Reisewolf zum Ersten

…in diesem jahr. morgen gehts ab nach österreich, zum skifahren. ich freu mich schon wie bolle. in dem hotel fühlen wir uns wie zuhause und dieses jahr haben wir auch tonnen schnee. und ich neue ski. habe meine racecarver auf den speicher verbannt, nachdem ich letztes jahr spüren durfte, dass es nicht gut ist, wenn die skier schneller sind als der mensch. dann kommt jetzt halt die zeit der gemütlicheren skier. und wisst ihr, was das tollste ist? joschi darf mit in den schnee. ein echter tibet terrier muss auch mal in den schnee und die berge dominieren.

ich danke euch allen für die superlieben kommentare auf meinen letzten post und sag mal tschüss, bis bald, alles gute :lol:

Nachsorge: Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt…

…dann ist es heute ein heiteres, stilles lied voller glück.

heute war meine brustkrebsnachsorge. die, moment mal *zähl* achte. im januar vor 2 jahren wurde ich mit der diagnose brustkrebs konfrontiert und begann mit meiner therapie: brusterhaltende operation und im anschluss antihormontherapie und zometa als zusatztherapie. ich nehme täglich eine tablette tamoxifen ein, alle drei monate bekomme ich eine enantone-spritze und alle 6 monate eine infusion mit bisphosphonaten, zometa. ich habe 1 jahr lang mistelspritzen bekommen und habe insgesdamt 2 akupunkturbehandlungen und weiterführende TCM-behandlungen (traditionelle chinesische medizin) gemacht.

ich gehe seitdem alle drei monate zur nachsorge. es wird ultraschall der brust, der gebärmutter und der leber gemacht. blut überprüft. ein abstrich gemacht. und alle 6 monate kommt eine mammographie hinzu. außerdem gehe ich alle 4 wochen zu einem psychoonkolgen, mit dem ich über meine verborgenen ängste sprechen kann, wofür ich sehr dankbar bin. ich habe bislang insgesamt 2 rehas in anspruch genommen und werde versuchen, dieses jahr meine dritte und letzte reha genehmigt zu bekommen.

im vergangenen jahr spürte ich, dass es mir anfing, immer besser zu gehen, kraft zurückkam, die fähigkeit, wieder in die zukunft planen zu können und ein stück weit mehr belastbarkeit. lebenswille und lebensfreude waren nie mein problem, die meldeten sich schon 1 woche nach der operation zurück. problematisch war die angst, die mal mehr, mal weniger stark mein denken und handeln beeinflusste. wie eine innere uhr, die tickt. im verborgenen. mal leise, mal laut. ich habe das aber akzeptiert, denn wie, bitte schön, soll man keine angst haben, wenn man an krebs erkrankt. im vergangenen sommer, während meiner 2. reha auf föhr, habe ich ein großes stück angst losgelassen. ich merke das an einer erstmals einsetzenden entspannung und gelöstheit in mir. zum jahreswechsel spürte ich das ganz deutlich, ein schönes gefühl!

und heute war meine nachsorge. mein arzt ist ein toller typ. wenn ich ihn nicht gehabt hätte und hätte :-) er eröffnete mir, dass nun 2 teile meiner therapie bereits zu ende gehen. dass ich vor 2 wochen meine letzte enanatonespritze bekommen habe und im märz ist meine letzte zometainfusion. bleibt nur noch das tamoxifen. ich bin zuerst total erschrocken und sagte ihm, ob das einfach so geht und ob ich dann nicht deutlich schutzloser wäre. aber dem ist nicht so, beteuerte er mir, ich wäre damit einfach durch. und ich solle nun aufhören, mir sorgen zu machen, meine prognose sei ausgezeichnet und ich soll in die zukunft schauen.

erst als ich im auto saß und nach hause fuhr, fing ich an zu begreifen. habt ihr den stein von meinem herzen plumpsen gehört, bis zu euch? ich dachte, man müsse den plumps bis nach australien gehört haben. und während sich in mir ein stilles, strahlendes glück ausbreitete, wurde mir bewusst, dass ich in dem moment das erste mal ernsthaft daran glaubte, den krebs zu besiegen. vielleicht sogar schon besiegt habe *verwegen guck*.

es geht voran. heute ist einer der schönsten tage meines lebens.

Spruch des Tages

dieser wunderbare spruch hat mich gerade erreicht. zur rechten zeit übrigens. habe mal wieder eine komplett durchwachte nacht hinter mir.

