spritze im januar war wieder sehr heftig. ich habe aber auch versucht, zu erzwingen, dass ich sie besser vertrage. nach dem motto: „hopp jetzt, lass dich nicht hängen.“ mit dem ergebnis, dass ich in der arbeit nach 1 stunde solche beschwerden hatte, dass ich nach hause gehen musste und froh war, das alleine auch zu schaffen. also höre ich auf meinen körper und der sagt mir, dass er mit der spritze nicht so gut klarkommt und einfach 2 tage ruhe braucht.

so bleibe ich heute und morgen zuhause. diesmal jedoch mit einem plan. ich habe nämlich beschlossen,. das zoladex positiver zu besetzen. in der vegangenheit lag ich einfach so auf dem sofa herum und haderte mit den nebenwirkungen herum. heute habe ich einen plan. ich tue mir bewusst gutes. hab mir meine gemütlichen klamotten angezogen, den kaminofen eingeheizt und auf dem ofen köchelt eine schmackhafte hühnersuppe mit ingwer und zitrone. die ist gleich fertig, mjamm. außerdem backe ich ein brot. ein dinkel-roggen-körner-brot. ich habe früher oft brot gebacken, viiiiel früher, meine ich. und heute überkam mich die lust, mal wieder ein brot zu backen. jetzt steht auf dem warmen kaminofen eine große schüssel und darin geht gerade vorbildlich der hefeteig auf. ein eindeutig befriedigendes gefühl.

und zoladex taufe ich heute in idefix um. das macht es mir sympathischer 😆