Rehageflüster: Relaxo

„regen spült schädel frei“ lese ich gerade auf der titelseite der bildzeitung, die neben mir liegt. könnte ein verhungerter reha-patient sein. im ernst, streikbedingt ist das essen hier so mies und unzureichend, dass man tatsächlich hunger hat. das gestrige mittagsbuffet war, bis auf ein paar schälchen wackelpudding, leer. nix. einfach leer. das musste ich dann doch mal fotografieren. es gab gnädigerweise einen teller mit einer sehr überschaubaren portion kartoffelauflauf mit tiefkühlgemüse. die haben echt nen knall. ich hatte nachmittags so nen hunger, dass ich nach westerland in den supermarkt geradelt bin und mir würstchen gekauft habe, die ich direkt vor dem supermarkt aus der packung riss und wie stixi vertilgte. ein paar passanten schauten beunruhigt. gestern abend bin ich dann mit ein paar mithungrigen ums eck in die strandkneipe gegangen und wir haben uns von kopf bis fuß vollgefuttert. bis zum anschlag.

aber wenden wir uns den angenehmen dingen zu: die sonne scheint. ich war gestern mittag sogar 1 stunde am strand und habe mich in der sonne geaalt. das werde ich heute wieder tun. welch eine glückliche fügung, dass direkt vor der klinik der hundestrand liegt. so kann ich hemmungslos fremdkuscheln, wenn mir joschi fehlt. gestern habe ich eine 5 monate alte bordeaux-dogge ins paradies geknuddelt. sie wollte gar nicht mehr zu ihrem herrchen zurück.

heute morgen war ich schon um 7 zum frühsport am strand und habe mich dabei nicht mit ruhm bekleckert 😉 rechts, links und so´n kram am frühen morgen ist nicht ganz meine sache. zum abschluss, auf dem rückweg, sollten wir kleine gruppen bilden und eine frisbeescheibe in gehrichtung werfen. bis zur nächsten treppe. dabei sollte man möglichst viele würfe schaffen. in meiner gruppe waren außer mir noch 2 schlafmützen (mich eingeschlossen) und 2 hyperaktive. da wir alle nicht zugehört hatten, dachten wir, die spielregel laute: wer als erstes an der treppe ist. wie die irren rasten wir los und schmissen die frisbeescheibe durch die gegend. nach ein paar minuten erreichte uns ein schnaufender therapeut, der uns darüber aufklärte, dass wir da wohl was falsch verstanden hätten. schwer atmend drehten wir uns um: weit, weit hinter uns die anderen 🙂

so, ihr lieben, ich habe gleich visite und darf danach zur massage und auf den hydrojet. bin voll der relaxo heute. und heute nachmittag kommt mein schnuckelhase mit dem zug und bleibt bis zum wochenende. das sind schöne aussichten 😆

ich wünsche euch einen wunderschönen mittwoch, bis denne, eure relaxo-wolf

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15 Gedanken zu „Rehageflüster: Relaxo

  1. Liebe Katerwolf,

    das ist wahrlich abenteuerlich, was du so alles in der Reha erlebst … lach. Dann wünsche ich dir eine besonders schöne Zeit mit deinem Schnuckelhasen und sende liebe Grüße
    die Waldameise

  2. Also da verstehe ich so langsam auch die Klinikleitung nicht mehr. Wenn sie die Streiksituation im eigenen Haus nicht kurzfristig in den Griff kriegen, müssten sie sich eigentlich ganz schnell was einfallen lassen. Es sollte doch auch auf Syl z.B. ordentliche Caterer geben, die das gebacken kriegen. Klar kostet das Geld, aber eine völlig unzureichende Versorgung der Patienten abliefern geht mal gar nicht, und dafür sollte es auch von den Kostenträgern keine Kohle geben. Ich glaube nicht, dass man sich mit der Scheu Geld in die Hand zu nehmen so langfristig einen Gefallen tut, was ide Zuweisungszahlen betrifft.

    Und auch Caterer müssten eigentlich eine gesunde Kost und ggf. Spezialkostformen hinkriegen, jedenfall besser als Dosenbolognese etc.

    • eben gab es tatsächlich salat zum mittag *korken knall*. da konnte ich getrost die fertig-tortellini mit kleistersoße stehen lassen. ich werde nach der reha schon mal ein briefchen in richtung rentenversicherung schicken…

  3. “regen spült schädel frei” — Besser könnte ich das Gefühl nicht beschreiben, wenn sich die föhnbedingten Kopfschmerzen zusammen mit dem guten Wetter verkrümeln.

    Und ansonsten schliess ich mich Karl an — ihr seid in der Reha um gesund und fit und stark zu werden, dafür bilden Wackelpudding und Pommesbudenüberfälle eine schlechte Grundlage.

  4. Echt eine Zumutung……diese „sogenannte Kur“
    Nennst du ihn echt „Schnuckelhase“?????? Liest er hier im Blog? Wäre mal interessant, seine Meinung zum Thema „Kosenamen“ zu hören.
    Jetzt lass dich aber erstmal essenstechnisch und überhaupt verwöhnen. So ein paar Streicheleinheiten für Psyche und Bauch kommen bestimmt gut. Aber schön, dass du nicht einregnest wie Freunde von uns in St. Peter. Die Postkarte erreichte uns heute und klang nicht sehr fröhlich!
    Liebe Grüsse und eine schöne Zeit mit dem Liebsten („Schnuckelhase“ *kicher*), Brigitte
    P.S. Ist „Hydrojet“ ein Wassermotorrad oder eine Wassermassage????

    • nein, ich nenne ihn nicht schnuckelhase. und ja, er liest mit. deshalb habe ich schnuckelhase geschrieben :mrgreen:

      und hydrojet ist definitiv ein wassermotorrad. ich fahre hier in der klinik nämlich von morgens bis abends wassermotorrad *nick*

      • Du bist aber auch eine….nix anderes habe ich von dir erwartet!!! Aber denk bitte immer an den Helm!

  5. Das entwickelt sich ja allmählich zum Dauerstreik! So was darf doch gar nicht sein, da hätte man doch die Reha-Maßnahmen verschieben bzw. euch andere Einrichtungen zur Verfügung stellen müssen!

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