„Never regret a day in your life. Good days give you happiness; bad days give you experiences; both are essential to life.“

Das große Fressen

mein lieber mann, haben wir gestern was weggeputzt, bei unserem kochclub. ich hatte allen mitköchen gesagt, sie sollen hungrig kommen, da wir böhmisch kochen und die böhmische küche sehr sättigend ist. und alle kamen hungrig. was dazu führte, dass über 3 1/2 stunden hochkonzentriert geschnippelt, geknetet, gefüllt, gebraten, gebacken und gerührt wurde. und dazu, dass die 4 mitkochenden teenager, vor allem die hünenhaften jungs, mitgekocht haben, als ginge es ums überleben. man muss nur anreize schaffen ;-)

schon bald durchströmten himmlische düfte küche und wohnraum und allen lief die spucke im munde zusammen. es gab die eine oder andere überraschung. so zum beispiel die böhmischen knödel, deren zubereitung mir zuteil wurde. ich hatte sie noch nie zuvor gemacht. der teig ging wunderbar und verdoppelte sich etwa um das dreifache, und als ich die stollenförmigen teigrollen ins kochende wasser legte, verdoppelten sie sich innerhalb kürzester zeit um das doppelte und wuchsen weiter. und weiter. und weiter. die kinder waren völlig fasziniert. ich auch.

wir konnten uns glücklich schätzen, weil uns alle speisen hervorragend gelungen sind. nichts ging schief. die böhmische kartoffelsuppe mit steinpilzen als vorspeise war köstlich und weckte appetit auf mehr. die anschließenden panierten champignons mit böhmischer tatarsoße waren das überraschungsgericht des abends. als eher unspektakuläres zwischengericht haben wir sie im vorfeld schlichtweg unterschätzt. sie schmeckten großartig, und die schlichte tatarsoße war für manchen der star des abends. auch die kinder, die zunächt „ihhh, pilze!!“ riefen, aßen große mengen und kämpften um die tatarsoße.

ein höhepunkt war sicher der braten mit böhmischen knödeln und einer raffinierten, pürierten gemüse-sahne-soße, der lobeshymnen hervorrief. und in beachtlichen mengen in unseren mägen verschwand. die jugend stellte einen knödelrekord auf. eigentlich waren wir erwachsene danach satt, pappsatt. das änderten auch die hastig verabreichten schnäpse nicht. unsere jungköche hingegen waren noch nicht satt und bewachten n der küche den backofen, in dem die nachspeise, böhmische buchteln, langsam eine goldbraune farbe annahmen und ein köstliches aroma nach vanille und hefeteig verströmten. ich glaube, für die vier waren es die härtesten 30 minuten der woche. das warten, bis die buchteln fertig waren ;-)

als die buchteln aus dem ofen kamen, brach eine art buchtelschlacht los. ich glaube, die kinder verdrückten pro mann etwa 4 stück. warm, buttrig, pflaumenmusig und quarkig und sahen danach völlig glücklich aus. und waren endlich satt. wir erwachsene schoben uns gnadenlos 2 buchteln pro person rein. mehr ging dann beim besten willen nicht mehr. zu unserem großen bedauern. denn es waren noch 8 stück übrig. die schleppte die jugend dann in tüten weg, mit nach hause.

nach 2 stunden daueressens waren wir so satt, wie es nur geht. ich fühlte mich wie im 7. monat schwanger. alle hatten einen kugelbauch und konnten kaum noch piep sagen. wunderbar war das. das küchenchaos, das im anschluss zu bewältigen war, war weniger wunderbar, gehört aber nunmal dazu. und nun sind wir als kochclub-ausrichter erst wieder in 5 monaten dran ;-)

Böhmische Küche, böhmische Köche

morgen ist es wieder soweit: unser kochclub trifft sich zum gemeinsamen kochen. seit fast 1 jahr gibt es unseren kochclub jetzt. in einer festen besetzung von 8 köchen und köchinnen und wechselnden mit-koch-gästen und gelegentlich auch mitkochenden kindern treffen wir uns 1 mal im monat zum kochen, spaß haben, futtern und trinken. und freuen uns jedesmal wie doof, dass wir diese tolle idee in die tat umgesetzt haben und so viel spaß haben. der kochclub wird im wechsel reihum ausgerichtet, derjenige, der dran ist, gibt das motto und die rezepte vor, kauft alles ein und bereitet vor. wir haben schon indisch, französisch, englisch, südafrikanisch, mediteran und „im glas“gekocht und eine üppige weihnachtsbackaktion veranstaltet.

morgen sind wir dran. unser motto lautet: böhmische küche. ich stamme aus böhmen und liebe diese küche. üppig und extrem lecker. und ganz schön aufwändig. aber wir sind ja mittlerweile erfahrene köche! wir haben gerade alles vorbereitet, und morgen mittag kann die bande kommen. wir sind bereit!

hier ist unser menü. wer die leckeren gerichte mal nachkochen möchte, dem empfehle ich diese wunderbare website mit tschechischen rezepten.

Vorspeise

Böhmische Kartoffelsuppe mit Steinpilzen

Zwischengericht

Panierte Champignons mit tatarsoße

Hauptgerichte

Svicková (Böhmischer Kerzenbraten) mit Böhmischen Knödeln

und

Gefüllte Paprika in Tomatensoße mit böhmischen Knödeln

Nachspeisen

Böhmische Buchteln mit Quark-, Mohn- und Pflaumenmusfüllung

und

Böhmischer Apfelpudding

 

Lebe glücklich, lebe froh…

…wie der mops im haferstroh.

diesen spruch hatte mir mal eine mitschülerin in mein poesiealbum geschrieben. weiß auch nicht, warum er mir heute dauernd in den sinn kommt. vielleicht, weil es mir derzeit einfach gut geht, ich mich zufrieden, entspannt und ausgeruht fühle. ich habe die letzten 4 (!) nächte für meine verhältnisse richtig gut geschlafen, das ist ein fest, leute, ein echtes fest! gestern hatte ich auch wieder meinen monatlichen termin beim psychoonkologen. ich habe etwa 6 monate nach meiner diagnose, als mir bewusst wurde, dass die mit der diagnose entstandene angst vor einem rückfall und dem sterben nicht von alleine weggehen würde, seine hilfe in anspruch genommen. das war das beste, was ich damals tun konnte, denn er hat mir schnell und effektiv geholfen. ich schätze ihn sehr. seitdem sehen wir uns etwa alle 4 wochen. und auch jetzt, nach 1 1/2 jahren, gehe ich zu ihm. obwohl die angst nur noch eine sehr untergeordnete rolle in meinem leben spielt, sehe ich die termine bei ihm auch weiterhin als wichtigen baustein im prozess meiner vollständigen genesung.

als ich gestern bei ihm war, ließ ich die letzten 2 jahre revue passieren, erinnerte mich an meinen ersten termin bei ihm und daran, wie es mir damals ging. es wurde mir einmal mehr bewusst, wie gut es mir jetzt geht. welchen weg ich seitdem gegangen bin. damals hatte ich das gefühl, das jahr nicht zu überleben, war nicht in der lage, über einen zeitraum von ein paar wochen voraus zu denken. so stark hatte die diagnose mein vertrauen in mein weiteres überleben erschüttert. wie wunderschön ist es hingegen, zu spüren, wo ich jetzt bin. ich lebe. und ich erlebe mein kostbares, wunderschönes leben. und habe nicht vor, dass so schnell zu ändern. denke selbstbewusst, dass ich vielleicht doch 100 werden könnte. wäre auch mit ende 80 zufrieden. und wenn ich so denke, beschleicht mich nicht mehr dieser dumpfe zweifel darüber. ich traue mich wieder, daran zu glauben. und noch eins wurde mir gestern bewusst: dass ich sehr viel angst losgelassen habe. das merke ich daran, dass ich anfange, mich zu entspannen. nicht mehr das gefühl habe, ständig in bewegung bleiben zu müssen, damit ich keine sekunde versäume, ums überleben zu kämpfen. ich kann jetzt entspannen und durchatmen und habe das gefühl, dass alles gut werden könnte, alles gut wird, alles gut ist.

daher lasse ich heute quietschvergnügt den gedanken in mir wohnen: lebe glücklich, lebe froh, wie der mops im haferstroh :lol:

ich bin übrigens nicht die einzige, die heute so denkt. auch meine lieben tiere joschi und lola sind zufrieden. heute vormittag war der tierarzt bestellt, lola musste geimpft werden. mein mann kam mit und joschi witterte deshalb das große abenteuer. lola stand überaus munter und glücklich in ihrer box und ließ geduldig die 2 spritzen über sich ergehen. die tierärztin, die lola schon seit 14 jahren kennt, untersuchte sie einmal rundum und attestierte  ihr eine stabile gesundheit.  joschi war, wie immer, eifersüchtig, stierte auf die spritze und sprang eifrig um uns herum und vorneweg und hin und her.

„wie alt ist dieses muntere kerlchen denn?“ fragte die tierärztin. „10!“ antworteten wir. „großartig, der macht aber einen sehr gesunden und guten eindruck!“ nachdem die ärztin wieder weg war, führten wir zunächst lola ein bisschen auf dem hof herum, sie muss heute und morgen ruhen und darf wegen der spritzen nicht geritten werden, und im anschluss drehten wir mit joschi eine lange, sonnige (und matschige) runde über die felder. alles prima. alle gesund. alles gut. habt einen schönen freitag!

Schon Donnerstag?

sind die letzten tage schnell vergangen! manchmal fragt man sich wirklich, wo die zeit bleibt. bei mir ist gar nichts aufregendes passiert. und ich mag das. das ist neu. war früher anders. aber das liegt wohl auch daran, dass ich von aufregungen erstmal genug hab! kein wunder! insofern blicke ich bislang auf eine unaufgeregte woche zurück. gestern war ich in der onkologischen ambulanz zum blutzapfen, da ich nächsten mittwoch nachsorge habe. hört sich vielleicht komisch an, aber ich gehe da immer ganz gerne hin. die ambulanz, die an die praxis meines behandelnden onkologischen gynäkologen angegliedert ist, war zu anfang meiner therapie, vor 2 jahren, meine zufluchtstätte. eine warme höhle mitten im winter. wann immer ich hinkam, empfing mich eine warme, herzliche, mitfühlende atmosphäre und gleichgesinnte. man musste keinem erklären, wie es einem ging. das sah man. wusste man. eifrig wurde das große thema „nebenwirkungen“ durchgeplappert und es wurde viel gelacht. so ist das auch heute noch. die tatsache, dass ich mittlerweile nur noch alle 3 monate zur therapie hingehe, immer dann, wenn ich meine enantone-spritze bekomme, hat was beruhigendes. ich weiß, dass ich mich immer weiter aus der gefahrenzone entferne. als ich gestern da war, drehte sich alles um das allseits bekannte thema schlaflosigkeit. es hilft zwar nicht, tut aber doch immer wieder mal gut zu hören, dass es allen in der therapie befindlichen so zu gehen scheint. keiner schläft, alles wacht ;-)

nächsten mittwoch also wieder nachsorge. und, wie immer, bisschen fracksausen. es könnte ja sein, dass irgendetwas nicht in ordnung ist. nach jedem nachsorgetermin macht es tief innen immer laut und deutlich *pfffft*. jetzt wünsch ich euch allen erstmal einen schönen donnerstag, bis bald, eure unaufgeregte katerwolf

Schönes, faules Wochenende

ich habe es doch tatsächlich mal geschafft, mich am wochenende zu erholen ;-)

als staatlich patentierte daniela düsentrieb ist das bei mir nicht selbstverständlich, da ich mich am wochenende nur zu gerne mit aktivitäten zukleistere. ich bin da echt schrecklich, hab dauernd das gefühl, etwas gaaanz wichtiges zu verpassen, wenn ich mal faul in der ecke liege.

dieses wochenende war ich einfach mal faul. wie gut das tut! gestern war ich ne kleine runde reiten und habe auf lola, mit einem etwas widerspenstigen joschi an der leine, eine kleine regenrunde gedreht. pferd und hund waren danach gleichnass. den rest des tages habe ich auf dem sofa gelegen, tee getrunken, gelesen, meinen mann im strategiespiel 4x geschlagen (YES!), brot gebacken, kekse gefuttert und abends einen film geschaut, den ich bis zum schluss nicht richtig kapiert habe.

heute morgen waren wir zu viert, meine mama, mein mann und joschi, im reitstall und haben lolas box grundsaniert, unmengen altes stroh raus, frisches stroh und heu rein. das hat ziemlich lange gedauert, da wir mit jedem, der an unserer box vorbeikam, ein schwätzchen gehalten haben. und es kamen ziemlich viele vorbei. menschen und hunde. zeitweilig waren 6 hunde auf einmal in der box. junge hunde. joschi war einigermaßen gestresst. als dann noch ludwig kam, ein kleiner, rabiater pudelrüde, kippte die stimmung und joschi und ludwig probten den aufstand der giganten. steifbeiniges sich umkreisen, bedrohliches knurren, etwas verschüchtertes welpenpublikum, noch mehr umkreisen und knurren. und dann machte joschi etwas, für das ich mich zutiefst schäme. zumal es dafür zeugen gibt: 2 welpen, 3 menschen. joschi hob sein bein und pinkelte ludwig an. er hat das tatsächlich gemacht. ich bin völlig fassungslos. joschi ist ein solcher vollassi, ich schäme mich zu tode. danach haben wir ludwig nicht mehr gesehen, er hatte sich irgendwo verkrochen. und vermutlich angefangen, an einer atombombe zu basteln. auf den schreck mussten wir dann alle einen schluck sekt rinken und fanden uns bald in einer geselligen sektrunde wieder. lola stand derweil mit ihrer freundin ella im winter-paddock und wälzte sich vergnügt im schlamm.

den nachmittag habe ich wieder gemütlich mit meinem krimi auf dem sofa verlümmelt. herrlich. mir gehts grad richtig gut. es gibt leute, die müssen faulsein lernen ;-)

zu guter letzt möchte ich euch gerne auf einen neuen blog hinweisen. patentsocke heißt ein brandneuer blog, in dem flämmchen ihre kürzlich festgestellte diagnose brustkrebs verarbeitet. sie freut sich sicher über unterstützung und erfahrungsaustausch!

habt noch einen schönen restsonntag und viel spaß beim tatort :lol: